Merkmale: Asperger Syndrom. Ein Test.

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TEST: Hast du vielleicht das Asperger Syndrom?

Vielleicht liest du vorab den Artikel über Asperger Autismus.

Seit einiger Zeit mehren sich die Veröffentlichungen zum Thema Asperger Autismus in den Medien. Zeitungen und Fernsehen berichten und verbreiten Informationen, Arbeitgeber scheinen auf das Potenzial von Aspies aufmerksam geworden zu sein und Therapeuten und Coaches konfrontieren ihre Klienten mit einer „Verdachtsdiagnose“.

Sehr viele Menschen haben autistische Züge, ich auch, reichlich sogar. Was noch lange nicht bedeutet, dass die Schublade Asperger für mich passen würde. Weder meine Umwelt, noch ich selbst leiden unter meinem ganz persönlichen „Anneautismus“, den ich wohl von meinem Vater geerbt habe.

Es scheint mir notwendig, einen Versuch zu unternehmen, etwas Klarheit in den Dschungel von Diagnosen und Schubladenzuweisungen zu bringen, – für all die HOCHiX Akademie-Leser, die etwas verunsichert sind.

Um konkrete Anhaltspunkte für das Asperger Syndrom zu erhalten, haben wir eine Merkmal-Liste  zusammengestellt.

Diese kann aber keinesfalls eine fachärztliche Diagnose ersetzen, sie kann nur zur groben Orientierung dienen. Es gibt keinen Anspruch auf wissenschaftliche Korrektheit. Es gibt auch keine allgemein gültige Beschreibung des Asperger Syndroms, in der sich alle Asperger wieder finden können.

Auch „normale“ Menschen oder Menschen mit psychiatrischen Diagnosen können einige Merkmale bei sich selbst wiedererkennen, denn die Grenzen sind fließend.

Wie erkenne ich, ob ich vielleicht das Asperger Syndrom habe?

Lies einmal die folgenden Aussagen durch und überlege, welche Angaben auf dich zutreffen: Antworte mit “ja”, wenn die Aussage zumindest teilweise auf dich zutrifft, und mit “nein”, wenn die Aussage kaum oder gar nicht auf dich zutrifft.

  • Ich fühle mich sehr anders als andere
  • Ich bin sehr pedantisch und perfektionistisch
  • Ich denke in Bildern und liebe visuelles Denken
  • Ich habe Schwierigkeiten, enge Beziehungen zu knüpfen
  • Ich mag Intimität und/oder Sexualität nicht besonders
  • Ich vermeide Berührungen und lasse mich nicht gerne berühren
  • Ich möchte möglichst wenig Unvorhergesehenes erleben
  • Ich werde oft für sehr naiv gehalten
  • Ich versuche Augenkontakt möglichst zu meiden
  • Ich habe weniger Kontakte als die meisten Menschen
  • Ich habe auch wenig oder kein Bedürfnis nach intensivem Kontakt
  • Ich habe Schwierigkeiten Freundschaften und Beziehungen zu erhalten
  • Ich brauche das Alleinsein und Rückzugsmöglichkeiten
  • Ich kann mich in eine eigene innere Bilder- und Traumwelt zurückziehen
  • Ich vermeide Smalltalk und oberflächliche Gespräche
  • Ich habe ein starkes Gerechtigkeitsempfinden
  • Ich bin nicht besonders kreativ oder spontan
  • Ich kann mir Gesichter schlecht merken und sie wiedererkennen
  • Ich kann Ironie, Späße und den Humor anderer meist nicht verstehen
  • Ich nehme alles wörtlich, auch was nicht so gemeint ist
  • Ich bin ehrlich, lügen gelingt mir nicht
  • Ich verstehe oft nicht, wenn jemand etwas von Gefühlen erzählt
  • Ich bevorzuge einen oder sehr wenige Menschen, Gruppen mag ich nicht
  • Ich arbeite gerne selbständig und alleine, lieber als im Team
  • Ich habe ein starkes Durchsetzungsvermögen
  • Ich bin sehr willensstark
  • Ich bin besonders geräusch- und lichtempfindlich
  • Ich denke mir meine Gefühle oft aus (was angemessen wäre)
  • Ich kann meine Gefühle nicht gut erkennen und ausdrücken
  • Ich kann Gefühle anderer oft nicht richtig erkennen
  • Ich bin rational, analytisch und strukturiert und brauche das auch
  • Ich kann mich nur auf eine Sache konzentrieren, sonst verliere ich die Übersicht
  • Ich vermeide jede Form von Stress, das bringt mich durcheinander
  • Ich werde oft für schusselig, unbeholfen oder zerstreut gehalten
  • Ich kann mich schwer entscheiden und bin mir da oft unsicher
  • Ich kann mein Denken nicht abschalten
  • Ich mag Veränderungen gar nicht und liebe Routine
  • Ich liebe Details und sehe selten das große Ganze
  • Ich werde von anderen oft für egozentrisch und unsensibel gehalten
  • Ich kann Grenzen nicht gut akzeptieren

(© Anne Heintze)

Wenn du die meisten der genannten Merkmale bei dir wiederfindest, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du dich im autistischen Spektrum befindest, bei weniger als die Hälfte eher nicht.

Die Merkmalliste soll nur Anhaltspunkte liefern und die Kombinationen der Merkmale sind vielfältig: Der eine hat’s, der andere nicht. Und, wie man sieht: Nicht alle Merkmale sind negativ, sondern können durchaus zu den besonderen Stärken gezählt werden.

Beachte bitte auch diese Artikel:

Ebenfalls interessant zu lesen: Tony Attwood: Leben mit dem Asperger-Syndrom.

Alles Liebe
Anne

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Kommentare

11 Antworten

  1. Hallo, ich bin Asperger Autistin. Habe offiziell eine Asperger Diagnose und kann mich hier in allen beschriebenen Merkmalen wiederfinden. Habe sie gelesen, da ich mir manchmal leider wiedermal nicht so sicher bin ob das alles so stimmt und mir relativ „normal“ vorkommen aber mir der Alltag oft so ziemlich dann doch das Gegenteil zeigt. Ich wollte eigentlich fragen, weshalb bei mir immer das Merkmal „Gesichter erkennen“ nicht negativ vorkommt…. Bin da anscheinend einer der wenigen Asperger…. Ich kann mir diese eher gut merken und immer. Dafür stimmt alles andere…

    1. Außerdem vergesse ich nie etwas. Ich kann mich immer an alles erinnern. Wobei dafür, vergesse ich Kleinigkeiten. Persönliches, Dinge, wörtliches, Dinge die Menschen sagten die mich betreffen vergesse ich nicht und Situationen kann ich mir ebenfalls merken. Situationen von vor 20 Jahren ebenfalls. Was ist das…. Mein Gehirn ist uberreizt da ich ständig alles ständig weiß, auf Knopfdruck an habe… Verstehen Sie mich? Liebe Grüße

  2. Ich finde eigentlich dass ich kein autist bin aber egend wie schon, mein Freund nennt mich ein autist.
    Ich hab auch nicht die meisten syndrome für den Autismus aber egend wie auch schon. Ich komm gut mit Leuten klar aber habe eigentlich gar keine Kontakt zu Leuten außer z. B wenn ich in der Schule oder auf der Arbeit bin da ist alle gut aber danach gibt’s kein Kontakt.
    Also finde ich ich bin ein halb Autist
    Ich hab wahrscheinlich Autismus aber nicht stark ausgeprägt. Ich bin gerne für mich alleine aber will manchmal mit Leuten reden, dann denk ich aber worüber soll ich reden und ich hab keine Unterhaltung. Manchmal gelingt es mir aber passiert nicht oft. Ich weiß nicht ob es sowas wie halb Autismus oder so gibt aber ich glaub ich habe sowas. Ich kann auch manchmal Dinge sagen die für die Leuten peinlich ist oder unpassend aber für mich ist das ganz normal gewesen was ich gesagt habe. Ich versteh auch mich bei jeden Menschen die Gefühle, warum die jetzt so drauf ist aber bei manchen Menschen kann ich es sehr gut verstehen.
    Ich bin meiner a Meinung nach ein halb Autist aber ich hab kein Ahnung ob es sowas gibt oder es zutrifft, weil wie ich mich manchmal fühle versteh ich nicht.
    Und das nachdenken ist immer am start egal wo auch, wenn ich beim Gespräch bin oder was mache ich muss immer nachdenken und das bekomme ich nicht immer mit.

    Ich hoffe dass man mir helfen es aufzuklären, ob ich ein auitist bin oder nicht. Ich werd sowieso noch ein test dafür machen um es beim Arzt auch zu überprüfen dass ich ein autist bin oder nicht aber mit dass hier was ich geschreiben habe will auch wissen, ob es sich lohnt es zu machen. Ob ich den test machen soll oder es sich nicht lohnt da ich kein autist bin.

    Das würd ich gerne wissen.

  3. Ich weiß momentan gar nicht wies mit mir weiter gehen soll. Meine KG Tante, Lehrer, eigentlich alle, wussten es ist was komplett anders bei mir. Auch die Hochbegabung. Doch meine Eltern und die gesamte Familie haben immer gesagt“die soll sich nicht so anstellen und lernen normal zu sein und normal zu leben.“ Ist total daneben gegangen. Ohne Förderung oder Unterstützung sitz ich mit 31 da. Keine rosige Zukunft. Meine Hochbegabung nutzte ich zwar schon um für andere da zu sein, um zu helfen wo ich nur kann. Doch beruflich wurde ich nie dazu ausgebildet, wusste auch nicht wie ich es ohne Hilfe schaffen sollte. Manchmal tun Menschen nur so als ob sie für einen da wären, doch am Ende wird man nur ausgenutzt. Selten das jemand mir sein schlechtes Gewissen beichtet. Doch es kommt vor. Die Probleme Sarkasmus nicht zu verstehen gingen auch zurück, aber nur weil es viele niedlich finden, wenn sie merken “die hats wirklich nicht kapiert“. Die Reaktionen zu meiner Person sind so uunterschiedlich wie bei jedem anderen auch. Manchmal mag mich jemand lieber als einen “normalen“ Menschen. Das liegt am Gitarren spielen und an meiner Stimme. Letztes Jahr wurde ich wieder nur ausgenutzt. Ich sang “Secret Island“ für Chris Armada. Er sackt die Kohle ein (auch das Label) und ich ging leer aus. Schon wieder……
    Ich hab Probleme ein zu schätzen wie viel meine Tätigkeit als Singer und Songwriter auch bei diesem Stück zum Beispiel,wert ist. Und die Gesichter stehen erwartungsvoll vor mir und ich bekomme keine Forderung über die Lippen. Ich bin damit überfordert und alleine. Besonders fällt es mir schwer bei Fremden einen Augenkontakt her zu stellen, ich schau dann immer auf die Zähne oder bei Frauen auf die Augenbrauen wenns gefordert wird jemanden ins Gesicht zu sehen. Wenn ich angesehen werde fühle ich mich beschämt und muss grinsen. Weil der Blick mich so stark berührt so das ich dann keine Kontrolle mehr hab und lachen muss. Doch durch dieses Scham Gefühl. Die ticks usw treten dann auf wenn mir die Verantwortung zu groß wird, und ich mich bedrängt fühle. Immer wieder das selbe. Ich laufe weg. Vorher hab ich mich einfach versteckt und gezittert oder keine Luft mehr bekommen. Mit dem laufen entlade ich mich selbst und komme so schneller wieder zu mir. Ein bisschen gefährlich ist es schon, denn meine Wahrnehmung ist dann sehr abgeschwächt und es passieren mir manchmal unangenehme Dinge. Wie das laufen gegen Gegenstände oder die Gesichtserkennung fällt komplett flach. Peinlich und stressig ist es wenn bei solchen Momenten Leute da sind die ich eigentlich gut kenne, aber sie in diesem Moment nicht erkennen kann. Sobald Ruhe einkehrt ist alles wieder gut. Doch es braucht manchmal einen halben Tag um mich davon zu erholen. Gestern hieß es wieder “wir helfen ihnen“ und wurde wieder fallen gelassen. Hab vor Freude geweint, weil ich dem gesagten glaubte…..und dann naja, wieder fallen gelassen.

    1. Liebe Manuela, was du beschreibst deutet darauf hin, dass du bestimmte Lebenssiutationen alleine nicht bewältigen kannst und mit einer professionellen Begleitung wahrscheinlich eine deutliche Verbesserung erreichen kannst. Am besten suchst du dir einen Therpeuten in deiner Umgebung, der mit dir Strategien erarbeitet, die dich ermächtigen leichter mit den besonderen Herausforderungen umzugehen. Ich wünsche dir alles Gute! Herzlichst, Anne

    2. Ich habe tolle Erfahrungen mit Aspi Mädels, sind ganz besonders und sehr wertvolle Menschen. Wenn man sich drauf einstellt, ist der Umgang kein Problem. Oft aber musst du selber den Aspi erkennen, weil es Dir die Betroffenen nicht gleich sagen. Jedenfalls braucht man viel Feingefühl und eine dickere Haut, aber dann ist es cool mit diesem Phänomen! Würde mich freuen, neue Leute kenne zu lernen, die so ticken!

  4. Es gibt noch andere Kriteriek für das Aspergersyndrom: Auffällige Sprache (altklug, zu schnell, laut, belehrend, besserwisserisch, falsche Stimmlage, häufiges sich Versprechen oder Verhaspeln, Wortneubildungen, originelle Sprache, auffällige Sprachmelodie oder monotone Sprache, ratternde Sprache, Verschlucken von Endsilben bei heftiger Artikulation der Anfangssilbe, Reden wie ein Professor, Monologisieren, andere kaum zu Wort kommen lassen, ihnen ins Wort fallen und nciht ausreden lassen etc.), repetitive Bewegungen, motorische Auffälligkeiten, mangelnde exekutive Fähigkeiten, mangelnde zentrale Kohärenz, schlechte Impulskontrolle, Mühe, sich verbale Anweisungen zu merken, langsames Arbeitstempo, allegmein sensorische Überempfindlichkeiten, aber auch Unterempfindlichkeiten (riechen, schmecken, fühlen, tasten, hören, sehen, zu starkes oder fehlendes Wahrnehmen des Körpers), Ungeduld, Selbstgespräche (autistische Pseudodialoge), um nur einige zu nennen.

  5. Ich hab mich wirklich intensiv mit den fragen beschäftigt. Ich will mir auch nichts vormachen, also ich habe wirklich versucht sehr neutral an die Sachen ranzugehen, und das gute ist das ich mich mit einem Großteil der fragen auch schon einfach so beschäftigt habe. Ich versuche mich meistens zu verstehen und zu analysieren,was ein wenig geholfen hat mich hier zu entscheiden. Ich hab jetzt hier 2 stunden gesessen und mich mit den fragen beschäftigt, und bis auf 6 stück haben alle zum Großteil oder ganz auf mich zugetroffen. Ich bin nicht so schüchtern, also ich bin doch ganz gerne mal mit freunden unterwegs, dann aber nur in möglichst großen Gruppen damit ich mehr oder weniger nur der stille beobachter sein kann und mich ab und zu einklinken kann. So kann ich doch den großteil für mich bleiben, ohne das das wirklich auffällt.

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