Hochsensible und hochbegabte Singles: Allein?!

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Etwa 10 Prozent aller Menschen gelten als hochsensibel oder hochsensitiv

Auch mindestens 3 % (nach meiner Sichtweise aber auch bis zu 10 %) aller Menschen sind außerordentlich intellektuell begabt. Dabei wissen die meisten nichts davon und fühlen sich daher als seltsame Außenseiter. Wenn Hochsensible und Hochbegabte jedoch von ihrer Besonderheit wissen, können sie diese nutzen und sogar genießen.

Hochsensibilität … bedeutet eine besonders stark ausgeprägte Wahrnehmungsfähigkeit. Hochsensible haben eine intensivere und differenziertere Wahrnehmung als andere Menschen.

Hochbegabte Menschen … haben besondere geistige und analytische Fähigkeiten, denken und empfinden analog und sind intellektuell sehr anspruchsvoll.

Diese Besonderheiten können sich in allen Lebensbereichen bemerkbar machen – natürlich auch in der Liebe und Partnerschaft. Es ist für diese besonderen Menschen oft sehr schwer, einen passenden Partner zu finden.

Liebe und Verliebtheit können von hochsensiblen oder hochbegabten Menschen besonders intensiv erlebt werden.

Dabei fürchtet sich der hochsensible Mensch häufig vor intimen Situationen. Hinter dieser Angst kann der Gedanke verborgen sein, sich emotional vor dem anderen entblößen zu müssen. Daher ist es keine Seltenheit, dass hübsche junge Frauen schon beim Gedanken an ein Date in Panik verfallen und Männer, denen man ein großes Selbstbewusstsein zutrauen würde, in Wirklichkeit unter einer starken Schüchternheit leiden. Diese Blockaden kannst du aber auflösen mit Hypnose.

Hochbegabte Menschen hingegen neigen dazu, sich nicht fallen lassen zu können

Der „Kopf“ und das Analysieren verhindert oft, dass sie sich auf emotionaler Ebene auf einen Menschen einlassen können. Oder sie werden von anderen als anstrengend und unverständlich empfunden.

Hochsensibilität und Hochbegabung können also dazu führen, dass sich Liebes- und Beziehungspartner überfordert fühlen, – und zwar insbesondere dann, wenn sie selbst nicht diese Persönlichkeitsausprägungen haben.

Andererseits kann es für hochbegabte und hochsensible Menschen außerordentlich entspannend sein, mit ganz „normal“ denkenden und fühlenden Menschen zusammen zu sein.

Beide Beziehungsarten bergen also unterschiedliche Konfliktpotenziale.

Obwohl Hochbegabung bei Frauen und Männern gleichermaßen zu finden ist, wird sie bei Frauen seltener erkannt, was unter anderem an dem Vorurteil liegen mag, dass Intelligenz und Weiblichkeit nicht zusammen passen, im Gegensatz zu Intelligenz und Männlichkeit. Frauen in Beruf und Privatleben werden zunächst als Frau wahrgenommen und nicht als Menschen mit einem Geist, den es sich zu erforschen und zu entdecken lohnt. Gerade die Hochbegabten unter den Frauen wollen aber auch für ihre Fähigkeiten gesehen werden, sie wollen sich einbringen und haben Spaß daran, gefordert und gefördert zu werden.

Männer kommen oft aber nur sehr schwer damit zurecht, eine besonders begabten Frau an ihrer Seite zu haben. Während für die Frau der intellektuelle Austausch Nahrung für die Seele ist, eckt sie damit an und weckt bei Männern oft Widerstand. Spätestens in ihrer Beziehung kann es sogar sein, dass der Mann damit überhaupt nicht mehr zurechtkommt.

Hochsensible Menschen legen zu Recht bei der Partnersuche Wert darauf, dass ihre Hochsensibilität mit berücksichtigt wird.

Sie haben bei der Partnersuche andere Bedürfnisse als nicht hochsensible Singles und benötigen daher eine besondere Unterstützung. Hochsensible sind im Durchschnitt gewissenhafter als andere, aber weisen auch eine größere emotionale Verletzlichkeit auf. Sie sind eher introvertiert und reflektiert und legen daher weniger Wert auf Geselligkeit und Trubel.

Außerdem verfügen Hochsensitive häufig über eine stärkere Beeinflussbarkeit durch Stimmungen und Verhalten anderer Menschen. Bei mangelndem Verständnis kann dieser Umstand für Beziehungen sehr belastend werden. Der passende Partner sollte daher geduldig und verständnisvoll sein.

Hochsensibilität oder Hochbegabung kann eine Beziehung aber auch bereichern, denn Hochsensible sind sehr feinfühlig und einfühlsam und verfügen über ein tiefes Verständnis für sich und andere.

Allerdings kann das auch zu einem sehr intensiven Erleben von Liebeskummer führen. Diese Einfühlsamkeit trägt auch zu einer erfüllten Sexualität in Partnerschaften mit hochsensitiven Menschen bei. Besonders zwischen zwei Menschen mit Hochsensibilität kann so eine besonders innige Beziehung entstehen. Auch für die Hochsensiblen unter uns kann es also in der Liebe ein Happy End geben.

Wir wünschen uns, dass viel mehr Menschen erkennen, dass es nicht notwendigerweise ein Handikap für die Partnersuche ist, ein außergewöhnlicher Mensch zu sein. Hochsensible und hochbegabte Menschen ticken anders. Ja. Und es ist sicher schon allein wegen der zahlenmäßigen Unterlegenheit nicht einfach, einen passenden (gleich denkenden und empfindenden) Partner zu finden.

Im Coaching von hochsensiblen und hochbegabten Menschen können wir Mittel und Wege aufzeigen, die helfen, die ganz persönliche Form und Besonderheit der Begabung / Intelligenz so zu erkennen und sie dann zu entfalten und zu entwickeln, sodass sie nicht mehr als Defizit (Anderssein als die meisten anderen, Einsamkeit dadurch, Alien-Gefühl) empfunden wird.

Du musst nicht allein bleiben!

Hochbegabung und Hochsensibilität sind KEIN Fluch, KEINE Last. Sie sind POSITIVE Gaben – etwas Tolles. Sie beinhalten Fähigkeiten und Möglichkeiten, die anderen Menschen nicht zur Verfügung stehen.

Herzlichst
Anne

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Kommentare

23 Antworten

  1. Hallo Community,
    mit Interesse habe ich eure Kommentare gelesen und schließe mich den Aussagen absolut an. Ich w 35 hb/hs bin durchaus zufrieden mit mir, reflektiere regelmäßig und gehe positiv durchs Leben. Doch immer wieder eckt man gnadenlos an und muss sich Gemeinheiten anhören wie „Du bist doch nicht normal“ oder „Du bist überhaupt nicht erwachsen“ oder „Du denkst du bist was Besseres“. Ganz im Gegenteil, ich bin so normal wie jeder andere, nur eben auf meine Weise. Es ist erschreckend wie viele Menschen engstirnig durch die Welt gehen und krampfhaft an Wunschvorstellungen und überholten Idealen hängen. Inzwischen habe auch ich resigniert und erst letzte Woche wieder eine noch frische Partnerschaft beendet, bei der sich aber schon dasselbe Dilemma abzeichnete.
    Man hat es irgendwann satt auf Grund von Borniertheit als Sündenbock herhalten zu müssen, nur damit andere ihr Ego kitzeln können und bleibt dann lieber allein oder stellt sich dumm (wie bei Michael). Natürlich positionieren wir HB/HS´ler uns mit solch einer Denke automatisch im Randgebiet und wirken wie die Außenseiter. Aber was macht das denn für einen Unterschied, der sind wir so oder so. Wenn ICH es aber so entscheide, kann ich meinen Frieden damit machen und mich auf wirklich sinnvolle Projekte/Dinge konzentrieren, anstatt meine Kraft in einen nie endenden Selbstwert-Verteidigungskampf zu stecken.

  2. Ich bin auch seit 10,5 Jahren Single, weil mich dieses Mittelalterdenken der Männer und auch generell die Ablehnung vieler Menschen einfach nur nerven oder mich traurig machen. Dann ziehe ich mich zurück, obwohl ich gern mit Menschen zusammen wäre. Man gilt als Außenseiter und selbst von meiner Mutter werde ich als krank bezeichnet und sie hat mir ganz andere unschöne Dinge an den Kopf geworfen, einfach weil sie mich nie verstanden hat. Man kämpft gegen Stahlwände, wenn man sich erklären will..die begreifen einfach nichts. Aber ja , wie denn, sie haben eben dieses Verständnis nicht und werden es auch nie entwickeln. Dann fühle ich mich allein (gelassen). Ich habe sogar auf meine Erfolge verzichten wollen, um diese Leute endlich glücklich zu machen…es ist mir nicht gelungen. Bin in Spielsucht geraten, weil ich kein Geld mehr haben wollte, um Liebe zu erlangen. Ich dachte, wenn ich nicht so erfolgreich im Leben bin, haben die nichts auf was die bei mir neidisch sein müssen, aber die finden immer was…also hab ich mich aus dem emotionalen Loch in was ich mich da rein manövriert habe auch selbst wieder befreit, in dem ich diese Menschen, die ich ja liebe, doch nun gehen lassen habe…ist mir unheimlich schwer gefallen, es ist ja Mutter und Bruder..aber ich habe Hausverbot…das Leben zwingt mich also auch Abstand von ihnen zu nehmen…also habe ich wieder alles allein bewältigt und habe wieder Erfolg!

    Das Leben liebt mich…deshalb DARF ich das Glück haben und bin auch sehr sehr dankbar dafür. Um so besser geht es mir wieder…ich habe meinen Vater wieder gefunden, der mir mein Glück gönnt und dies auch auszudrücken vermag. Er freut sich mit mir…und das gibt mir ein gutes Gefühl. Ich habe mich aus einer Mobbing-Situation auf Arbeit befreit, bin jetzt bei Kollegen, die mich mögen und sogar mitfühlend mit mir sind. Weil ich nun noch Single bin, kommen sehr herzerwärmende Sprüche…ich merke, man würde mir die Liebe ehrlich gönnen. Und dieses Schritt für Schritt wieder ins Leben finden, macht mich umso glücklicher und vllt ziehe ich dann auch mal den richtigen Mann an…nicht solche, die mich nur als Trophäe sehen, sich selbst vor Freunden aufwerten wollen oder gar ohne Zähne zum Date kommen.
    Ich merke den Fortschritt. Auch in meiner Entwicklung, ich fühle mich auch körperlich dann etwas größer (wahrscheinlich weil ich aufrechter gehe). Und was mir auch bewusst wurde…bisher fühlte ich mich jünger…mit 43 hatte ich das Gefühl noch 38 zu sein, aber das Gefühl hatte eben noch nicht soweit zu sein für etwas…aber jetzt mit 46 fühle ich mich wie ich…ich hab das so empfunden, dass ich auf der Skala an mich herangerückt bin also jetzt bei mir angekommen. Ein herrliches Gefühl. Und mich regen diese Leute nicht mehr auf, die mich nicht verstehen…ich verlasse sie einfach und mache mir keine solchen Gedanken mehr darum. Jeder hat seine Entwicklung…auf seinem Level…und was nicht zusammenpasst, ist eben nicht zusammen. Ich kann gut mit mir alleine sein obwohl ich vieles als langweilig auch empfinde. Ich habe soviel im Leben gemacht (allein), ich weiss, zu was ich im Stande bin, habe aber auch das Prinzip von vielem erkannt…jede Stadt ist 3 Mal abgebrannt oder wurde von der Pest heimgesucht, ich brauche also nicht die 4. Stadt nun anzusehen…ich bin unzählige Male im Kabarett gewesen, die Gags sind immer die gleichen, egal in welchem Ort…alles ähnelt sich.
    Die Botanischen Gärten pflegen die gleichen Pflanzen, die Tiere im Zoo sind die gleichen…die Urlaubsreisen sind ähnlich…leider reizt mich da nichts mehr…es gibt nicht wirklich was neues auf dieser Welt und manchmal wünschte ich, ich wäre etwas dümmer. Ich würde so gerne wieder Bauklötze staunen und jmd mit offenem Mund zuhören…das ist das, was mich zur Zeit wieder etwas auf den Boden der Tatsachen setzt.

    1. Hallo liebe Katja,
      ich habe deinen Erfahrungsbericht auf OpenMind gelesen und fand ihn sehr interessant.
      Ich kenne viele Dinge, die du beschrieben hast, ebenfalls.
      Wir sind auch ungefähr im gleichen Alter.
      Hast du Erfahrungen mit Partnerbörsen für hochbegabte/hoschsensible gemacht?
      Wenn du magst, würde ich gerne einmal mit dir sprechen.
      Viele liebe Grüße, Doris

      1. Hallo Doris, hallo Katja, ich kann das voll unterschreiben.
        Mir geht es ganz genauso.
        Gerade treibe ich mich im Netz herum weil ich mich nicht aufraffen kann, irgend etwas in mir hält mir innerlich meine Beine fest und ich kann nicht vorwärts gehen. Diese Selbstzweifel als Kind, Jugendliche und junge Erwachsene wunderbar antrainiert von meiner Mutter, Schulkameraden und Kollegen. Oder auch in der Liebe. Inzwischen bin ich glücklich und zufrieden als Single, Glücklicherweise habe ich eine Tochter, das tut gut, denn dieser Kinderwunsch war in meinen 20- ein schier übermächtig. Aber heute habe ich keinen Grund mehr mich für eine Partnerschaft zu verbiegen. Es ist aber trotzdem traurig zu sehen wie das andere auf die Reihe bekommen, und wenn Single immer wieder jemanden finden. Aber, fuck, die Meisten interessieren mich schlicht nicht. Einfach weil da die Begegnung auf Augenhöhe fehlt. Die wenigen, die Liebe ich dann aus der Ferne, bin dankbar über ihre Freundschaft und genieße die Augenblicke des intellektuellen Austausches. Aber ein wenig körperliche Nähe wäre doch auch schön. Nur einfach so, mit irgend jemandem. Das geht einfach nicht.
        Lasst es auch gut gehen. Vielleicht hilft mit das Schreiben dieses Textes aus meinem aktuellem Tief. Die Seite ist toll und ihr seid es auch

    2. Hallo Katja,

      ja, das Leben dämmert irgendwie vor sich hin, wenn man nicht mit den Menschen gleichen Schlages zusammen ist.
      Ich war 10 Jahre mit einem hochbegabten Mann zusammen. Es war immer was los und es war auch immer lustig.
      Das Leben war ein Geben und Nehmen. Jeder hatte seine Stärken und Schwächen. Das Schöne war, dass er mich gesehen hat und wusste, wer ich war. Das vermisse ich jetzt. Ich bin heute etwas über 50 J. und leben mit jemanden zusammen, von dem ich mich schon längst hätte trennen sollen. Aber das Kind und die Angst vor dem Alleinsein sind der Kitt. Ich arbeite als Beamtin und meine Kolleg:innen langweilen mich.
      Genau das, was du auch beschrieben hast. Immer die Gleichen Gespräche. Nach dem zweiten Satz übertragen sie jedes sachliche Gepräch sofort auf ihre Privatsphäre. In Deutschland interessiert man sich kaum für sachliche Gespräche. Ich finde, dass es in Holland und Österreich anders ist.
      Auch das Miteinander hier ist irgendwie kalt. Wenn man das vorher gewusst hätte, hätte man in jungen Jahren noch andere Akzente setzen können. Ich habe es gelernt, mit den Umständen zu leben. Ich höre schöne Musik, mache Musik, Sport, male, lese viel, etc. Ich muckle so vor mich hin, wie man so schön sagt. Was bleibt einem auch anders übrig. Meine Tochter berate ich so, dass sie ihr Leben selbst aufbauen kann, wenn es so weit ist. Das wird dann hoffentlich im außereuropäischen Ausland sein.
      Viele Grüße, Doris

  3. Ich bin auch hochbegabt und für mich ist es auch einfach nur eine last, menschen empfinden mich als seltsam, nennen mich einen besserwisser, und das sind noch die netten worte. Beziehungen sind fast unmöglich, optisch bin ich brauchbar aber den menschen zu kompliziert, oft höre ich dinge wie: ich kann bei dir einfach nicht mithalten, such dir eine die dich versteht. Das geht seit 13/14 jahren schon so, und die wenigen freunde die ich habe sind noch nicht weggelaufen weil ich gelernt habe mich in den richtigen momenten normal und oder dumm zu stellen. Ja es hat seine vorteile aber die nachteile wiegen schwerer, dass ist nur meine sichtweise, hätte ich einen wunsch frei, dann wäre dieser normal zu sein. Ich bin innerlich verzweifelt weil mich eine wand oft besser versteht als die menschen, ja ich bin oft glücklich meinen projekten nachzugehen, aber lebenslang ohne echte partnerschaft zu sein wollte ich nie, aber es läuft darauf hinaus, ich glaube menschen wie wir hätten in 100 jahren bessere chancen oder auch nicht, vielleicht mag es eine tolle gabe für einige sein, aber für andere ist es eine grausame last.

    1. Das Gefühl kenn ich nur zu gut,ich empfinde es auch oft eher als ein Fluch als ein Segen,wünschte mir auch normal zu sein,das würd vieles leichter machen.

    2. Hallo Michael, da bist du nicht allein. Wenn du noch hier unterwegs bist und Lust auf andere ähnlich verrückte Menschen hast, gib ein Zeichen

  4. Man kann sich noch so sehr bemühen als HSPler/rin….man selber ist nicht das Problem! Das Problem liegt in dieser genormten und oberflächlichen Gesellschaft in Deutschland. Dieser Gesellschaft, wo die Kleingeistigkeit, bei den meisten Menschen, aus fast allen Poren trieft….Ich musste Deutschland verlassen, damit ich besser zurecht komme. Ich finde allerdings auch keinen Partner. Alles immer zu viel und zu kompliziert für die Männer….Einfach wollen sie es haben…..und da gibt es ja Massen an Frauen, die ihnen genau das bieten….und ich meine damit nicht Prostituierte….Warum macht eigentlich keiner mal eine Praxis auf, um den Kleingeistigen Lebenshilfe zu geben…..? Die….müssten mal an sich arbeiten…..Da würde man reich werden….Sorry, aber es ist einfach nur zum Kotzen…die Masse der Gesellschaft ist so unendlich krank…..DAS ist nicht NORMAL…. Eine normale HSPlerin

  5. Doch – Hochbegabung ist genau das: ein Handicap und ein Last. Ich kann es als nichts anderes mehr sehen. Der Artikel beschreibt es ja sehr gut: Man passt nirgends hin, ist anders als die anderen. Gerade Frauen widersprechen in jeder Hinsicht den Erwartungshaltungen. Das betrifft alle Lebensbereiche, von der nahezu aussichtslosen Partnersuche über den Freundeskreis bis ins Berufsleben, wo man permanent mit angezogener Handbremse unterwegs sein muss. Die Möglichkeiten, über die andere nicht verfügen, sind in den allermeisten Fällen theoretisch – sie lassen sich nicht ausschöpfen.

    1. Liebe Julia,

      es Ansichtssache, ob Hochbegabung und Hochsensibilität eine Belastung darstellen, völlig klar. Wir sehen es definitiv nicht so. Für uns sind es schätzenswerte und selbstbewusst lebbare Gaben, denen man sich stellen und mit denen man umgehen kann.
      Natürlich ist die Partnersuche für Menschen mit diesen Gaben nicht einfach, aber wenn man von vornherein ausschließt – es als aussichtslos betrachtet – einen passenden Partner zu finden, wird man auch keinen finden. Die Aussichtslosigkeit, die mancher empfindet, sendet derjenige auch aus und dann wirds ganz sicher nichts mit dem finden und gefunden werden. Die persönliche Akzeptanz des So-Seins, das sich selbst Anerkennen, steht völlig klar vor einer glücklichen Partnerschaft. Sie ist ohne dies schlichtweg nicht möglich.
      Das Hadern mit diesen Gaben oder das Nichtwissen um diese eigenen Gaben sind die Gründe für die angezogene Handbremse im Berufsleben. Wer einmal gelernt hat, dass diese Handbremse gelöst werden kann, wird seine Berufung, eine berufliche Herausforderung und die für ihn/sie passende Arbeitsstelle in einem Umfeld finden, das die Basis für eine blühende berufliche Zukunft werden kann.
      Auch hier gilt nach unseren Erfahrungen und fester Überzeugung: Du hast als hochbegabter und hochsensibler Mensch das Recht auf selbstbewussten Umgang mit Dir. Auch im Kollegenkreis und im Zusammenspiel mit Vorgesetzten. Nicht wie die Axt im Wald, aber eben selbstbewusst. Ohne dieses Selbstbewusstsein kann es nicht funktionieren, die eigenen Fähigkeiten unter Beweis stellen zu können und ohne Beweis dessen, kann keine Anerkennung, kein Erkennen der persönlichen Leistungen im Unternehmen erfolgen.

      All das sind steinige Wege, zugegeben. Aber es lohnt sich, den eigenen Rucksack zu schultern und sich auf den Weg zu machen. Ich zumindest weiß es aus eigener Erfahrung. Erst als ich gelernt habe, dass ich kein Alien bin und anfing, mich so zu mögen, wie ich bin, konnte ich innerlich auf- und durchatmen und sah, dass ein zufriedenes, glückliches Leben möglich ist.

      Alles Liebe für Dich
      Monika

      1. Liebe Monika,

        danke für die Anwort. Meine Erfahrung ist eine ganz andere. Er ist keine Rede von „von vornherein“: Ich versuche seit ca. 15 Jahren bewusst und mit verschiedenen Mitteln, meinen Platz zu finden, habe aber in erster Linie negative Erfahrungen gemacht. Es ist auch überhaupt nicht so, dass ich mich selbst nicht akzeptiere, wie ich bin – ich bin eigentlich recht zufrieden mit mir und finde mich auch gar nicht so exotisch. Das hilft mir nur nicht viel, wenn andere das anscheinend tun.

        Meine Erfahrung ist, dass ich mich selbst so viel akzeptieren kann, wie ich will – es ändert nichts. Ich sehe da keinen Weg, auch keinen steinigen. Und ein „Recht“ auf selbstbewussten Umgang gibt es auch nur in der Theorie.

        Liebe Grüße,
        Julia

        1. Über dieses emotionale Thema ist dein Beitrag lang und deine Art aufrichtig. Du bist mutig und bewusst. Vergeblich suche ich Menschen wie mich, Gleichgesinnte, habe die Hoffnung schon fast verloren. Ich möchte nicht aufdränglich klingen doch habe so viel zu sagen… Solltest du wie ich im Üebermaß enttäuscht und allein sein, dich jedoch weigern oder gar nicht in der Lage sein dich der Paradigmen zu unterwerfen, bitte erzähle mir von dir, bitte investiere in mich.

    2. Liebe Julia. Du sprichst mir aus der Seele. Bin auch weiblich und hochbegabt. Ich finde keinen Partner, weil ich nen Mann nicht dafür anhimmeln kann, dass er ein Mann ist. Ich möchte auch am Ende nicht nur der Rolle als Mutter entsprechen und abgeschnitten sein vom restlichen Leben. Ich verstehe diese ganzen Partnerschaften da draußen nicht und bin daher wohl unbequem. Für die Gesellschaft, besonders aber für den stereotypen Mann.

      1. „… ich verstehe diese ganzen Partnerschaften da draußen nicht …“
        – ich schließe mich den Worten meiner Vorrednerin uneingeschränkt an! :-/

        m/hb/hs

    3. Julia, danke für deine absolut korrekte Beschreibung der Situation. Das hat mich sehr inspiriert:

      „Die Möglichkeiten, über die andere nicht verfügen, sind in den allermeisten Fällen theoretisch – sie lassen sich nicht ausschöpfen.“

      Die Frage ist, warum? Weil man mit einem Verstand, der nur bei ca. 5% der Menschheit zu finden ist, weitaus über dem Durchschnitt der Gesellschaft liegt. Dieser Durchschnitt jedoch definiert und dominiert das Angebot und die Möglichkeiten der Selbstentfaltung.

      Die Situation lediglich „reframen“ zu wollen und auf autosuggestivem Wege zu versuchen, eine Lösung herbeizuführen, hilft einfach nicht. Da muss man sich nichts vormachen. Das Problem ist ja, dass man ab einem gewissem IQ zu intelligent ist, um sich selbst etwas vorzumachen.

      Der Artikel bezieht sich auf Partnerschaften, aber wir wählen unsere Partner aus der Mitte aller Kontakte die wir in unserem Leben aufbauen. Das Problem ist nicht die Partnerschaft. Die Schwierigkeit liegt bereits darin, Gleichgesinnte zu finden, unabhängig von der Art der Beziehung.

      Carl Gustav Jung hat es richtig erkannt: „Einsamkeit kommt nicht davon, keine Menschen um sich herum zu haben, sondern davon, unfähig zu sein, die Dinge zu äußern, die einem wichtig sind oder seine eigenen Standpunkte zu vertreten, die andere als unzulässig finden.“

      Ich sehe es exakt genauso. Ich bin mit mir persönlich sehr zufrieden, weil ich den Mut habe, meine Natur auszudrücken, wie sie ist. Aber ich empfinde es als sehr belastend, (so gut wie) niemanden zu haben, mit dem ich das teilen kann – unabhängig von der Natur der Beziehung.

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