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Essentials: Neurodivergenz
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Autoren
Anne Heintze
Harald Heintze
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Der einzige Ort, an dem Neurodivergenz nicht erklärt werden muss – hier wird sie gefeiert, verstanden und zur Quelle deiner größten Stärke gemacht. Für alle Menschen, die anders besonders sind.
Bilderdenken: Wenn dein Gehirn in Bildern statt in Worten denkt
Warum visuell-räumlich begabte Menschen sich oft für langsam halten, obwohl ihr Geist mit enormer Geschwindigkeit arbeitet:
Du weißt manchmal genau, was du meinst, und trotzdem fehlen dir die Worte? Du verstehst Zusammenhänge sofort, wenn du sie dir bildlich vorstellst, aber schriftliche Erklärungen kosten dich überproportional viel Zeit? Dann bist du vielleicht ein Bilderdenker. In diesem Artikel erfährst du, was hinter diesem besonderen Denkstil steckt, warum er so oft missverstanden wird und wie du deine Stärken als Bilderdenker wirklich entfalten kannst.
Eine Frau kam zu mir ins Coaching. Hochbegabt, hochsensibel, voller Potenzial. Und doch trug sie jahrelang die Überzeugung mit sich, dass sie dumm sei. Alle anderen in ihrer Familie, so war sie überzeugt, dachten klar und strukturiert. Nur sie irgendwie nicht.
Was sie nicht wusste: Sie dachte nicht weniger gut. Sie dachte einfach anders. In Bildern, Räumen und Verbindungen, die sie nicht ohne Weiteres in Worte fassen konnte. Als ich ihr erklärte, was visuell-räumliches Denken bedeutet, was es leisten kann und warum es in unserem sprachzentrierten Bildungssystem so oft übersehen wird, kamen ihr die Tränen.
„Ich bin nicht dumm. Ich denke nur anders.“ Dieser Satz hat etwas in ihr gelöst, das lange festgehalten hatte. Er hat sie zu sich selbst zurückgebracht. Zu einem Teil von ihr, den sie nie verloren hatte, den sie aber nie wirklich sehen konnte.
Sie erkannte sich als das, was sie immer war: ein buntes Zebra. Anders als die Herde, aber deshalb nicht weniger wertvoll, sondern auf eine ganz besondere Weise begabt.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl. Vielleicht hast du dich auch schon gefragt, warum andere so scheinbar mühelos in Worte fassen, was dir als komplexes inneres Bild vor Augen steht. Dieser Artikel ist für dich.
Rechts, links und was die moderne Neurowissenschaft sagt
Du hast sicher schon von der linken und rechten Gehirnhälfte gehört. Die traditionelle Vorstellung: Die linke Hälfte denkt analytisch, logisch und sprachlich, die rechte kreativ, intuitiv und bildlich. Dieses Modell war jahrzehntelang populär, und es enthält durchaus einen wahren Kern.
Die heutige Forschung zeichnet jedoch ein deutlich nuancierteres Bild. Beide Gehirnhälften arbeiten bei fast allen Aufgaben eng zusammen. Es gibt gewisse Tendenzen zur Spezialisierung: Die linke Hemisphäre ist häufig stärker an der Sprachverarbeitung beteiligt, die rechte eher an räumlichen Aufgaben. Diese Aufteilung ist aber nie absolut. Das Gehirn ist ein hochvernetztes System, das sich flexibel anpassen kann.
Die vereinfachte Vorstellung von „rechts“ und „links“ ist eine Metapher, keine neurobiologische Tatsache. Als Metapher aber kann sie hilfreich sein. Sie gibt uns eine Sprache, um unterschiedliche Denkstile zu beschreiben, wertzuschätzen und im Alltag besser zu verstehen.
Wenn wir vom Bilderdenken sprechen, meinen wir deshalb nicht, dass du ausschließlich deine rechte Gehirnhälfte nutzt. Wir beschreiben eine Tendenz, Informationen bevorzugt visuell und räumlich zu verarbeiten. Dein gesamtes Gehirn ist daran beteiligt, auch wenn bestimmte Regionen dabei besonders aktiv sind.
Was Bilderdenken wirklich bedeutet
Bilderdenker nehmen die Welt in inneren Bildern, Räumen und Szenen wahr. Wo andere Menschen zuerst Worte oder Zahlen denken, entsteht bei dir ein inneres Kino. Du „siehst“ Zusammenhänge, bevor du sie erklären kannst. Du rotierst Objekte im Kopf, erkennst Muster auf einen Blick und verstehst komplexe räumliche Aufgaben intuitiv.
Was für dich selbstverständlich ist, kann für andere schlicht unmöglich sein: Würfel mental zusammensetzen, Karten lesen, architektonische Strukturen erfassen, Szenarien vollständig durchspielen, bevor auch nur ein Wort gesprochen wurde.
Das Problem entsteht nicht in deinem Kopf. Es entsteht in dem Moment, in dem du deine Bilderwelt in Worte übersetzen musst. Genau das kostet dich Zeit. Du übersetzt einen inneren Prozess, der in Sekundenbruchteilen abläuft, in eine Sprache, die diese Geschwindigkeit schlicht nicht abbilden kann.
Für andere sieht das wie Langsamkeit aus. In Wirklichkeit bist du gerade damit beschäftigt, eine hochkomplexe Übersetzungsleistung zu erbringen. Niemand würde einen mehrsprachigen Menschen als langsam bezeichnen, weil er kurz überlegt, bevor er antwortet. Bei Bilderdenkern ist es ähnlich.
Erkennst du dich? Typische Merkmale von Bilderdenkern
Auch wenn die Wissenschaft noch keine standardisierten Tests für Bilderdenken entwickelt hat, zeigen sich in der Praxis immer wieder dieselben Muster. Je mehr der folgenden Beschreibungen auf dich zutreffen, desto wahrscheinlicher ist Bilderdenken dein bevorzugter Denkstil.
Bin ich ein Bilderdenker? Prüfe, ob du dich erkennst:• Du bevorzugst Grafiken, Tabellen und Bilder gegenüber reinen Textbeschreibungen. • Du kannst dir gut vorstellen, welchen Weg du im Supermarkt gehst, aber Einkaufslisten auswendig zu merken fällt dir schwer. • Geometrie war in der Schule einfacher für dich als andere Mathematikbereiche. • Bildanalogien meisterst du schnell, aber Sprachtests kosten dich überproportional viel Energie. • Du liest eher langsam, weil du Worte innerlich in Bilder übersetzen musst. • Auswendiglernen liegt dir nicht. Du willst Zusammenhänge verstehen, keine Fakten speichern. • Du hast ein ausgezeichnetes Gedächtnis für Bilder, Szenen und Orte, aber gesprochene Anweisungen vergisst du schnell. • Zeitdruck bei Tests bringt dich regelmäßig aus dem Gleichgewicht, obwohl du den Stoff eigentlich beherrschst. • Zeichnen, Gestalten und visuelle Medien sprechen dich stark an. • Du weißt oft mehr, als du in Worte fassen kannst. Das ist keine Schwäche. Das ist dein Denkstil. Je mehr Punkte auf dich zutreffen, desto ausgeprägter ist dein visuell-räumlicher Denkstil. |
Erkennst du dich in vielen dieser Punkte wieder? Das ist kein Makel und kein Defizit. Es ist deine individuelle Art, die Welt wahrzunehmen und zu verarbeiten. Jeder Denkstil bringt seine eigenen Stärken mit sich, und der visuelle ist einer der faszinierendsten.
So erlebst du als Bilderdenker deine Welt
Die Stärken von Bilderdenkern sind beeindruckend. Du hast sehr wahrscheinlich eine ausgeprägte Fähigkeit zum kreativen, ganzheitlichen Denken. Du erkennst Zusammenhänge, die anderen verborgen bleiben. Du erfasst komplexe Systeme intuitiv, navigierst visuelle Räume mühelos und entwickelst Ideen aus einer Perspektive, die andere schlicht nicht einnehmen können.
Viele der Menschen, die unsere Welt mit Erfindungen, Kunst und ungewöhnlichen Lösungen bereichert haben, waren ausgeprägte Bilderdenker. Einstein beschrieb sein Denken als visuell und musikalisch, kaum sprachlich oder rechnerisch. Tesla konstruierte ganze Maschinen in Gedanken, lange bevor er sie zu Papier brachte.
Gleichzeitig bringt dieser Denkstil echte Herausforderungen mit sich. In einer Welt, die stark auf Sprache, sequentielle Informationsverarbeitung und auditive Anweisungen ausgelegt ist, kommst du als Bilderdenker strukturell ins Hintertreffen. Tests mit Zeitdruck, auswendig gelernte Fakten, mündliche Erklärungen ohne visuelle Unterstützung: Das sind Situationen, in denen dein Gehirn nicht optimal arbeiten kann. Das bedeutet nicht, dass du weniger intelligent bist. Es bedeutet, dass das System nicht für dich gebaut wurde.
Besonders viele hochsensible und hochsensitive Menschen sind ausgeprägte Bilderdenker. Sie nehmen ohnehin mehr wahr als andere. In ihrer Bilderwelt kommen dann noch mehr Details, mehr Eindrücke, mehr Verbindungen hinzu. Das kann sich überwältigend anfühlen: zu viel Licht, zu viele Bewegungen, zu viele gleichzeitige Eindrücke auf einmal. Aber es macht dich auch aufmerksamer, fantasievoller und kreativer als viele andere.
Deine hohe Sensibilität kann manchmal eine Herausforderung im Umgang mit anderen sein. Sie macht dich aber auch zum aufmerksamsten Menschen im Raum. Das ist ein Geschenk, auch wenn es sich nicht immer so anfühlt.
Was dir und anderen Bilderdenkern wirklich hilft
Wenn du selbst ein Bilderdenker bist oder mit bilderdenkenden Menschen arbeitest oder lebst, dann lohnt es sich, die Umgebung anzupassen. Nicht den Menschen.
Konkrete Ansätze im Umgang mit Bilderdenkern:• Nutze Visualisierungen: Schreibe auf, zeichne, arbeite mit Mindmaps, Flipcharts und Whiteboards. • Mündliche Impulse sollten immer auch visuell verfügbar sein. • Setze Bildtools ein: Fotokarten, Metaphernkarten, Biografiekarten, Collagen. Bilderdenker können Gefühle und Themen oft treffsicherer in Bildern ausdrücken als in Worten. • Gib ausreichend Zeit. Zeitdruck blockiert genau die Stärken, die Bilderdenker mitbringen. • Vermeide zeitbegrenzte Tests, wann immer es möglich ist. • Arbeite mit Tagebüchern oder visuellen Journals für Reflexion und persönlichen Transfer. • Nutze Bücher mit Illustrationen, Infografiken und visuellen Strukturen. |
Für Eltern bilddenkender Kinder gilt dasselbe: Wenn dein Kind lieber baut als schreibt oder lieber zeichnet als erklärt, ist das kein Zeichen von Faulheit oder Unreife. Es ist ein Hinweis auf einen besonderen Denkstil, den es zu verstehen und zu fördern gilt.
Wir alle werden vom beachtlichen Intellekt visuell begabter Menschen profitieren, auch auf gesellschaftlicher Ebene, sobald wir ihre besondere Fähigkeit besser erschließen: Probleme zu erkennen und sie auf neue, kreative Arten zu lösen.
Du bist nicht dumm. Du bist anders.
Viele Bilderdenker tragen jahrelang die Überzeugung mit sich, dass mit ihnen etwas nicht stimmt. Sie haben in der Schule gehört, dass sie langsam sind. Ihre Stärken wurden nicht gesehen. Ihr Denken wurde als schwerfällig oder unkonzentriert bewertet.
Ein Kind, das oft genug gehört hat, es sei nicht intelligent, glaubt das irgendwann. Dieser Glaube hält sich manchmal bis weit ins Erwachsenenleben. Dabei ist er schlicht falsch.
Die Wahrheit ist eine andere: Du bist hochintelligent, sensibel und kreativ. Du hast eine besondere Art, Zusammenhänge zu erfassen und die Welt zu durchdenken. Du hast vielleicht eine Schwäche im auditiven oder sequentiellen Lernen, weil dein Gehirn einfach anders organisiert ist. Aber das ist in Ordnung. Du bist kein defekter Normaldenkender. Du bist ein außergewöhnlicher Bilderdenker. Und das ist ein entscheidender Unterschied.
Manchmal hilft es, diesen Weg nicht allein zu gehen. Viele ungeklärte Lebensthemen und innere Hemmschwellen entstehen aus dem jahrelangen Missverstanden-werden.
Wenn du herausfinden möchtest, ob Hochsensibilität oder Hochbegabung dein Denken prägen, findest du auf hochix.com kostenlose Onlinetests, die dir einen ersten Einblick geben.
Dein Denken ist kein Fehler
Du denkst in Bildern, und das ist eine Stärke. Dein Gehirn verarbeitet die Welt auf eine Weise, die viele andere sich nicht vorstellen können. Erkenne diese Gabe an, lerne, sie zu nutzen und sei fair zu dir selbst. Du hast alles, was du brauchst, um außergewöhnlich zu sein. Du bist es bereits.
Herzlichst
Anne
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Anne Heintze
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40 Kommentare
In Bildern denken ist auch in Branchen, die eher der linken Hirnhälfte samt dem logischen Denken zugeordnet werden – wie der Informatik – nicht unbedingt ein Nachteil. Ich habe den Eindruck, dass ich gerade dadurch in der Softwareentwicklung eine klaren Vorteil anderen gegenüber habe: Ich kann dadurch komplexe Sachverhalte ganz anders bis in kleinste Details erfassen, abspeichern und Inkonsistenzen oder Fehlendes erkennen. Für mich sind das Informationsnetze, die ich bewusst als solche verarbeite – wie Straßenkarten, bloß mehrdimensional.
Jetzt verstehe ich das System, nach dem mir was liegt, oder eben nicht.
Ich werde mich nie wieder quälen, Informationen theoretisch zu verarbeiten – schriftlich-visualisierend denken rockt viel besser (MindMaps, Pro-/Contra-Listen).
Aber jetzt verstehe ich auch die Nachteile des Bilderdenkens – und die Notwendigkeit, dem Bilderdenken gerecht zu werden sowie Richtung zu geben.
Ich bin mit meinen 44 in einer Sackgasse angekommen, was wohl viel mit meinem Bilderdenken zu tun hat. Der Weg raus führt über besseres „inneres Bildermanagement“, da bin ich mir sicher!
GIBT ES WEITERE METHODEN, EFFEKTIVER IN BILDERN ZU DENKEN BZW. DIE INNEREN BILDER BESSER ZU MANAGEN?
GIBT ES SINNVOLLE VISUALISIERUNGSTECHNIKEN FÜR’S BILDERDENKEN?
GIBT ES BÜCHER DARÜBER?
Jetzt verstehe ich, was mir an EBooks fehlt (sehr begrenzter visueller Ausschnitt) und warum ich Schuhe so liebe (schöne Dinge/Design allgemein), warum Katzen kraulen so toll ist (man sieht ihnen den Genuss an), warum mir die Softwareentwicklung und -programmierung liegt (denken in Informationsnetzen) und dagegen die HTML-/CSS-Programmierung nervig ist (kein Denken in Netzen), warum mir Filmküsse unerträglich sind (ich sehe & nehme wahr, dass es zu 99% nicht zusammenpasst = Hochsensitivität), warum es mir so schwer fällt etwas aus dem Nichts zu erschaffen (kein initiales Bild/Informationsnetz, das ich auf Fehlendes & Inkonsistenzen optimieren/aufbauen kann), warum ich eher an Landschaften als an Menschen hänge, was ich an Apple so schätze, bei welchen Menschen ich mich wohl fühle, …
Jetzt weiß ich endlich, wo/wie ich Zufriedenheit in der Arbeit suchen/finden kann!
Jetzt weiß ich, was mich (mein Gehirn) glücklich macht – Bilder & Informationsnetze!
Habe hier im Blog und den YouTube-Videos schon viel interessantes – v.a. hilfreiches ! – gefunden 🙂
Danke für all diese Informationen,
Danke für eure Arbeit hier bei der Open Mind Akademie,
insbesondere an Anne Heintze 🙂
fast alles Trift auf mich zu einiges nur zum teil aber nix Trift Garnichts auf mich zu ich sehe die Tänzerin in Uhr Zeiger sin und sehe garnicht das sie sich in die andere Richtung dreht aber ich konnte mich in der Grund schule sergewelt und erwachsen ausdrücken aber wie ich dann in die neue schule kam musste ich das immer erklären und spräche jetzt wie jeder andre in meinen alter das ich mich früher so anders aus gedrückt habe lag daran das ich als ich klein war fast nur unter erwachsenen war aber dinge auswendig zu lehnen fehlt mir Schwer und ich habe LRS dar ich ja anscheinend mit der rechten Gehirn hälfte denke was soll ich jetzt mach ( ich bin 14 )
Hallo Jörg,
wenn beide Richtungen gesehen werden, ist das Verhältnis relativ ausgewogen.
Viele Grüße aus der OMA
Ich merke das ich durchaus mit allen oben genannten Merkmalen mich ähnel, aber denke nicht, dass das gleich bedeutet, dass ich Hochbegabt bin. Ich habe in letzter zeit wirklich sehr oft Probleme meine Gedanken in Sprachliche Worte zu fassen und das was mich am meisten aufregt ist meine hohe sensibilität die mich auf der HAUPTSCHULE in den wahrnsinn getrieben hat! seit meinen 10. lebensjahr bin ich (nach der Schule und sonstiegen WICHTIEGEN Aktivitäten) nonstop in meinem Zimmer am Computer. Ich spiele nichts, ich chatte nicht, ich habe keine richtigen Freunde und Unternehme überhaupt nichts. Was ich am Computer mache? Alles was mit Grafik zutun hat. Mein erstes „spannende“ Thema waren websites… dann wurde es mir nach einer zeit langweilig und Video was das nächste (visuell effects, viel mit greenscreen (greenbox)… ich ignurirte sehr oft die schule, schaffte es aber jedoch zu meinem Realabschluss (2,2 Notendurchschnitt in der 10. Klasse und ja es gibt Hauptschulen wo man ein Realschulabschluss schaffen kann ( mindestens ein a kurs und der Notendurchschnitt ist grundgebend um zugelassen zu werden) jetzt bin ich auf der Berufsschule Fachoberschule Gestaltung mit schlechte noten in Mathe, Deutsch und Englisch aber Fachtheorie und Reli liegen mir… ich falle auch sehr oft in ein „tiefes Loch“ (Depression) was meinen Eltern schon schwer auf den nerven geht.
Ich wurde schon getestet aber habe mein Ergebnis nie erfahren (war glaub ich mit 5 Jahren).
Mein lebenslauf hört sich zwar nicht so schlecht an, aber in der FOG ist denke ich Endstation weil ich glaub ich nicht in die 12. zugelassen werde.
Worauf ich hinaus will ist: wenn das wirklich stimmen sollte, kommt es für mich und mein Leben zuspät. Selbst wenn ich die schule schaffen würde, wüsste ich nicht wie ich im richtigen leben mit so einer „last“ klar kommen würde.
Alle behaupten das ich schon mein Weg gehen werde. Den ist nicht so. ich bin so weit, dass ich sogar über —— nachdenke. Werde es aber nicht durchziehen, das leben ist wertvoll, aber es schießen mir immer wieder tränen in den Augen wenn ich darüber nachdenke und was für folgen das hätte..
17 jahre alt
hasse Fußball und oft Kontakt mit Menschen mittlerweile
ich habe tatsächlich viel humor und bin mindestens einmal am tag glücklich und hab gute laune, warum weiß ich nicht.
Ich hasse Alkohol wie die pesst. Es ist in meinem Augen eine Droge worüber die Menschheit viel zu oft die Kontrolle verliert. Die Menschheit ist ja leider so ab gestumpft das sie mittlerweile Drogen brauch um spaß zu haben….
Jetzt sagt mit mal wer mit so einer Denkweise im leben weiterkommt, sie zu ändern habe ich schon oft versucht.
P.s. Ich würde mir nie etwas antun, ich bin schlicht und weg unglücklich und verarbeite das mit Musik, Kunst und Einfaches nachdenken/ heulen (aber heimlich, und ja ich bin ein Junge)
war schön das loszuwerden und ich finde diesen Artikel sehr interessant und es tut mir leid wenn ich irgendjemanden blöd komme. Ich werde diese Website wolmöglich nie wieder besuchen. habe sie durch zufall gefunden und musste das einfach mal loswerden. Kann ruig gelöscht werden und sorry für mein schlechte Deutsch.
M, deine Worte berühren mich sehr. Vielleicht, weil es meiner Tochter ähnlich geht. Du bist klug und weit für dein Alter. Anders sein als die Masse, dazu in deinem Alter und als Mann, du hast es wirklich sehr schwer und ich kann deine Einsamkeit nachempfinden. Zum Glück outen sich immer mehr in FB-Foren, Mann findet dort zueinander. Berufliche Biografien entwickeln sich über viele Jahre, Kunst bietet viele Möglichkeiten und es wird vielleicht recht lange dauern aufgrund der Vielfältigkeit, doch deine innere Stabilität wird dir helfen. Vielleicht lässt du dich irgendwann von einem Coach unterstützen, ich habe damit (leider erst in alten Jahren) gute Erfahrung gemacht
Ein schöner Text. Ich selber habe in den letzten Jahren viel mit Hochbegabten und/oder Hochsensiblen Kindern gearbeitet und es war eine Bereicherung.
Mein eigenes Leben wurde durch meine besondere Art der Auffassung schon immer geprägt, als Kind ohne das Wissen, dass es bei den anderen ANDERS ist.
Danke für diesen schönen Text 🙂
Maren