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Essentials: Neurodivergenz
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Anne Heintze
Harald Heintze
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Der einzige Ort, an dem Neurodivergenz nicht erklärt werden muss – hier wird sie gefeiert, verstanden und zur Quelle deiner größten Stärke gemacht. Für alle Menschen, die anders besonders sind.
Spirituelles Erwachen: Symptome und Anzeichen, dass es dir geschieht
Warum Hochbewusstsein kein Ziel ist, sondern ein Prozess voller Schwellen:
Im Internet kursiert eine Liste nach der anderen. Symptome für spirituelles Erwachen, Zeichen für Hochbewusstsein, Hinweise auf Erleuchtung. Vieles davon beschreibt nur den normalen Reifungsprozess vom unreifen Jugendlichen zum bewussten Erwachsenen. Wer wirklich an der Schwelle steht, erkennt anderes wieder. Dieser Beitrag begleitet dich durch die Phasen, die wir gehen können, wenn wir uns dem spirituellen Erwachen nähern.
Spirtuelles Erwachen ist kein Etikett
Spirituelles Erwachen ist kein Begriff, den man sich zulegt wie eine neue Marke Tee. Es ist eine Bewegung, die in dir geschieht, oft ohne deine bewusste Zustimmung. Du wachst eines Morgens auf und merkst, dass dich vieles weniger berührt als gestern. Du fragst dich, ob du noch dieselbe Person bist wie vor zwei Jahren.
In meiner Arbeit mit Menschen begegne ich diesem Thema seit Jahrzehnten. Den vollständig erwachten Zustand nenne ich Hochbewusstsein, weil das Wort Erleuchtung so vorbelastet ist, dass es bei vielen mehr Bilder erzeugt als Klarheit. Hochbewusstsein bedeutet, dass du wahrnimmst, ohne dich dabei festzuhalten. Du bist in der Welt, aber nicht mehr verwickelt mit jedem ihrer Fäden.
Wie lange so eine Entwicklung dauert? Sie kann sehr schnell gehen oder sich über Jahrzehnte ziehen. Manche Menschen werden von einem einzigen Erlebnis erfasst, das alles verändert. Andere tragen Jahr für Jahr eine kleine Schicht nach der anderen ab, bis am Ende ein klarer Mensch übrig bleibt.
Bedenke: Nicht alles, was im Internet zu spirituellem Erwachen kursiert, entspringt eigener Erfahrung. Manches ist gut gemeint, manches verkauft. Mit den folgenden Zeilen möchte ich ein paar Missverständnisse glätten, die mir in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder begegnet sind.
Jeder ist erwacht, nur der Grad der Realisierung unterscheidet sich
Nach der Erleuchtung bist du vollständig erwacht und lebst im sogenannten Hochbewusstsein. Davor gibt es viele Abstufungen eines wachsenden, wachen Bewusstseins. Erwachen ist der Prozess, bei dem wir immer bewusster werden. Erleuchtung ist ein einzigartiges Ereignis, bei dem wir mit voller Wucht in das Hochbewusstsein geschleudert werden.
Bleiben wir dort, sind wir erwacht. Die meisten gleiten jedoch nach und nach wieder in das normale Bewusstsein zurück. Es bleibt jedem selbst überlassen, bei wie viel Prozent er sich schon als erwacht erlebt oder nicht.
Es gibt also die Zeit vor der Erleuchtung und die Zeit danach. Beide Phasen haben ihre eigenen Symptome sowie eigene Gesetzmäßigkeiten. Im Folgenden geht es um die Zeit davor, denn in dieser Phase leben die meisten Menschen.
Spontan oder bewusst gesucht: zwei Wege zur Erleuchtung
Es macht einen großen Unterschied, ob das Erwachen spontan und unvorbereitet geschieht oder ob du jahrelang danach gestrebt hast. Für die spontane Erleuchtung kann es keine Symptome geben, sie geschieht ohne Ankündigung. Wer sie erfährt, steht oft erst einmal sprachlos vor dem eigenen Leben. Das ist ein eigenes Thema, vor allem der Umgang danach.
Wer den Weg bewusst sucht, durch Meditation, durch Selbsterforschung, durch echte Begegnungen mit Menschen, die diesen Weg kennen, wird typische Anzeichen wahrnehmen, lange bevor die Schwelle erreicht ist. Diese Anzeichen erscheinen meist in einer bestimmten Reihenfolge. Nicht jedem Menschen zeigen sie sich in derselben Stärke, doch das Muster wiederholt sich.
Verlust alter Werte und neue Leichtigkeit
Irgendwie werden Dinge weniger wichtig. Du erlebst dich als lockerer und bist entspannter. Du musst dafür nichts direkt tun, denn das ist das Ergebnis deiner bisherigen Bemühungen. Meditation, Selbsterfahrung oder Therapie haben Spuren hinterlassen, du hast gelernt und lässt nun Altes los. Deine Konditionierungen beginnen sich zu lockern.
Dieses Gefühl ist erst einmal angenehm. Was dich früher tagelang beschäftigt hat, hat plötzlich keine Macht mehr. Streit gleitet an dir ab. Erwartungen anderer Menschen verlieren ihre Schärfe. Du atmest ruhiger und bemerkst, dass es Tage gibt, an denen du innerlich mehr Raum hast als sonst.
Ahnungsvolle Vorfreude auf etwas Neues
Weil das Alte seine Macht verliert, öffnet sich ein neuer Raum. Dieser Raum ist noch nicht zugänglich, du merkst nur, dass vor dir etwas liegt, das größer ist als alles bisher Gekannte. Es kann sein, dass du dich grundlos freust und Lust hast, Dinge anders zu machen oder Neues auszuprobieren.
Das ist nicht die Euphorie des Verliebtseins und auch nicht die Erleichterung nach einer durchgestandenen Krise. Es ist eher eine leise Ahnung, dass dein bisheriges Leben nicht der Endpunkt ist, sondern Material für etwas, das noch nicht zu sehen ist. Manche Menschen wechseln in dieser Phase den Job, fangen ein Studium an oder beginnen, Kontakt zu Menschen zu suchen, die anders ticken als ihr bisheriges Umfeld.
Zweifel als Begleiter
Es ist ja ganz nett, wenn alles leichter wird. Doch du beginnst zu zweifeln, wo das Ganze hinführt. Die Anfangseuphorie schwindet, Altes entgleitet dir aus den Händen. Du siehst Dinge mit anderen Augen und passt daher nicht mehr ganz in das Bild, das einige Menschen von dir haben.
In dieser Phase spüren viele zum ersten Mal, dass Erwachen einen Preis hat. Wenn du weiter loslässt, könntest du bestimmte Menschen verlieren, vielleicht deinen Job, vielleicht die Kontrolle. Genau hier zeigt sich, wie viel Urvertrauen wirklich da ist. Wer sich jetzt zurückzieht, hat nichts falsch gemacht. Wer weitergeht, betritt unbekannteres Land.
Angst, weil die Schwelle nah ist
Bist du bereit gewesen, bis hierher zu gehen, begegnet dir jetzt echte Angst. Die Schwelle der Erleuchtung ist nahe. Du spürst den Sog deiner stärksten Sehnsucht und weißt irgendwie, dass alles anders sein wird, wenn du jetzt nicht umkehrst. Du wägst ab, was du bereit bist zu verlieren: deinen Beruf, dein soziales Umfeld, deine Freunde, ein bestimmtes Selbstbild.
Auf der einen Seite ahnst du wahren Frieden, ein Nachhausekommen in deine eigene Natur, ein Einswerden mit dem Göttlichen, dem Absoluten. Auf der anderen Seite hast du Angst um den Verlust deiner geliebten Katze, deines Partners, deiner Zugehörigkeit. Beide Seiten sind real. In dieser Phase haben sie ihren Platz.
Panik, weil 99 Prozent nicht genügen
Du spürst, erst wenn du bereit bist, alles aufzugeben, kannst du spirituelles Erwachen erfahren. Kurz vor der Schwelle macht sich Panik breit, denn jetzt kommt es wirklich darauf an. Neunundneunzig Prozent genügen nicht, das ist dir nun klar.
Dir wird bewusst, dass die letzte Entscheidung ansteht. Bin ich bereit, meinen Körper und meinen Verstand loszulassen, alles zu verlieren? Auch dieses Ich, das mich bis hierher gebracht hat? Bin ich bereit, dem Menschen adieu zu sagen, der ich bisher war? Im vollen Bewusstsein der Möglichkeit, dass nichts mehr von der bisherigen Welt verfügbar ist, so wie ich sie kannte? Ja, du bist bereit. Du bist Gast auf deinem eigenen Begräbnis und lässt vollkommen los.
Erleuchtung im Nichts
Und dann geschieht: nichts. Panik und Angst sind verschwunden, Zweifel und Vorfreude sind weg. Es ist nur still. Auf eine Art und Weise, wie du es nie zuvor erlebt hast. Du müsstest dich wundern oder freuen. Du müsstest überrascht sein oder erleichtert. Doch DU bist nicht mehr da.
Dieses Nichts ist nicht leer im Sinne von kalt oder taub. Es ist die natürliche Ruhe dessen, was übrig bleibt, wenn die Anstrengung des Identifizierens aufhört. Viele Menschen sehnen sich ihr ganzes Leben nach diesem Zustand, ohne ihn benennen zu können. Sie suchen ihn in Beziehungen, in Karrieren, in besonderen Erlebnissen. Er kommt dort manchmal in winzigen Momenten zu Besuch. Vollständig zeigt er sich erst, wenn das Ich seine Hand davon lässt.
Reines Bewusstsein, Hochbewusstsein und das freie ICH
Dennoch hebst du den Arm. Dennoch bewegt sich der Körper, werden Gedanken gedacht, Gefühle gefühlt und Worte gesprochen. Langsam dämmert, dass das Einzige, was verloren gegangen ist, die Identifikation ist. Die Identifikation mit dem Ich.
Denken findet weiter statt. Doch das, was du jetzt bist, erlebt es nicht mehr als SEIN Denken, SEINE Gefühle, SEINE Worte, SEINEN Körper. Alles ist wie früher und nichts ist mehr, wie es einmal war. Losgelöst von jeglicher Anhaftung fließt dieses freie DU mit dem Strom des Geschehens. Kontrolle kehrt zurück, doch nicht mehr zu dir. Angst weicht, aber nicht mehr von dir.
Klare Sicht und ein Weg, der beim Gehen entsteht
Als freies ICH hast du klare Sicht auf alles und gehst den Weg, der beim Gehen erst entsteht. Kein Plan mehr, dem du folgen müsstest, keine Erwartung, die zu erfüllen wäre, keine Sehnsucht mehr, die zieht, kein Druck mehr, der beschwert.
Leicht wie eine Feder und stabil wie ein Berg, voller Dankbarkeit bist du im vollen Umfang das, was du immer schon warst. Bewusstsein, verkörpert als Mensch. Solange du mit diesem Körper lebst, trägst du den Mantel des Ichs, die Maske der Person und bist Teil von Liila, dem göttlichen Spiel.
Hochbewusstsein, Neurodivergenz und spirituelle Intelligenz
Viele neurodivergente Menschen kennen Zustände, in denen sie für Augenblicke ganz in der Wahrnehmung sind, ohne sich noch als getrennte Person zu fühlen. Hochsensible, hochbegabte und vielbegabte Menschen erleben solche Momente besonders intensiv. Bewusstseinswandel und Hochsensibilität gehören in einem Leben, das ehrlich gelebt wird, oft zusammen.
Je mehr deine spirituelle Intelligenz wachsen darf, desto leichter kannst du die verändernden Erfahrungen des Erwachens in dein Leben einbetten. Daran wächst du und du lässt andere Menschen mitwachsen. In der HOCHiX-Akademie begleiten wir Menschen, deren Wahrnehmung weit über das Maß des Üblichen hinausreicht. Wer hochsensibel, hochbegabt oder vielbegabt ist, trägt oft jene Anlagen in sich, die für diesen Weg besonders hilfreich sind.
Fragen, die dich näher bringenLass diese Fragen wirken, ohne sofort eine Antwort zu suchen. Manchmal antwortet das Leben zeitversetzt. ● Welche Werte und Bewertungen sind in den letzten Jahren leiser geworden? ● Wo spürst du grundlose Vorfreude oder Neugier auf etwas, das du noch nicht benennen kannst? ● Welche Zweifel tauchen auf, wenn du diesen Veränderungen Raum gibst? ● Wovor hast du am meisten Angst, falls du wirklich loslassen würdest? ● Welche Menschen in deinem Leben verstehen dein Anderssein, ohne dass du dich erklären musst? |
Es gibt nichts zu erreichen und doch viel zu erfahren
Wer auf dem Weg zum spirituellen Erwachen ist, kommt irgendwann an einen Punkt, an dem alles Streben nach Erleuchtung selbst zum Hindernis wird. Solange du dich anstrengst, hochbewusst zu sein, bleibt das Ich Regisseur. Erst wenn die Anstrengung verstummt, hat das, was du wirklich bist, Platz.
Das heißt nicht, dass Praxis sinnlos wäre. Meditation, Stille, ehrliche Selbstbegegnung sind wertvolle Werkzeuge. Sie räumen die Bühne auf. Doch das Stück, das dort gespielt wird, schreibt sich selbst, sobald du aufhörst, an deiner Rolle festzuhalten.
Du gehst deinen Weg richtig
Wenn du dich in einigen dieser Phasen wiedererkennst, gehst du deinen Weg richtig. Es gibt kein zu früh und kein zu spät. Es gibt nur dich und das, was sich in dir entfalten will. Vertrau deinem inneren Wissen, dass mehr in dir steckt als das Bild, das du bisher von dir hattest.
Niemand muss dich aufklären, was Hochbewusstsein bedeutet. Du erkennst es daran, dass dein Leben einfacher wird, ohne ärmer zu werden. Die Anzeichen kommen, wenn ihre Zeit gekommen ist. Du darfst gelassen bleiben.
Spirituelles Erwachen ist keine Auszeichnung, sondern eine Bewegung in dir. Du musst dafür nichts werden, was du nicht bist. Du darfst nur immer mehr von dem hervorlassen, was du wirklich bist. Geh in deinem Tempo. Lass dich von deinen Zweifeln nicht entmutigen, denn sie zeigen, dass etwas in dir bereit ist, weiterzugehen.
Lies hier mehr über das Leben im Hochbewusstsein.
Namasté
Harald
Quellen und weiterführende Literatur
Heintze, A. und Heintze, H.: Bücherliste
Heintze, H.: Ansgar, der auszog um das Leben zu verstehen (2026) (Amazon)
Tolle, E. (2000). Jetzt! Die Kraft der Gegenwart. Kamphausen.
Maharaj, N. (1990). Ich bin. Gespräche mit Sri Nisargadatta Maharaj. Lüchow.
Krishnamurti, J. (1991). Vom Werden zum Sein. Krishnamurti-Verlag.
HOCHiX Akademie (2026). Was ist Hochbewusstsein? www.hochix.com









21 Kommentare
Guten Morgen 🙂
Buddhistinnen und Buddhisten unterscheiden zwei Stufen der Erleuchtung.
Bei der Kleinen Erleuchtung sieht sich der Mensch nicht mehr als einzelne Person, sondern völlig mit seiner Umwelt verschmolzen.
Zur Vollen Erleuchtung gelangt eine Buddhistin oder ein Buddhist, wenn er sich nicht mehr als Teil der Umwelt empfindet, sondern sich selbst von außen als befreite Person sieht und offen, furchtlos und ohne Vorurteile oder schlechte Gedanken in die Welt geht.
Sehr viele Menschen können nach Überzeugung der Buddhistinnen und Buddhisten Buddha werden. Siddharta Gautama ist es nach ihrer Überzeugung vorbildlich gelungen, ein Erleuchteter, ein Buddha zu werden und bis zu seinem Tod 45 Jahre lang zu bleiben.
Den Zustand der wahren Erkenntnis aller Dinge nennen Buddhistinnen und Buddhisten samadhi. Zen-Buddhistinnen und -Buddhisten sagen auch satori.
eligionen-entdecken.de/lexikon/e/erleuchtung
Lieber Harald,
es ist schön zu lesen, dass du so treffend und mit schönen Worten beschreibst wie dein Erleben ist. Es ist Freude beim Lesen.
Es ist so wertvoll, wenn jemand einfach nur die Essenz ausdrückt und nicht so viel Brimborium drumherum macht.
Ich habe mal einen Freund gefragt, was sich bei ihm verändert hat seit diesem Erwachen. Er meinte, er habe erkannt, dass schon immer keiner in dem Boot saß, das er symbolhaft für seinen Körper und seine Psyche verwendete. Das war seine Art zu sagen: „Nichts.“
Entscheidend ist ja auch, dass es sich im Leben manifestiert – es darf keine mentale Erkenntnis bleiben. Sonst geschieht wirklich „nichts“.
Mit Worten drüber reden ist gar nicht so leicht. Danke für „deine“ Worte.
Namaste, Shivani
Hallo Harald,
ich werde im Mai 59 und habe im Leben fast alles durch was ein Mensch erleben kann, Tod der Frau und 5 Familienmitgliedern danach in 4 Jahren, ich habe meine Erleuchtung gefunden,
Thomas
Ich bin gerade durch Zufall auf diese Seite gekommen. Nachdem ich die Eingebung hatte nach dem Thema zu suchen.
Für mich klingt das auch nicht nach Erleuchtung sondern nach loslassen und Aufgeben.
Man gibt sich auf und kehrt zurück zur Natur.
Es ist immer das selbe.
Das Ungeheuer, der Schmerz des Lebens mit seinen Facetten, welches man im Leben immer wieder begegnen muß kann einen irgendwann zu dem Punkt bringen, das man loslässt.
Aufhört zu kämpfen.
Das Urvertrauen kehrt zurück und Zack ist man der Idee einer Erleuchtung näher. Dabei ist es nur das Loslassen von täglich anstrengenden fordernden Leben.
Nichts anderes.
Es gibt kein Erwachen. Man gibt irgendwo irgendwann auf und das ist der Punkt wo das Urvertrauen einen an die Hand nimmt.
Hallo Michi, der Satz von dir „wenn dich das Urvertrauen an die Hand nimmt“ gefällt mir sehr. Doch aufgrund von einem schmerzvollen Leben oder anstrengendem Alltag zu erwachen, ist eher eine Ausnahme. Es gibt mehrere Auslöser für Erleuchtung, klar, großer Verlust, tiefer Schmerz, oder Verzweiflung, gehören auch dazu. Genauso wie Drogenerfahrungen, Nahtoderlebnis oder überwältigende Ereignisse jeglicher Art. Es muss nicht immer Leiden sein, dass uns zur Hingabe führt. Tiefe Sehnsucht, eine hohe Bereitschaft oder die Ahnung, dass das begrenzte persönliche Dasein nur ein kleiner Aspekt ist, zeigen die „positiven“ Motivationen. Freudvolle Grüße, Harald
Hallo Thomas
Was immer du gefunden hast, ich freue mich für dich, wenn es dir wahren Frieden verschafft, doch wenn es „deine“ Erleuchtung ist, hast du sie nicht gefunden und wurdest auch nicht gefunden. Freude und Einverständnis – Harald
Hallo Elana
Wenn wir die Grenzen unseres Egos (die Summe unserer Prägungen und Verhaltensweisen) vorübergehend hinter uns lassen tauchen wir in das Hochbewusstsein ein. Man kann es auch mit anderen Namen benennen wie Seele, Gott, Nichts, Alles, Brahman, … Das kann unabsichtlich geschehen und auch bewusst herbeigeführt werden. Auf alle Fälle erlebt jeder Mensch ein und dieselbe Wahrheit (zum Unterschied von der persönlichen Wirklichkeit die immer individuell ist), wenn er in den Zustand des Hochbewusstseins eintaucht. Wie du jedoch als Person diesen Zustand erlebst, interpretierst, beschreibst ist wiederum von dir als Person abhängig. Jeder greift dabei auf die Möglichkeiten seiner Biografie zurück. Bei dir ist es offensichtlich sehr bildhaft. Ja, es geht jedem so, dass es unmöglich erscheint diese Erfahrungen mitzuteilen. Es mit andern zu teilen ist zwar ein verständlicher Wunsch, aber es wird nie zu voller Zufriedenheit des Egos klappen. Ja es ist immer das Ego, das meint darüber reden zu wollen, es zu verstehen, andere dieses Unglaublichkeit zu vermitteln, es weiterzugeben, zu lehren, andere zu warnen, andere dorthin zu führen, … Glaube mir, ich habe mittlerweile 21 Jahre Erfahrung damit. Das Land des Hochbewusstseins hat seine eigenen Gesetze. Diese müssen erst erkannt werden bevor du dich gut zurechtfindest in diesem weglosen Land. Daher arbeite ich auch mit „der Landkarte des Erwachens“ um Menschen im Vorfeld Orientierungshilfen zu bieten, für die Situation, dass sie jemals in die Landschaft des Hochbewusstseins (des Erwachtseins) hineingelangen. Das Wort Erleuchtung passt nur für wenige Menschen. Für jene, die bewusst auf der spirituellen Sinnsuche sind, über den Begriff schon viel gelesen haben und keinen Widerstand gegen dieses Wort haben). Es ist einfach so, dass jeder Mensch den Zustand des Hochbewusstseins kennt, weil wir da her kommen. Es ist der reine Seinszustand bevor wir die Regeln der Welt lernen und uns der Wirklichkeit anpassen müssen um zu (über)leben. Nach und nach vergessen wir unsern natürlichen Zustand des Hochbewusstseins (erwacht sein) spüren aber tief drinnen eine Sehnsucht nach Erfüllung und vollkommenen Frieden. Manch einer macht sich dann auf die Suche nach dem „wahren Zuhause“. Wenn wir dabei aber plötzlich, von einem Moment auf den anderen, unser Zuhause entdecken ist das ein so intensives und besonders Erlebnis, dass jene denen es geschehen ist die Bezeichnung „Erleuchtung“ gegeben haben. Denn es passiert so blitzartig wie wenn man in einem bisher dunklen Universum, das Licht ankippst. Von einem Moment auf den anderen ist jetzt alles existierende auf einmal klar und deutlich zu erkennen. Wenn wir hingegen im Laufe unseres Lebens immer nur eine verträgliche Dosis zu uns nehmen ist es als würde man die Helligkeit über Jahrzehnte langsam erhöhen, bis wir im Endeffekt auch im Hochbewusstsein angelangt sind und alles klar sichtbar erkannt wird. Doch weil es hier kein plötzliches Erkennen gab, sprechen wir auch nicht von einer Erleuchtung. Dennoch sind wir in beiden Fällen „Erwacht“, der eine mit einer Bewusstseinsexplosion (Erleuchtung), der andere durch stetige Erhöhung des Bewusstseins.
Ich wünsche dir Freude und Einverständnis, Ananda