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So veränderst du deine Glaubenssätze ins Positive

So veränderst du deine Glaubenssätze ins Positive
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Du trägst Sätze in dir, die du nie selbst formuliert hast und die trotzdem dein Leben still mitbestimmen. Glaubenssätze wirken leise. Ihre Spur zieht sich durch deinen Alltag, deine Beziehungen und deinen Beruf. Die gute Nachricht: Dein Gehirn ist veränderbar, ein Leben lang. Du musst die alten Stimmen nicht überschreien, du darfst sie umschreiben. Besonders wenn du hochsensibel, hochbegabt oder vielbegabt bist, lohnt sich dieser Blick nach innen.

Vielleicht kennst du das Gefühl, dich selbst auszubremsen, obwohl du eigentlich losgehen willst. Du hast Ideen, du spürst Möglichkeiten und im nächsten Moment meldet sich eine leise Stimme: „Das schaffst du nicht. Das ist nichts für dich. Sei realistisch.“ Diese Stimme klingt vertraut. Sie war schon da, bevor du dich an sie erinnern kannst.

Solche Sätze nennen wir Glaubenssätze. Sie entstehen oft früh, in den ersten Lebensjahren, in der Schule, in Familien, die ihr Bestes gegeben haben und doch nicht jeden Schmerz vermeiden konnten. Besonders Menschen mit feinen Antennen, also hochsensible, hochbegabte und vielbegabte Persönlichkeiten, nehmen diese Botschaften besonders tief auf. Du hast nicht nur gehört, was gesagt wurde, du hast auch gespürt, was zwischen den Zeilen mitschwang.

In der HOCHiX-Akademie begegnen uns immer wieder Menschen, die jahrzehntelang nach dem Drehbuch von anderen gelebt haben. Sie sind klug, kreativ und tief fühlend und sie staunen, wie viel Platz unter den alten Sätzen plötzlich frei wird, sobald die ersten von ihnen sich auflösen.

Glaubenssätze, die du nie bewusst gewählt hast

Glaubenssätze sind innere Überzeugungen, die wir selten hinterfragen. Sie wirken wie unsichtbare Brillen, durch die wir die Welt sehen. „Ich muss leisten, sonst werde ich nicht geliebt.“ „Ich darf nicht zu viel sein.“ „Wenn ich auffalle, werde ich verletzt.“ Solche Sätze sind keine bewussten Entscheidungen, sie sind Schlussfolgerungen, die ein Kind einmal aus einer Situation gezogen hat.

Du wurdest geprägt, bevor du auswählen konntest, was du übernehmen willst.

Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, Großeltern, Verwandte, sie alle haben dir ihr Weltbild mitgegeben, meist mit besten Absichten und doch sind ihre Normen, ihre Routinen und ihre Lebensentwürfe nicht deine. Was für deine Mutter Sicherheit bedeutete, kann für dich Enge sein. Was deinem Vater Erfolg war, kann für dich nach Pflichtprogramm klingen. Du hast dein Betriebssystem geerbt, nicht selbst geschrieben.

Besonders neurodivergente Menschen erleben diese Diskrepanz schmerzhaft. Du hast früh gespürt, dass du anders denkst, anders fühlst, anders wahrnimmst. Statt diese Andersartigkeit als Stärke zu erleben, hast du gelernt, sie zu verbergen. Aus „Ich bin zu viel“ wird ein Glaubenssatz, der dein Leben unauffällig dirigiert, bis du ihn bewusst aufdeckst.

Persönlichkeitsentwicklung geschieht jeden Tag

Persönlichkeitsentwicklung ist kein Projekt, das du irgendwann abschließt. Sie geschieht in jedem Moment, in jeder Entscheidung, in jedem Gedanken, den du wiederholst oder unterbrichst. Die meisten Menschen merken das nicht. Sie funktionieren, sie reagieren, sie machen weiter und erst eine Krise zwingt sie, innezuhalten.

Vielleicht stehst du gerade an genau so einem Punkt. Dann sind drei einfache Fragen ein guter Anfang. Wo stehst du gerade? Wo möchtest du wirklich hin? Was brauchst du dafür? Diese Fragen klingen leicht, sie sind es nicht. Sie führen oft durch ein langes Tal aus Selbstzweifel, alten Gewohnheiten und Glaubenssätzen, die laut werden, sobald du den Boden unter ihnen bewegst.

Du bist nicht hilflos ausgeliefert. Du darfst wählen, in welche Richtung du dich entfaltest.

Dein Gehirn, ein Supercomputer mit fremdem Betriebssystem

In deinem Kopf steckt eine erstaunliche Maschine. Wir nutzen nur einen kleinen Teil und doch reicht dieser Teil aus, um ganze Leben zu prägen. Das Problem ist nicht die Hardware. Das Problem ist die Software.

Stell dir vor, du bekommst einen leistungsstarken Computer geschenkt, auf dem schon Programme laufen, die jemand anderes installiert hat. Manche dieser Programme sind hilfreich, sie sortieren, ordnen, schützen dich. Andere arbeiten gegen dich. Sie öffnen sich von selbst, sobald du etwas Neues ausprobieren willst. Sie melden: „Lass es lieber sein.“

Diese Programme sind deine Glaubenssätze. Sie sind seit Jahrzehnten aktiv, sie laufen so unauffällig im Hintergrund, dass du sie kaum bemerkst. Wenn du sie verändern willst, brauchst du Geduld, Wiederholung und einen wachen Blick auf den eigenen Alltag.

Der erste Schritt ist immer Bewusstheit. Welcher Satz taucht in dir auf, wenn dich etwas verunsichert? Welcher, wenn du Erfolg hast? Welche Erklärung gibst du dir, wenn etwas schiefläuft? Diese inneren Sätze sind dein Quellcode. Solange du ihn nicht liest, kannst du ihn nicht umschreiben.

Neuroplastizität, oder warum dein Gehirn dir treu bleibt

Die Wissenschaft nennt es Neuroplastizität. Gemeint ist die Fähigkeit deines Gehirns, sich ein Leben lang zu verändern. Verbindungen zwischen Nervenzellen entstehen neu, andere lösen sich auf, je nachdem, womit du dich beschäftigst.

Stell dir einen oft begangenen Weg vor. Wenn du jahrelang gedacht hast „Ich kann das nicht“, ist daraus eine breite Straße geworden. Jedes Mal, wenn eine Herausforderung auftaucht, nimmt dein Denken automatisch diesen Weg. Er ist bequem, schnell, vertraut.

Daneben kann ein neuer Weg entstehen. Anfangs ist er nur ein Trampelpfad. Du musst ihn dir buchstäblich erlaufen, Schritt für Schritt, indem du den neuen Gedanken immer wieder denkst und ihn mit Handlungen begleitest. „Ich probiere es einmal. Ich darf lernen. Ich bin neugierig.“ Mit jeder Wiederholung wird der Pfad fester. Aus dem Trampelpfad wird ein Feldweg, dann eine Landstraße, irgendwann eine breite Spur.

Veränderung ist keine Frage des Charakters, sondern der Wiederholung.

Das ist eine ermutigende Erkenntnis. Du musst keine andere Person werden und nicht warten, bis du dich endlich stark genug fühlst. Du musst nur immer wieder den neuen Weg gehen, auch wenn er sich anfangs ungewohnt anfühlt. Dein Gehirn baut für dich, was du regelmäßig nutzt.

Deine kleine Glaubenssatz-Inventur

Nimm dir fünf Minuten und beantworte diese Fragen ehrlich. Schreibe die ersten Sätze auf, die dir kommen, ohne sie zu beurteilen.

●      Welcher Satz taucht in deinem Kopf auf, wenn du an Geld denkst?

●      Welcher Satz, wenn du an Erfolg denkst?

●      Welcher Satz, wenn du an Liebe und Nähe denkst?

●      Welcher Satz, wenn du an deine eigene Sensibilität oder Vielbegabung denkst?

●      Wer hat diesen Satz zuerst gesagt? Und stimmt er heute noch für dich?

Die Opferrolle erkennen und verlassen

Ausreden sind erstaunlich verführerisch. „Ich bin halt unsportlich.“ „Ich habe zwei linke Hände.“ „Bei mir war das immer schon so.“ Im ersten Moment entlasten sie. Sie nehmen Druck heraus, sie geben dir eine Erklärung, sie schützen vor Enttäuschung.

Wenn du diese Sätze lange genug benutzt, beginnst du, sie zu glauben und genau dann werden sie gefährlich. Aus einer harmlosen Erklärung wird ein Glaubenssatz, der dein Gehirn täglich neu programmiert.

Wem du die Schuld gibst, dem gibst du auch die Macht.

Die Opferrolle fühlt sich vertraut an, sie ist aber unfrei. Du wartest darauf, dass sich die Umstände ändern, dass jemand anderes versteht, dass das Leben endlich gnädiger wird. Verantwortung übernehmen heißt nicht, dir Vorwürfe zu machen oder schwere Erlebnisse kleinzureden. Es heißt zu erkennen, dass du immer eine Wahl hast in dem, wie du auf das Leben antwortest.

Schicksalsschläge sind echt, Unrecht ist echt, Krankheit ist echt. Verantwortlich bist du aber für deine Antwort auf das, was geschieht. Sobald du diese Antwort bewusst formulierst, kehrt deine Kraft zu dir zurück.

Gute Fragen stellen, Fehler als Lehrer sehen

Nicht jede Frage führt dich weiter. Manche Fragen halten dich in einer Schleife. „Warum passiert mir das immer? Warum bin ich so? Wer ist schuld?“ Sie kreisen, sie kosten Energie und sie ändern nichts.

Andere Fragen öffnen Räume. „Was kann ich aus dieser Situation lernen? Was würde ich beim nächsten Mal anders machen? Was sagt mir mein Gefühl gerade?“ Solche Fragen bewegen. Sie holen dich aus der Opferposition heraus und stellen dich neben dein Problem, nicht hinein.

Fragen sind das mächtigste Werkzeug deines Denkens.

Auch wenn du nicht sofort eine Antwort findest, lohnen sich die richtigen Fragen. Sie trainieren dein Gehirn, lösungsorientiert zu arbeiten. Sie erweitern deine Handlungsalternativen und sie machen Fehler zu wertvollen Datenpunkten, statt zu Beweisen für deine angebliche Unfähigkeit.

Thomas Alva Edison hat sinngemäß gesagt, er habe nicht tausendmal versagt, er habe tausend Wege gefunden, wie eine Glühbirne nicht funktioniert. Diese Haltung ist erlernbar. Es genügt, wenn du dich beim nächsten Stolpern fragst: „Was zeigt mir das?“ statt „Warum bin ich so?“

Drei kleine Schritte, mit denen du heute beginnen kannst

Veränderung beginnt nicht mit einem großen Schwung, sondern mit kleinen, wiederholbaren Gesten. Du brauchst keinen perfekten Plan. Du brauchst nur Bereitschaft und einen Stift.

Notiere am Abend drei Dinge, die dir an diesem Tag gelungen sind. Es darf eine Kleinigkeit sein. Du hast jemanden angelächelt, du hast eine schwierige E-Mail abgeschickt, du hast dir eine kurze Pause gegönnt. Diese Übung trainiert dein Gehirn, das Positive zu sehen, ohne das Schwierige zu leugnen.

Ersetze einen einzigen Satz. Wähle einen Glaubenssatz, der dich am stärksten ausbremst. Formuliere eine Alternative, die sich gerade noch glaubwürdig anfühlt. Statt „Ich bin nicht gut genug“ vielleicht „Ich darf wachsen, während ich es tue.“ Wiederhole diesen Satz jeden Morgen.

Erlaube dir ein neues „Ich versuche es.“ Such dir eine Sache, vor der du dich lange gedrückt hast. Geh einen einzigen Schritt. Nicht den ganzen Weg, nur einen Schritt.

Drei kleine Bewegungen reichen aus, damit dein Gehirn beginnt, neu zu verkabeln.

Wenn du dich tiefer mit deinen Glaubenssätzen beschäftigen möchtest, findest du in der HOCHiX-Akademie eine Vielfalt an Wegen. Von den kostenlosen Neuro-Coaching-Workshops bis zur Coaching-Ausbildung. Du musst diesen Weg nicht allein gehen.

Glaubenssätze sind keine Wahrheit, sie sind Gewohnheit. Du hast sie übernommen, als du sie nicht prüfen konntest. Heute kannst du wählen, welche bleiben und welche gehen dürfen. Du musst nichts erzwingen, du darfst etwas Neues anbieten. Tag für Tag, gedanklicher Schritt für Schritt, ein neuer Pfad, der mit der Zeit zur Straße wird. Dein Gehirn hilft dir dabei, denn es ist auf deiner Seite, sobald du ihm zeigst, wohin du wirklich willst.

Du bist nicht das, was dir früher über dich erzählt wurde. Du bist das, was du heute über dich denkst, immer wieder, mit Geduld und mit Wärme. Schreibe dir jeden Abend drei Erfolge auf, ersetze einen Glaubenssatz und stelle dir morgen eine bessere Frage. Mehr braucht es nicht für den ersten Schritt.

Ich hoffe, ich habe das Geschenk deiner Zeit verdient.

Herzlichst
Anne

 

Quellen

  • Doidge, Norman (2008). Neustart im Kopf: Wie sich unser Gehirn selbst repariert. Campus Verlag.
  • Hüther, Gerald (2011). Was wir sind und was wir sein könnten. S. Fischer Verlag.
  • Pascual-Leone, A., Amedi, A., Fregni, F., & Merabet, L. B. (2005). The plastic human brain cortex. Annual Review of Neuroscience, 28, 377–401.
  • HOCHiX Akademie für Hochsensibilität, Hoch- und Vielbegabung: hochix.com

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