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Anne Heintze
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Narzissmus und Selbstliebe: Warum das eine nichts mit dem anderen zu tun hat
Liebe deinen Nächsten so wie dich selbst. Dieses Gebot ist uralt und doch besitzt es heute genauso viel Gültigkeit wie vor tausenden von Jahren. Nur stellt sich eine Frage, die selten jemand ehrlich beantwortet. Wie viele Menschen können wirklich von sich behaupten, sich selbst zu lieben? In diesem Artikel erfährst du, warum Selbstliebe das genaue Gegenteil von Narzissmus ist und wie du den Weg zu dir selbst findest.
Die Weisheit vom Liebe deinen Nächsten ist schnell dahergesagt. Doch sobald du genauer hinschaust, wird es still. Die wenigsten Menschen können ehrlich behaupten, dass sie sich selbst lieben.
Besonders schwer wird es, wenn du es mit einem Narzissten zu tun hast. Dann gerät dein ohnehin schon zartes Selbstwertgefühl noch weiter unter Druck. Genau hier entsteht eine Verwirrung, die viele feinfühlige Menschen jahrelang begleitet. Sie verwechseln Selbstliebe mit Egoismus und Selbstfürsorge mit Narzissmus.
Vielleicht kennst du den Gedanken, dass du dich doch nicht so wichtig nehmen sollst. Vielleicht hast du gelernt, dass es bescheiden ist, dich selbst zurückzustellen. Diese Prägung sitzt fest und sie hindert dich daran, freundlich mit dir umzugehen. Dabei ist gesunde Selbstliebe die Grundlage für alles, was du anderen geben möchtest.
Lass uns deshalb genau hinsehen. Kannst du es von dir behaupten, dass du dich selbst liebst?
Der Unterschied zwischen Selbstliebe und Narzissmus
Narzissmus ist die Sucht nach sich selbst. Er ist das krankhafte Bestreben, sich selbst die Liebe zuzuführen, die von außen nicht zu fließen scheint. Narzisstische Menschen fühlen sich deshalb oft allein und verdrängen ihr eigenes Selbst hinter einer glänzenden Fassade. Hinter dem großen Auftritt steckt meist ein im Grunde verunsicherter Mensch, der sich ungeliebt fühlt.
Selbstliebe verläuft genau andersherum. Sie ist das Annehmen der eigenen Persönlichkeit, die Akzeptanz dessen, was und wie du bist. Sie bedeutet, dir selbst zu vertrauen, dich selbst zu achten und deinen eigenen Wert zu kennen. Selbstakzeptanz spielt dabei die entscheidende Rolle.
Narzissmus lässt sich also nicht mit Selbstliebe vergleichen. Zwischen beiden liegt ein gewaltiger Unterschied. Der Narzisst braucht den Applaus der anderen, weil er sich selbst nicht trägt. Ein selbstliebender Mensch ruht in sich und braucht keine Bühne. Er kann allein sein, ohne sich einsam zu fühlen.
Warum Narzissmus aus einem Mangel entsteht
Es lohnt sich, einen Moment auf die Wurzel zu schauen. Narzissmus ist selten echte Selbstliebe im Übermaß. Viel häufiger ist er ein verzweifelter Versuch, einen inneren Mangel zu füllen. Wer als Kind nicht gespiegelt wurde, wer Anerkennung nur für Leistung bekam, lernt früh, dass der eigene Wert von außen kommen muss.
Solche Menschen jagen ein Leben lang nach Bestätigung, weil sie sie sich selbst nicht geben können. Echte Selbstliebe braucht kein Publikum. Sie entsteht von innen und bleibt auch dann bestehen, wenn niemand klatscht.
Diese Einsicht ist gerade für hochsensible Menschen wichtig. Du spürst die Not hinter der Fassade oft sehr genau und möchtest helfen. Doch du kannst einem Narzissten nicht die Liebe geben, die er sich selbst verweigert. Deine Aufgabe ist eine andere. Sie heißt, dich selbst zu füllen, statt dich für andere zu leeren.
Selbstakzeptanz als erster Schritt zur Selbstliebe
Die Annahme deiner selbst ist der erste Schritt zur Liebe zu dir. Schau dir einmal die Menschen in deiner Umgebung an. Mit jenen, die sich selbst mögen, verbringst du sicher gern deine Zeit. Sie sind beliebt, sie haben eine warme Ausstrahlung, sie gehen aufrecht durch das Leben und strahlen eine ruhige, innere Zufriedenheit aus.
Auch du kannst das. Selbstliebe zu lernen ist kein schwerer Akt und schon gar kein Privileg für wenige. Sie beginnt in dem Moment, in dem du dir bewusst machst, dass deine Selbstannahme auf dein gesamtes Umfeld ausstrahlt.
Die Liebe zu dir selbst ist der Schlüssel dazu, auch bedingungslose Liebe von den Menschen um dich herum zu erfahren. Wer sich selbst achtet, zieht Menschen an, die ihn ebenfalls achten. Wer sich selbst klein macht, lehrt andere, ihn klein zu halten.
Den eigenen Schatten annehmen statt verdrängen
Selbstliebe bedeutet nicht, nur die schönen Seiten an dir gelten zu lassen. Beginne deshalb damit, auch deine Taten aus der Vergangenheit anzunehmen. Nimm deine unterdrückten Gefühle an, deinen Schmerz, deine Wut, deine Trauer, deine Scham, deine Schuld und deine Eifersucht. Versuche, ihren Sinn für dein Leben zu erfassen.
Diese Seiten zu verleugnen und negative Emotionen zu verstecken führt nur dazu, dass dieser Schatten in dir stärker und stärker wirkt. Den Schatten anzunehmen und ihn buchstäblich zu umarmen, führt ihn ans Licht.
Das klingt zunächst unbequem und ist es manchmal auch. Doch alles, was du in dir ablehnst, kostet dich Kraft. Du bindest Energie, um es niederzuhalten. Sobald du es anschaust und annimmst, löst sich diese Anspannung. Was angenommen ist, muss nicht mehr bekämpft werden. Genau darin liegt eine große Befreiung.
Zwei Uebungen für mehr SelbstannahmeDie Meditation. Komm zur Ruhe und gib dir Raum, all das anzunehmen, was du zuvor in dir abgelehnt hast. In der Stille kannst du deinen Gefühlen begegnen, ohne sofort etwas an ihnen ändern zu müssen. Der Spiegel. Stell dich vor einen großen Spiegel und schau dich mindestens zehn Minuten lang an. Nimm dabei jeden Gedanken wahr, der in dir auftaucht. Was magst du an deinem Körper? Was magst du an deinem Charakter? Wie empfindest du deine Ausstrahlung? Sei offen und ehrlich zu dir. Wage am Ende den Satz, dass alles so, wie es ist, gut ist. Denn all das bist du. |
Warum Selbstliebe hochsensiblen Menschen oft schwerer fällt
Gerade feinfühlige und neurodivergente Menschen ringen besonders häufig mit ihrem Selbstwert. Sie sind von Selbstzweifeln geplagt, ihr Selbstbewusstsein könnte stärker sein und ihr Selbstwertgefühl ist oft noch gering. Viele haben früh gelernt, dass sie anders sind. Dieses Anderssein haben sie als Makel verstanden statt als Wert.
Wenn du dich ein Leben lang anpasst, verlierst du den Kontakt zu dir selbst. Selbstliebe heißt dann zuerst, aufzuhören, dich für dein Wesen zu entschuldigen. Deine Sensibilität ist kein Defekt. Sie ist eine echte Stärke, sobald du sie nicht mehr gegen dich, sondern für dich nutzt.
Das muss nicht so bleiben, wie es ist. Selbstwert lässt sich stärken und Selbstvertrauen lässt sich aufbauen. In der HOCHiX-Akademie begleiten wir seit vielen Jahren Menschen genau auf diesem Weg, vom Selbstzweifel hin zu einem stabilen, freundlichen Verhältnis zu sich selbst. Der Anfang ist immer derselbe. Er heißt Annahme.
Wenn ein Narzisst dir die Selbstliebe rauben will
Manchmal steht deiner Selbstliebe ein Mensch im Weg, der sie gezielt untergräbt. Narzissten nähren sich vom Selbstzweifel anderer. Je unsicherer du wirst, desto mehr Macht gewinnen sie. Deshalb ist ein gesunder Selbstwert nicht nur ein Geschenk an dich, sondern auch dein wirksamster Schutz.
Wer sich selbst kennt und achtet, lässt sich schwerer manipulieren. Du erkennst früher, wenn jemand deine Grenzen missachtet. Und du traust dich eher, dich abzugrenzen. Selbstliebe und Abgrenzung gehören deshalb untrennbar zusammen.
Wenn du genauer verstehen möchtest, wie du dich gegenüber narzisstischen Menschen klar abgrenzt, lohnt sich ein Blick auf die passenden Beiträge in unserem Magazin. Dort findest du konkrete Schritte für schwierige Gespräche. Für den Moment merke dir eines. Deine Liebe zu dir selbst ist die Grenze, die kein Narzisst ungestraft überschreiten kann.
Wie Selbstliebe deine Beziehungen verändert
Liebe dich selbst, denn nur so kannst du auch deinen Mitmenschen wahrhaftige Liebe schenken und ihre Liebe gewinnen. Solange du dich selbst ablehnst, suchst du im Außen nach einer Bestätigung, die dich nie wirklich sättigt. Sobald du dich selbst annimmst, fällt dieser Hunger weg.
Aus dieser Fülle heraus liebst du anders. Du klammerst nicht mehr, du forderst nicht mehr ständig Beweise und du gibst frei, ohne dich selbst dabei zu verlieren. Beziehungen werden leichter, weil du nicht mehr erwartest, dass ein anderer Mensch eine Leere in dir füllt, die nur du selbst füllen kannst.
So schließt sich der Kreis. Selbstliebe ist kein Egoismus und schon gar kein Narzissmus. Sie ist die stille Voraussetzung dafür, dass echte Nähe überhaupt möglich wird. Sie macht dich nicht kleiner für andere, sondern freier, warmherziger und wahrhaftiger.
Vielleicht beginnst du heute mit einem einzigen freundlichen Gedanken über dich. Vielleicht stellst du dich morgen vor den Spiegel. Der Weg zur Selbstliebe besteht nicht aus einem großen Sprung, sondern aus vielen kleinen Entscheidungen, dir selbst mit Achtung zu begegnen. Jede einzelne davon zählt.
Narzissmus ist die Sucht nach sich selbst und entspringt einem Mangel. Selbstliebe ist das Gegenteil. Sie ist die ruhige Annahme dessen, was und wie du bist. Du lernst sie nicht über Nacht, sondern Schritt für Schritt, indem du auch deine Schattenseiten annimmst und aufhörst, dich für dein Wesen zu entschuldigen. Deine Selbstliebe ist dabei kein Egoismus, sondern die Grundlage für Nähe, Abgrenzung und ein Leben, das sich nach dir anfühlt.
Wenn du deinen Selbstwert stärken und ein freundlicheres Verhältnis zu dir selbst aufbauen möchtest, sind die kostenlosen Neuro Coaching Workshops in der HOCHiX-Akademie ein passender nächster Schritt. Dort erfährst du, wie du deine Sensibilität als Stärke nutzt und dich zugleich klar abgrenzt. Informationen zu den Themen und zur Anmeldung findest du unter https://hochix.com/neuro-coaching/
Herzlichst
Anne
Quellen
Aron, E. N., 1996, The Highly Sensitive Person. How to Thrive When the World Overwhelms You, Broadway Books, New York.
Brown, B., 2010, The Gifts of Imperfection. Let Go of Who You Think You Are Supposed to Be and Embrace Who You Are, Hazelden, Center City.
Neff, K., 2011, Self-Compassion. The Proven Power of Being Kind to Yourself, William Morrow, New York.
Jung, C. G., 1951, Aion. Beiträge zur Symbolik des Selbst, Rascher, Zürich.
Heintze, A., o. J., Selbstwert und Selbstvertrauen. Lebe deine innere Kraft jenseits des Selbstzweifels, HOCHiX Akademie, www.hochix.com.
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Sie sind von Selbstzweifeln geplagt, ihr Selbstbewusstsein könnte stärker sein, das Selbstwertgefühl ist (noch) gering. Das muss nicht so bleiben.
Die jahrzehntelangen Erfahrungen mit meinen Klienten bei der Stärkung von Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen und einem stabilen Selbstwert mit habe ich in meinem E-Book „Selbstwert und Selbstvertrauen – Lebe deine innere Kraft jenseits des Selbstzweifels“ zusammengestellt. Dort stelle ich dir zahlreiche Übungen für mehr Selbstvertrauen zur Verfügung und verrate dir die Kniffe, die dein Selbstvertrauen wirklich kraftvoll stärken.









Ein Kommentar
Es ist wirklich schlimm Narzissten in der Umgebung zu haben, oft will man gar nicht glauben das die Person Narzisst ist oder man hat gar nicht die Möglichkeit darüber nach zu denken.
Lg Imelda