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Karriere und Hochsensibilität: Das erfolgreichste Business-Konzept

Karriere und Hochsensibilität Das erfolgreichste Business-Konzept
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Warum gebende, hochsensible Menschen im Beruf ganz unten landen oder ganz oben und was dazwischen den Unterschied macht:

Du gibst gern. Du denkst mit, hörst zu, teilst dein Wissen und stellst andere oft vor dich selbst. Genau diese Art macht dich im Beruf wertvoll und sie kann dich zugleich leeren. Der Organisationspsychologe Adam Grant hat über Jahre untersucht, wer im Arbeitsleben wirklich aufsteigt. Sein Ergebnis passt erstaunlich gut zu hochsensiblen Menschen. Hier liest du, warum Geben Erfolgsbremse und Erfolgsmotor zugleich ist, wie viel du verschenken darfst und wie aus deiner Großzügigkeit ein tragfähiges Geschäftsmodell wird.

Hochsensible Menschen sind meist gebende Menschen. Sie spüren feine Zwischentöne, nehmen die Stimmung im Raum wahr, denken an das Wohl der anderen und teilen ihr Wissen großzügig. Diese Haltung ist wunderschön. Sie hat allerdings einen Wermutstropfen.

Wer ständig gibt, vergisst leicht, auch etwas für sich zurückzunehmen. Das Geben verläuft dann einseitig. Andere nutzen die Großzügigkeit, die Kraft schwindet und am Ende bleibt das Gefühl, übervorteilt worden zu sein. In der HOCHiX-Akademie höre ich diese Geschichte fast täglich, besonders von sensiblen Selbständigen, Coaches und Beraterinnen.

Karriere und Hochsensibilität schließen sich nicht aus. Die Forschung zeigt sogar das Gegenteil. Nicht das Geben bremst dich aus, sondern ein Geben ohne dich selbst darin. Sobald du deine eigenen Anliegen mitzählst, wird genau diese Art zu deinem größten beruflichen Vorteil.

Ich zeige dir, wie ich das für mich gelöst habe, was die Wissenschaft dazu sagt und wie du für dich eine gesunde Mischung findest.

Warum bremst Geben viele hochsensible Menschen im Beruf aus?

Geben ist etwas Wunderbares. Trotzdem rutschen viele hochsensible Menschen damit ins Hintertreffen. Sie achten zu wenig darauf, dass für ihre Arbeit auch etwas zurückkommt, sei es Geld, Anerkennung oder Unterstützung. Sie sagen schwer Nein, meiden Konflikte und tun viel, nur um Harmonie zu bewahren.

Dazu kommt ein zweiter Punkt, der oft übersehen wird. Es macht einen erheblichen Unterschied, WEM du etwas schenkst. Manche Menschen nehmen und geben nichts zurück, weder Wertschätzung noch Anerkennung. Wer seine Gaben ohne Unterschied verteilt, verliert Kraft an Menschen, bei denen sie nichts bewirkt.

Das muss nicht so bleiben. Ich selbst habe lange gebraucht, um meine gesunde Mischung zu finden. Heute verschenke ich von Herzen sehr viel und bin trotzdem erfolgreich, weil ich gelernt habe, gleichzeitig gut für mich zu sorgen.

Was sagt die Forschung über Geber, Nehmer und Tauscher?

Adam Grant lehrt als Professor an der Wharton School der University of Pennsylvania. In seinem Buch „Give and Take“ von 2013 hat er ausgewertet, wie Menschen im Berufsleben miteinander umgehen und was ihnen das einbringt. Er unterscheidet drei Typen.

Die drei Typen im Berufsleben nach Adam Grant

Nehmer: Sie wollen mehr bekommen, als sie geben. Eigene Interessen stehen vorn.

Tauscher: Sie achten auf ein faires Verhältnis von Geben und Nehmen. Eine Hand wäscht die andere.

Geber: Sie geben mehr, als sie zurückerwarten. Ihnen ist das Wohl des anderen wirklich wichtig.

Quer durch alle Berufsfelder zeigt sich dabei ein klares Muster. Ganz unten auf der Karriereleiter stehen überwiegend Geber. Sie reiben sich auf, lassen sich ausnutzen und bleiben auf den unteren Sprossen stehen. Viele hochsensible Menschen erkennen sich hier sofort wieder. Im breiten Mittelfeld verteilen sich Nehmer und Tauscher recht gleichmäßig.

Die Überraschung liegt an der Spitze: Ganz oben stehen wieder Geber. Ausgerechnet jene Menschen, die vorwiegend an andere denken, steigen am ehesten auf. Geben ist damit Erfolgsbremse und Erfolgsmotor zugleich. Eine ausführliche Darstellung der Studienlage findest du im Artikel „Erfolg durch Geben: Warum Geber ganz oben und ganz unten stehen“.

Was unterscheidet erfolgreiche Geber von erschöpften Gebern?

Der Unterschied ist leicht erklärt. Geber, die Spitzenpositionen erreichen, geben weniger oder pausieren, sobald sie ihre eigenen Aufgaben sonst nicht mehr bewältigen. Zum Selbstschutz werden sie vorübergehend zu Tauschern oder sogar zu Nehmern.

Sie haben eine Einsicht verinnerlicht, die alles verändert. Eigeninteresse und Fremdinteresse sind keine Gegensätze, sondern zwei voneinander unabhängige Größen. Du kannst beides gleichzeitig verfolgen. Adam Grant nennt diese Haltung otherish, also großzügig mit Blick auf den anderen und auf dich selbst.

Selbstlose Geber dagegen brennen aus. Sie geben so lange, bis nichts mehr übrig ist. Wer otherish gibt, schöpft aus der eigenen Großzügigkeit sogar Kraft, weil er sieht, was sein Beitrag bewirkt.

Für dich als sensiblen Menschen ist das eine befreiende Botschaft. Du musst dich nicht zwischen Hilfsbereitschaft und Erfolg entscheiden. Beides darfst du leben, sobald du dein Geben bewusst steuerst.

Welche drei Stärken bringst du als hochsensibler Mensch mit?

Neben einem guten Netzwerk und einer wertschätzenden Art zu kommunizieren haben gebende Menschen drei Stärken, die unmittelbar aus ihrer Empathie und Hochsensibilität entstehen. Vielleicht erkennst du dich darin wieder.

Deine drei Erfolgsfaktoren als gebender Mensch

Angenehme Zusammenarbeit: Du versetzt dich mühelos in dein Gegenüber, weil dir sein Wohl wirklich am Herzen liegt. Das macht die Arbeit mit dir leicht und schafft Vertrauen, das über Jahre trägt.

Glaubwürdige Verhandlung: Du sprichst mögliche Problemfelder von Anfang an offen an und suchst nach Lösungen, die alle zufriedenstellen. Auf den ersten Blick schwächt das deine Position, tatsächlich steigert es deine Glaubwürdigkeit. Dein Gegenüber spürt: Da ist jemand ehrlich mit mir. Studien zeigen, dass Geber dabei ähnlich gute Ergebnisse erzielen wie Tauscher und Nehmer, ihre Geschäftspartner aber deutlich länger behalten.

Vertrauen in Potenzial: Du wartest nicht auf Beweise, sondern siehst Möglichkeiten in Menschen, bevor andere sie erkennen. Nehmer misstrauen von Natur aus, Tauscher wollen erst Sicherheit. Du förderst früher und erntest später.

Diese Stärken ruhen allerdings auf einem zarten Gleichgewicht. Wenn du aus lauter Optimismus zu lange an einem überforderten Mitarbeiter festhältst oder dich in Verhandlungen aus Zurückhaltung selbst schädigst, kippt der Vorteil. Damit das nicht passiert

Wie viel darfst du kostenlos anbieten?

Diese Frage stellt sich jeder selbständige Mensch früher oder später, egal ob du eine beratende Dienstleistung anbietest oder Marmelade kochst. Wie viel kannst du als Probe verschenken und wann ist Schluss damit, damit du nicht draufzahlst?

Vom Verschenken kann niemand leben, sondern nur vom Verkaufen. Diese nüchterne Wahrheit ist keine Absage an deine Großzügigkeit. Sie ist die Bedingung dafür, dass du großzügig bleiben kannst.

In der HOCHiX-Akademie gibt es bewusst sehr viele kostenlose Angebote: über 600 Blogartikel, regelmäßige kostenfreie Workshops, Online-Tests, einen YouTube-Kanal mit Praxisvideos und eine große Community. Davon allein ließen sich weder die Akademie noch die Mitarbeitenden noch unser Lebensunterhalt finanzieren. Getragen wird das alles von den kostenpflichtigen Angeboten: Bücher, Online-Kurse und die Coaching-Ausbildung.

Ich kann viel verschenken, weil ich gleichzeitig auch tausche und verkaufe. So einfach ist das. Genau darin liegt das erfolgreichste Business-Konzept für gebende Menschen. Achte darauf, dass beide Seiten sich die Waage halten, dann trägt dich dein Geben, statt dich zu leeren.

So kann eine gesunde Mischkalkulation für dich aussehen

Du teilst großzügig Impulse in einem Blog, in einem Newsletter oder in einem kostenlosen Kennenlerngespräch. Zugleich machst du klar, wo deine bezahlte Arbeit beginnt. Ein guter Prüfstein: Verschenke, was Menschen weiterbringt und Vertrauen schafft. Berechne, was individuelle Aufmerksamkeit, Zeit und Verantwortung erfordert.

Woran erkennst du Menschen, die nur nehmen wollen?

Mit der Zeit entwickelst du einen feinen Sensor dafür. Ich selbst erkenne sie inzwischen schnell. Da sind die vermeintlich kurzen Tipps, die in Wahrheit ein kostenloses Coaching bedeuten. Es gibt die grandiosen Kooperationsangebote ohne erkennbaren Nutzen für beide Seiten. Manchmal sind es Geschäftspartner, bei denen am Ende du die ganze Arbeit machst.

Solche Anfragen darfst du freundlich begrenzen. Ein Verweis auf deine kostenlosen Angebote ist völlig in Ordnung und respektvoll. Die meisten Menschen verstehen das und bedanken sich sogar dafür.

Drei Fragen für deine Balance

Bekomme ich für das, was ich gebe, genug zurück, sei es Honorar, Anerkennung oder Wertschätzung?

Wo verschenke ich aus Gewohnheit Leistung, für die ich eigentlich ein Honorar nehmen dürfte?

Welche Anfrage darf ich heute freundlich begrenzen, um meine Kraft zu schützen?

Was hat das mit Neurodivergenz zu tun?

Hochsensibilität kommt selten allein. Sie tritt häufig gemeinsam mit Hoch- und Vielbegabung, mit ADHS oder mit autistischen Merkmalen auf. Neurodivergenz bezeichnet ganz nüchtern, dass Wahrnehmung, Reizverarbeitung und Denken vom statistischen Durchschnitt abweichen. Niemand ist dabei nur einfarbig.

Für das Thema Geben ist das bedeutsam, denn mehrere neurodivergente Merkmale verstärken die Neigung, sich zu verausgaben. Eine ausgeprägte Empathie lässt dich Not unmittelbar mitfühlen. Ein Nervensystem, das viele Reize gleichzeitig verarbeitet, meldet Erschöpfung oft erst spät. Wer früh gelernt hat, durch Anpassung dazuzugehören, sagt schwerer Nein. In der Fachliteratur wird dieses Muster als Fawn-Reaktion beschrieben, also als Beschwichtigen unter Stress.

Dein Geben ist kein Fehler in deinem System. Es ist ein Ausdruck der Art, wie du wahrnimmst. Reparieren musst du daran nichts. In der HOCHiX-Akademie arbeiten wir nach dem Prinzip Resonanz statt Reparatur, weil neurodivergente Menschen nicht weniger fühlen sollen, sondern klarer unterscheiden dürfen, wohin ihre Kraft fließt.

Wie schützt du dich vor einem Beratungs-Burnout?

Fast täglich erreichen uns persönliche Beratungsfragen, gerichtet an mich, an Harald oder ganz allgemein an die HOCHiX Akademie. So sehr ich das Vertrauen darin schätze, wir können das nicht leisten, aus zwei Gründen.

Erstens wäre es unprofessionell, ohne Kenntnis der Person, ihrer Geschichte und ihrer Lebensumstände eine fundierte Aussage zu treffen. So arbeiten wir in der HOCHiX-Akademie nicht. Zweitens ist es zeitlich nicht zu schaffen. Wir könnten sonst unsere honorierte Arbeit nicht mehr machen und kämen schnell in einen Beratungs-Burnout, mit dem niemandem geholfen wäre.

Die meisten Menschen verstehen die freundliche Antwort unseres Office-Teams mit dem Hinweis auf alle kostenlosen Angebote. Einige reagieren verärgert und beschimpfen uns als geschäftstüchtig und unsensibel. Damit haben wir zu leben gelernt, es schmerzt längst nicht mehr. Im Gegenteil: Diese Klarheit schafft inneren Frieden.

Selbstachtsamkeit ist deshalb kein Egoismus, sondern die Voraussetzung dafür, dass du langfristig geben kannst. Nur wer auch für sich sorgt, hat genug Kraft, um wirklich für andere da zu sein.

Warum du dein Wissen trotzdem großzügig teilen darfst

Ein Kollege fragte mich einmal, wie ich all mein Wissen so sorglos weitergeben könne. Zuerst verstand ich die Frage nicht. Seine Sorge: Deine Arbeit kann kopiert werden, andere werden ebenso gut und erfolgreich wie du.

Ja, genau, das ist der Sinn. Wissen und Liebe werden mehr, wenn wir sie teilen. Dieses Grundprinzip trägt mein Leben und mein Unternehmen. Erfolgreiche Geber sind keine Übermenschen. Sie geben gern und ohne berechnende Absicht, freuen sich aber ebenso über Anerkennung und über den eigenen Erfolg. Diesen Erfolg messen sie weniger am Umsatz als daran, jemandem wirklich geholfen zu haben.

Vielleicht hast du dich bisher gefragt, ob deine sensible, hilfsbereite Art dich im Berufsleben ausbremst. Die Antwort ist klar. Nicht dein Geben hält dich zurück, sondern das Geben ohne Grenze. Sobald du beides verbindest, Großzügigkeit und Selbstachtsamkeit, wird aus deiner Sensibilität ein echter beruflicher Vorteil.

Dein Take-away

Deine gebende, hochsensible Art ist kein Hindernis auf dem Weg zum Erfolg, sondern dein größtes Kapital. Gib von Herzen und behalte dabei dich selbst im Blick. Achte auf eine gesunde Mischung aus Verschenken und Verkaufen, begrenze freundlich, was dich leert. Bitte um Unterstützung, wenn du sie brauchst. So wird dein Geben zum erfolgreichsten Business-Konzept, das es für dich gibt.

Wenn du andere Menschen professionell begleiten möchtest und dafür eine Ausbildung suchst, die deine Art zu denken und zu fühlen als Grundlage nimmt, dann schau dir die HOCHiX Coaching-Ausbildung an: https://hochix.com/coach-ausbildung/

Lies dazu auch „Erfolg im Leben – durch Geben“.

Danke für das Geschenk deiner Zeit.

Alles Liebe
Anne

 

Quellen

Grant, Adam, 2013, Give and Take. A Revolutionary Approach to Success, Viking, New York

Knowledge at Wharton, University of Pennsylvania, Givers vs. Takers: The Surprising Truth about Who Gets Ahead, knowledge.wharton.upenn.edu

Aron, Elaine N., 1997, The Highly Sensitive Person, Broadway Books, New York

Walker, Pete, 2013, Complex PTSD: From Surviving to Thriving, Azure Coyote Publishing (zur Fawn-Reaktion)

Heintze, Anne, Erfolg durch Geben: Warum Geber ganz oben und ganz unten stehen, www.hochix.com

HOCHiX Akademie, Niemand ist nur einfarbig: Warum Neurodivergenz fast immer mehrfach kommt, www.hochix.com

Kommentare

7 Kommentare

  1. Liebe Anne,

    vielen Dank für diesen Artikel, aus dem die Klarheit des gelebten Wissens, der Erfahrung spricht.
    Jetzt darf ich nur noch deine Tips mit eigenen Erfahrungen füllen. 🙂

    Toll, was du alles teilst. Das ist sehr hilfreich – großes Dankeschön für deine Unterstützung!

  2. Danke liebe Anne fůr deine wichtigen unterstůtzenden Tips. Ich werde sie auch anwenden. Habe mich gerade von einem egoistischen Nehmer verabschiedet. Wie befreiend. Danke ❤️

  3. Herzlichen Dank, liebe Anne, für diesen Artikel!
    Besonders der untere Teil (betreffs „Geben und Nehmen“) ist für mich sehr nachhaltig.

    Danke auch mal an dieser Stelle für die ansprechende und vielseitige Gestaltung des Newsletters!
    (Leider komme ich nicht immer sofort dazu, alles intensiv zu lesen, schiebe es deshalb in einen Extra-Ordner, und kann dann immer,
    wenn ich Zeit habe, nochmal oder weiterlesen).

    Lieben Gruß und einen schönen Tag,
    Gabi

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