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Die 20 besten Tipps gegen Prokrastination (Aufschieberitis)

20 Tipps gegen Prokrastination - So beendest du die Aufschieberitis
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Du kennst das Spiel: Die Aufgabe liegt da, du weißt genau, dass du sie angehen müsstest. Trotzdem putzt du lieber die Fenster oder scrollst durch dein Handy. Aufschieberitis hat fast jeder von uns schon erlebt. In diesem Artikel findest du 20 erprobte Tipps gegen Prokrastination. Sie helfen dir, leichter zu starten, klüger zu planen und liebevoll mit dir umzugehen, wenn es mal nicht rund läuft.

Prokrastination ist mehr als reine Faulheit. Wer aufschiebt, drückt sich nicht aus Bequemlichkeit, sondern weicht oft einem unangenehmen Gefühl aus. Eine Aufgabe wirkt zu groß, zu langweilig, zu fehleranfällig. Statt sie anzupacken, schiebst du sie vor dir her und der Druck wächst mit jedem Tag.

Die Forschung sieht im Aufschieben vor allem ein Problem der Gefühlsregulation. Der Psychologe Timothy Pychyl beschreibt Prokrastination als den Versuch, kurzfristig schlechte Laune zu vermeiden. Das verschafft im Moment Erleichterung, langfristig kostet es jedoch Nerven, Zeit und Selbstvertrauen.

Gute Nachrichten

Besonders hochsensible und vielbegabte Menschen geraten leicht in diese Falle. Viele Ideen, hohe Ansprüche und ein feines Gespür für mögliche Fehler führen schnell dazu, dass der Start sich unmöglich anfühlt. Die gute Nachricht: Aufschieben ist kein fester Charakterzug, sondern ein Muster, das du verändern kannst.

Die folgenden 20 Tipps sind nach Themen geordnet, von der Selbsterkenntnis über das clevere Planen bis zum liebevollen Dranbleiben. Such dir heraus, was zu dir passt. Probiere es gleich heute aus.

Verstehe, warum du aufschiebst

Bevor du gegen die Aufschieberitis ankämpfst, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf ihre Ursachen. Wer das eigene Muster versteht, kann es gezielter durchbrechen.

Hinterfrage dich. Schreibe dir deine Verhaltensweisen auf. Was machst du nur ungern und warum? Was könntest du in Zukunft anders machen? Oft zeigt sich beim Aufschreiben überraschend klar, an welcher Stelle die Aufschieberitis entsteht.

Sei dir über die Konsequenzen im Klaren. Welche Folgen hat es, wenn du eine Aufgabe nicht, nur mittelmäßig oder zu spät erledigst? Im ersten Moment erhöht diese Frage den Druck. Langfristig wirkt die ehrliche Antwort wie ein heilsamer Weckruf.

Dulde keine Entschuldigungen. Ausreden kennen Aufschieber in rauen Mengen. Frage dich bei jedem vermeintlichen Grund, warum etwas gerade nicht geht: Ist das wirklich so? Häufig entlarvst du die Ausrede schon im selben Moment.

Finde leichter in den Anfang

Der schwerste Moment ist fast immer der erste Schritt. Diese drei Tipps senken die Hürde, damit du endlich loslegst.

Fang jetzt gleich an. Die 72-Stunden-Regel besagt: Wenn du dir etwas vornimmst, mache innerhalb von 72 Stunden den ersten kleinen Schritt. Danach sinkt die Wahrscheinlichkeit, das Vorhaben überhaupt noch zu starten, drastisch ab.

Mache es konkret. Morgen um 14 Uhr recherchiere ich eine Stunde lang für Projekt X. Eine so genaue Verabredung mit dir selbst motiviert und lässt der Aufschieberitis kaum eine Lücke.

Beiß in den sauren Apfel. Nimm dir die unangenehmste Aufgabe zuerst vor. Brian Tracy nennt das treffend Eat That Frog. Ist der dickste Brocken erst erledigt, wird der restliche Tag spürbar leichter.

Plane deine Aufgaben klug

Gute Planung nimmt dem Aufschieben den Nährboden. Wer realistisch plant und sinnvoll sortiert, fühlt sich weniger überfordert.

Plane ausreichend Zeit ein. Erstelle einen realistischen Zeitplan und berücksichtige dabei Pausen sowie Puffer für Unvorhergesehenes. Wer sich zu wenig Zeit lässt, gerät unter Stress und schiebt erst recht auf.

Setze Prioritäten. Was ist wirklich wichtig und dringend, was hat Zeit? Entscheide nach diesen Kriterien und beginne mit der wichtigsten Aufgabe. So bekommt die Aufschieberitis weniger Spielraum.

Splitte große Aufgaben in kleine auf. Das schaffe ich nie ist der Satz, der uns ausbremst. Zerlege den Berg in kleine Steine und trage einen nach dem anderen ab. Jeder erledigte Teil gibt dir neuen Schwung.

Übertreibe es nicht. Zu viele Punkte auf einer Liste machen mutlos. Schreibe lieber mehrere kurze Listen, die du in überschaubaren Abständen abhaken kannst. Das Gefühl, voranzukommen, trägt dich weiter.

Bleib konzentriert bei der Sache

Sobald du im Tun bist, gilt es, deine Energie zu schützen. Diese Tipps helfen dir, fokussiert zu bleiben.

Nutze deine leistungsstarken Phasen. Erledige anspruchsvolle Aufgaben dann, wenn dein Kopf am klarsten ist. Lästigen Kleinkram legst du in die Phasen, in denen du ohnehin eher durchhängst.

Führe Routinen ein. Ein geregelter Tagesablauf verkleinert die Zeitnischen, in denen du der Aufschieberitis nachgeben kannst. Routinen sparen Entscheidungskraft und schaffen Verlässlichkeit.

Vermeide Unterbrechungen. Ständige Störungen kosten enorm viel Zeit und Konzentration. Richte dir täglich wenigstens eine stille Stunde ein, in der du ungestört arbeiten kannst.

Räume deinen Arbeitsplatz auf. Miste dein Büro regelmäßig aus und hinterlasse abends einen aufgeräumten Schreibtisch. Chaos verleitet zum gedanklichen Schlendrian und lenkt dich von der eigentlichen Aufgabe ab.

Kurz innehalten

Welche dieser Tipps sprechen dich gerade am stärksten an? Bei welcher Aufgabe schiebst du im Moment am liebsten auf und welcher einzige kleine Schritt wäre heute machbar? Notiere dir eine Sache, die du in den nächsten 72 Stunden anpackst.

Steh dir nicht selbst im Weg

Manchmal ist es nicht die Aufgabe, sondern unser Umgang mit uns selbst, der das Aufschieben befeuert. Diese drei Tipps lösen typische Selbstblockaden.

Stoppe den Perfektionisten in dir. Perfektionismus hält auf, weil du dich in unwichtigen Details verlierst. Riskiere ruhig einen Fehler. Wichtiger als die makellose Lösung ist, dass du überhaupt vorankommst.

Sage öfter nein. Bist du für jeden da, der dich um einen Gefallen bittet? Ein freundliches und bestimmtes Nein schützt deine Zeit. Das kostet ein wenig Mut, zahlt sich auf Dauer aber in jeder Hinsicht aus.

Fokussiere dich auf deine Stärken. Schwächen auszumerzen verschlingt viel Energie. Wer dagegen seine Stärken stärkt, kommt schneller und leichter ans Ziel. Frag dich, was dir wirklich liegt und baue darauf.

Bleib dran und sei gut zu dir

Veränderung braucht Geduld. Damit du nicht aufgibst, sorge für Erholung und feiere deine Fortschritte.

Belohne dich. Auch Teilerfolge verdienen Anerkennung. Belohnungen halten dich bei Laune und motivieren dich weiterzumachen. So wird die Aufschieberitis Stück für Stück kleiner.

Mache ausreichend Pausen. Steh ab und zu auf, streck dich, geh kurz an die frische Luft und trinke Wasser. Wer immer nur Vollgas gibt, steht irgendwann mit leerem Tank da.

Gib nicht auf. Selbst wenn du trotz aller Vorsätze wieder ins Aufschieben zurückfällst: Gib nicht auf. Behalte dein Ziel im Auge und geh trotzdem liebevoll mit dir um. Jeder neue Versuch zählt.

Aufschieben verlernt sich Schritt für Schritt

Du musst nicht alle 20 Tipps auf einmal umsetzen. Schon ein einziger davon, konsequent angewendet, kann dein Verhältnis zu unliebsamen Aufgaben verändern. Aufschieberitis ist kein Schicksal, sondern eine Gewohnheit und Gewohnheiten lassen sich neu schreiben.

Sei dabei nachsichtig mit dir. Gerade hochsensible und vielbegabte Menschen neigen dazu, sich für jeden Rückfall hart zu verurteilen. Doch Selbstkritik treibt dich nicht voran, sie lähmt dich nur zusätzlich. Freundlichkeit dir selbst gegenüber ist der wirksamere Motor.

Prokrastination entsteht meist aus dem Wunsch, ein unangenehmes Gefühl zu vermeiden. Du durchbrichst sie, indem du den ersten Schritt klein machst, klug planst und dich für Fortschritte belohnst. Stoppe den inneren Perfektionisten, schütze deine Konzentration und bleibe geduldig mit dir. Wähle dir jetzt einen Tipp aus und beginne in den nächsten 72 Stunden. Es ist nie zu spät, ins Handeln zu kommen.

Ich hoffe, ich habe das Geschenk deiner Zeit verdient.

Herzlichst
Anne

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Kommentare

Ein Kommentar

  1. Liebe Anne
    Ich bin selbst Life & Elterncoach und finde deinen Artikel über Prokrastination sehr spannend und denke deine Empfehlungen sind sehr hilfreich. Ich hatte selbst mal einen Fall eines Jugendlichen von 17 Jahren der noch Zuhause lebte. Nach langer Arbeit und vielen Gesprächen über das Thema „Aufschieberitis“ sind wir auf die absurde Idee gekommen, dass er mit seinen Eltern vereinbaren könnte, dass diese ihn an jedem Tag genau einmal erinnern was er zu tun hat, z.B. die Hausaufgaben, und er dann sofort und ohne zu zögern sich ans Werk macht. Wir mussten beide bei dieser Idee Lachen, doch er meinte es Ernst, dass ihm das Helfen könnte und zu meiner Überraschung half ihm diese Intervention auch. Manchmal liegt die Lösung sprichwörtlich vor den eigenen Füssen… 🙂
    Lg Mihaly Szöcs

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