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Essentials: Neurodivergenz
Coachingpraxis
Coaching-Ausbildung
Autoren
Anne Heintze
Harald Heintze
HOCHiX Community...
Der einzige Ort, an dem Neurodivergenz nicht erklärt werden muss – hier wird sie gefeiert, verstanden und zur Quelle deiner größten Stärke gemacht. Für alle Menschen, die anders besonders sind.
Über die einzigartige Landkarte deines neurodivergenten Denkens
Fühlst du dich oft missverstanden, weil du die Welt anders wahrnimmst als andere? Hochsensibilität, Vielbegabung, ADHS oder Asperger Autismus: deine neurodivergente Art zu denken und zu fühlen ist keine Störung, sondern eine einzigartige Landkarte der Realität. In diesem Artikel erfährst du, warum „Die Karte ist nicht das Gebiet“ die wichtigste Erkenntnis für hochsensible und neurodivergente Menschen ist, wie du deine eigene Wahrnehmung wertschätzen lernst und warum Scanner Persönlichkeiten und Menschen mit Hochsensitivität die Welt auf eine Weise sehen, die anderen verschlossen bleibt. Mit konkreten Übungen und Reflexionsfragen für deinen Alltag.
Stell dir vor, du stehst in einem Raum voller Menschen. Alle schauen auf dasselbe Gemälde. Und doch sieht jeder etwas anderes.
Der eine nimmt die Farben wahr, die andere die Komposition, wieder jemand spürt die Emotionen, die das Bild auslöst. Und du? Du siehst vielleicht die winzigen Risse in der Leinwand, spürst die Spannung im Raum, hörst das leise Summen der Beleuchtung und erkennst gleichzeitig die kunsthistorischen Bezüge, während deine Gedanken bereits drei Assoziationen weitergesprungen sind.
Willkommen in der Welt der multiplen Realitäten. Willkommen bei der Erkenntnis, die der Philosoph und Sprachforscher Alfred Korzybski mit einem einzigen Satz auf den Punkt brachte: „Die Karte ist nicht das Gebiet.“
Was zum Teufel bedeutet das eigentlich – und warum ist es für neurodivergente Menschen lebensverändernd?
Korzybski meinte damit etwas Revolutionäres: Alles, was wir wahrnehmen, denken oder in Worte fassen, ist niemals die Realität selbst, sondern immer nur unsere persönliche Landkarte davon. Eine Abstraktion. Eine Vereinfachung. Eine Interpretation.
Denk an eine echte Landkarte: Sie zeigt dir Straßen, Berge, Flüsse. Aber sie zeigt dir nicht, wie der Wind durch die Bäume pfeift, wie der Boden unter deinen Füßen nachgibt oder wie es sich anfühlt, auf diesem Berg zu stehen und in die Ferne zu blicken. Die Karte gibt dir Orientierung, aber sie ist nicht die Landschaft selbst.
Genauso ist es mit unserer Wahrnehmung: Dein Gehirn erstellt permanent Karten von der Welt. Und wenn du neurodivergent bist, ob mit Hochsensibilität, Hochsensitivität, Vielbegabung, ADHS, ADS oder Asperger Autismus, dann sieht deine Karte fundamental anders aus als die der meisten anderen Menschen.
Und hier kommt der entscheidende Punkt: Das ist kein Defekt. Das ist eine andere, oft präzisere Art der Kartografie.
Hochsensibilität und Hochsensitivität: Wenn deine Landkarte tausend Details mehr enthält
„Warum merkst du so etwas?“ Diesen Satz hast du vermutlich schon hundertmal gehört.
Wenn du hochsensibel oder hochsensitiv bist, ist deine Landkarte der Realität unglaublich detailreich. Wo andere eine glatte Oberfläche sehen, nimmst du Risse, Schattierungen, Schwingungen wahr. Du spürst die Anspannung in einem Raum, bevor jemand auch nur ein Wort gesagt hat. Du bemerkst den minimalen Tonfall-Wechsel in der Stimme deiner Kollegin. Du riechst, dass das Essen nicht mehr ganz frisch ist, während andere bereits zugreifen.
Die brutale Wahrheit: Deine Hochsensibilität zeigt dir ein Gebiet, das andere schlichtweg nicht sehen können. Ihre Karten sind gröber gezeichnet. Nicht, weil sie schlechter sind, sondern weil ihr Nervensystem andere Filter verwendet.
Die Geschichte von Sarah: Als die eigene Wahrnehmung zur Last wurde
Sarah, 34, kam zu uns in die HOCHiX Akademie, weil sie glaubte, „zu empfindlich“ zu sein. Jahrelang hatte sie gehört: „Stell dich nicht so an“, „Du überreagierst“, „Das bildest du dir ein“.
In einem Großraumbüro zu arbeiten, war für sie die Hölle. Nicht, weil sie schwach war, sondern weil ihre neuronale Landkarte jeden Tastaturanschlag, jedes Gespräch, jede flackernde Neonröhre in HD-Qualität aufzeichnete. Während ihre Kollegen „einfach abschalten“ konnten, hatte Sarah keine Off-Taste.
Was sie lernen musste: Ihre Karte war nicht falsch. Sie war nur anders und unfassbar wertvoll.
Praktische Übung für Hochsensible: Die Landkarten-Inventur
Zeit: 10 Minuten täglich für eine Woche
Nimm dir jeden Abend einen Moment und notiere:
- Welche subtilen Details habe ich heute wahrgenommen, die andere übersehen haben?
- In welchen Situationen war meine Hochsensitivität ein Geschenk? (z.B. Konflikt frühzeitig erkannt, atmosphärische Veränderung gespürt)
- Wo haben mir andere nicht geglaubt, obwohl ich richtig lag?
Erkenntnisziel: Du wirst sehen, wie oft deine hochsensible Wahrnehmung präziser war als die „normale“ Sichtweise. Deine Karte ist nicht übertrieben, sie ist detailgenau.
Scanner Persönlichkeit und Vielbegabung: Wenn eine einzige Karte nicht ausreicht
Du bist fasziniert von Quantenphysik, lernst nebenbei Italienisch, startest ein kreatives Projekt und interessierst dich plötzlich leidenschaftlich für urbanes Gärtnern? Herzlichen Glückwunsch, du bist vermutlich eine Scanner Persönlichkeit oder vielbegabt.
Das Problem: Die Gesellschaft liebt Spezialisten. Menschen, die eine Karte haben und dieser ein Leben lang treu bleiben.
Deine Realität: Du brauchst mehrere Karten gleichzeitig. Nicht, weil du dich nicht entscheiden kannst, sondern weil dein Gehirn das Gebiet der Welt in seiner ganzen Komplexität erfassen will.
Barbara Sher prägte den Begriff der Scanner Persönlichkeit für Menschen, die sich weigern, sich auf ein Interessengebiet festzulegen. Vielbegabung bedeutet nicht Zerstreutheit, es bedeutet, dass dein kognitives System die Welt multiperspektivisch kartografiert.
Die Karten-Sammler: Warum Vielbegabung neurologisch Sinn ergibt
Stell dir vor, du sollst ein fremdes Land erkunden. Die meisten Menschen nehmen eine detaillierte Straßenkarte und folgen ihr akribisch. Du hingegen nimmst eine topografische Karte, eine historische Karte, eine kulinarische Karte, eine geologische Karte und legst sie übereinander.
Was nach Chaos aussieht, ist in Wahrheit ein dreidimensionales Verständnis des Gebiets.
Menschen mit Vielbegabung oder Scanner Persönlichkeiten sehen Zusammenhänge, die anderen verborgen bleiben, weil sie Informationen aus verschiedenen Disziplinen verknüpfen. Steve Jobs nannte es „connecting the dots“.
Reflexionsfragen für Scanner Persönlichkeiten:
- Welche meiner verschiedenen Interessen haben tatsächlich einen roten Faden, den ich bisher nicht erkannt habe?
- Wo wurde meine Vielbegabung als „nicht fokussiert“ abgewertet, obwohl ich gerade ein größeres Muster erkannte?
- Welches Problem könnte ich durch meine multiperspektivische Wahrnehmung lösen, das Spezialisten nicht sehen?
Wichtig: Schreib die Antworten auf. Scanner Persönlichkeiten vergessen oft ihre eigenen brillanten Erkenntnisse, weil sie bereits beim nächsten Thema sind.
ADHS und ADS: Die lebendige, nicht-lineare Landkarte
Wenn du ADHS oder ADS hast, ist deine Landkarte… nun ja, lebendig. Sie verändert sich ständig, springt zwischen Perspektiven, entdeckt Abkürzungen und Nebenwege, die auf keiner offiziellen Karte verzeichnet sind.
Das neurotypische Missverständnis: „Du bist chaotisch und unkonzentriert.“
Die Wahrheit: Dein Gehirn kartografiert das Gebiet nicht linear, sondern assoziativ. Es findet Verbindungen, die andere niemals sehen würden, weil es sich weigert, auf den vorgegebenen Straßen zu bleiben.
ADHS: Wenn die Karte vor Energie sprüht
Menschen mit ADHS haben eine Landkarte voller Ausrufezeichen, Sternchen und handgeschriebener Notizen am Rand: „Hier könnte man auch…!“, „Was wäre, wenn…?“, „Moment, das erinnert mich an…!“
Diese Art der Wahrnehmung ist für strukturierte, vorhersehbare Umgebungen eine Herausforderung. Für kreative Problemlösung, Innovation und das Denken außerhalb festgefahrener Bahnen? Pure Magie.
ADS: Die stille Tiefe der inneren Landschaft
ADS (die Variante ohne Hyperaktivität) wird oft übersehen, weil die Landkarte nach außen ruhig wirkt. Doch in dir drin tobt ein ganzes Universum. Deine Gedanken wandern, vertiefen sich, verlieren sich in inneren Landschaften, die reich und komplex sind.
Das Problem: Die Welt erwartet, dass du auf ihrer Karte bleibst. Dass du „bei der Sache“ bist. Dass du nicht abschweifst.
Doch dein Abschweifen ist kein Abschweifen, es ist eine Forschungsreise in Gebiete, die andere nie betreten werden.
Übung für Menschen mit ADHS/ADS: Die Assoziationskarte
Material: Großes Blatt Papier, bunte Stifte
Anleitung:
- Schreib ein aktuelles Problem oder Projekt in die Mitte
- Lass deine Gedanken schweifen und notiere ALLE Assoziationen, die auftauchen – egal wie absurd
- Verbinde die Punkte nicht logisch, sondern so, wie dein Gehirn sie verbindet
- Nach 15 Minuten: Tritt einen Schritt zurück
Was du sehen wirst: Deine „chaotische“ ADHS-Wahrnehmung hat Verbindungen geschaffen, auf die ein linearer Denker nie gekommen wäre. Das ist nicht Ablenkung, das ist kreative Intelligenz.
Hochbegabung: Die Landkarte mit zusätzlichen Dimensionen
Hochbegabte Menschen haben ein besonderes Problem: Ihre Landkarte hat mehr Dimensionen als die der meisten anderen. Sie sehen nicht nur die Straßen und Berge, sie sehen geologische Schichten, historische Entwicklungen, zukünftige Möglichkeiten und abstrakte Muster gleichzeitig.
Das führt zu einem paradoxen Gefühl: Du verstehst die Welt tiefer als andere, fühlst dich aber gleichzeitig isoliert, weil niemand deine Karte lesen kann.
Wenn Hochbegabung auf Hochsensibilität trifft
Viele hochbegabte Menschen sind gleichzeitig hochsensibel, eine kraftvolle, aber auch herausfordernde Kombination. Du durchdringst komplexe Systeme mit Leichtigkeit UND spürst jede emotionale Nuance im Raum.
Deine Landkarte ist nicht nur detailreich, sie ist multidimensional und hochauflösend. Das kann überwältigend sein.
Die Geschichte von Michael: Michael, ein hochbegabter Software-Entwickler mit Hochsensibilität, beschrieb es so: „Ich sehe sofort zehn Lösungen für ein Problem, während andere noch das Problem verstehen. Aber ich spüre auch die Frustration meines Kollegen, die Ungeduld meiner Chefin und meine eigene Überforderung durch die Bürobeleuchtung. Meine Karte zeigt mir alles und manchmal ist das zu viel.“
Reflexionsfragen für hochbegabte Menschen:
- Wo mache ich mich klein, damit andere sich nicht dumm fühlen?
- Welche komplexen Zusammenhänge sehe ich, die ich bisher nicht ausgesprochen habe?
- Wer in meinem Leben kann meine mehrdimensionale Landkarte wertschätzen, ohne überfordert zu sein?
Asperger Autismus: Die systematische, kristallklare Landkarte
Menschen mit Asperger Autismus erstellen Landkarten von einer Präzision und Klarheit, die neurologisch typische Menschen selten erreichen. Sie sehen Muster, Strukturen, Regelmäßigkeiten und Logiken, die anderen vollkommen entgehen.
Das neurotypische Missverständnis: „Du bist zu starr, zu detailfixiert, zu wenig flexibel.“
Die Wahrheit: Deine Landkarte ist nicht starr, sie ist präzise. Und diese Präzision ist in einer chaotischen Welt unfassbar wertvoll.
Autistische Wahrnehmung: Wenn Details die wahre Geschichte erzählen
Während neurotypische Menschen die Welt in groben Zügen erfassen und Details ignorieren, tun autistische Menschen das Gegenteil: Sie erfassen die Details mit einer Genauigkeit, die wissenschaftlicher Forschung gleicht. Und oft sind es genau diese Details, die den Unterschied machen.
Ein Beispiel: In einem Meeting sagen alle „Das sieht gut aus“. Du aber bemerkst, dass die Zahlen in Spalte F nicht mit der Formel in Spalte G übereinstimmen. Drei Wochen später stellt sich heraus: Du hattest recht. Die Details erzählten die wahre Geschichte.
Deine autistische Wahrnehmung ist keine soziale Schwäche, sie ist eine kognitive Stärke, die häufig unterschätzt wird.
Die Herausforderung: Wenn niemand deine Karte versteht
Das größte Problem für Menschen mit Asperger Autismus ist nicht ihre eigene Wahrnehmung. Es ist die Tatsache, dass die Mehrheit eine völlig andere Karte verwendet. Eine Karte, die auf impliziten sozialen Regeln, unausgesprochenen Erwartungen und „zwischen den Zeilen lesen“ basiert.
Stell dir vor, du hast eine exakte topografische Karte mit GPS-Koordinaten, während alle anderen mit groben Skizzen und „ungefähr da links“ arbeiten. Du bist nicht falsch, du bist präzise in einer ungenauen Welt.
Übung für Menschen mit Asperger Autismus: Die Muster-Dokumentation
Zeit: Eine Woche
Anleitung: Fotografiere oder notiere jeden Tag ein Muster, das dir aufgefallen ist, das andere übersehen haben:
- Ein sich wiederholendes Verhalten
- Eine logische Inkonsistenz
- Eine strukturelle Regelmäßigkeit
- Eine verborgene Ordnung in scheinbarem Chaos
Am Ende der Woche: Betrachte deine Sammlung. Was du siehst, ist der Beweis dafür, dass deine autistische Wahrnehmung Dinge erfasst, die für andere unsichtbar bleiben.
Die gefährliche Illusion: Wenn die Mehrheit ihre Karte für das Gebiet hält
Hier wird es philosophisch und gleichzeitig zutiefst praktisch für dein Leben.
Die Mehrheitsgesellschaft lebt in einer kollektiven Illusion: Sie glaubt, ihre Konsens-Karte sei die Realität selbst. Diese Karte hat klare Straßen namens „So macht man das“, feste Grenzen namens „Das ist normal“ und Verbotszonen namens „Das geht zu weit“.
Und dann kommst du.
Mit deiner Hochsensibilität siehst du Dinge, die auf ihrer Karte nicht verzeichnet sind. Mit deiner Vielbegabung springst du zwischen Gebieten, die auf ihrer Karte getrennt sind. Mit deinem ADHS oder ADS findest du Wege, die auf ihrer Karte nicht existieren. Mit deiner Hochbegabung erkennst du Dimensionen, die ihre Karte nicht abbilden kann. Mit deinem Asperger Autismus entdeckst du Präzisionen, die ihre Karte ignoriert.
Die Reaktion der Mehrheit? „Deine Karte ist falsch.“
Warum das ein fundamentaler Denkfehler ist
Erinnere dich: Die Karte ist nicht das Gebiet.
Die Konsens-Karte der Mehrheit ist eine Vereinfachung. Sie funktioniert für die meisten Alltagssituationen, weil sie Komplexität reduziert und Orientierung gibt. Aber sie ist nicht die Wahrheit.
Deine neurodivergente Karte mit all ihrer Sensibilität, ihren multiplen Perspektiven, ihrer Lebendigkeit, ihrer Tiefe oder ihrer Präzision, sie ist ebenfalls nicht die Wahrheit. Aber sie ist auch nicht falsch.
Sie ist eine andere, oft reichhaltigere Darstellung desselben Gebiets.
Was das für dich bedeutet
Du musst aufhören, deine Karte an der Mehrheitskarte zu messen. Die Frage ist nicht: „Warum bin ich anders?“ Die Frage ist: „Was sehe ich, das andere nicht sehen und welchen Wert hat diese Perspektive?“
Reflexionsübung: Der Perspektivwechsel
Teil 1 – Deine Wahrheit: Schreibe drei Situationen auf, in denen deine neurodivergente Wahrnehmung dir etwas gezeigt hat, das andere nicht gesehen haben.
Teil 2 – Die andere Wahrheit: Schreibe zu jeder Situation, warum die andere Person ihre Sicht hatte – nicht, weil sie dumm war, sondern weil ihre Karte andere Schwerpunkte hatte.
Teil 3 – Das größere Bild: Was würde passieren, wenn beide Karten respektiert würden? Welches umfassendere Verständnis der Situation würde entstehen?
Erkenntnisziel: Du lernst, deine Wahrnehmung zu validieren, ohne die der anderen abzuwerten. Und du erkennst, dass die Integration verschiedener Karten zu einem reicheren Verständnis der Realität führt.
Scanner Persönlichkeit im Berufsleben: Wenn Vielbegabung auf Stellenbeschreibungen trifft
„Sie sollten sich spezialisieren.“ – Dieser Ratschlag ist für Scanner Persönlichkeiten und vielbegabte Menschen Gift.
Die berufliche Realität: Stellenbeschreibungen sind Karten. Sehr spezifische, eng definierte Karten mit klaren Grenzen. „Projektmanagerin“, „Grafikdesignerin“, „Therapeut*in“, jede Rolle ist eine Karte mit festgelegten Routen.
Deine Realität als Scanner: Du siehst das ganze Gebiet. Du siehst, wie Projektmanagement mit Design zusammenhängt, wie Therapie mit Unternehmensführung verbunden ist, wie scheinbar getrennte Bereiche ineinandergreifen.
Die Arbeitswelt will, dass du eine Karte wählst und dabei bleibst. Dein Gehirn will das Gebiet in seiner Gesamtheit erfassen.
Die Geschichte von Julia: Als Vielbegabung zum Karriere-Stolperstein wurde
Julia hatte drei abgeschlossene Studiengänge, fünf berufliche Stationen in völlig unterschiedlichen Branchen und ein ständiges Gefühl, „nicht richtig zu sein“. In Bewerbungsgesprächen wurde ihre Vielbegabung als „sprunghaft“ interpretiert, ihre Scanner Persönlichkeit als „unzuverlässig“.
Bis sie verstand: Ihre Karte war nicht das Problem. Das Problem war, dass sie versuchte, ihre multidimensionale Karte in eindimensionale Kategorien zu pressen.
Heute arbeitet Julia als Strategieberaterin für komplexe Transformationsprozesse. Genau dort, wo ihre Fähigkeit, verschiedene Disziplinen zu verbinden, gefragt ist. Sie hat aufgehört, eine Spezialistin zu sein, und ist stattdessen eine Generalistin geworden, die Muster über Fachgrenzen hinweg erkennt.
Praktische Übung für Scanner Persönlichkeiten: Die Metaebene finden
Schritt 1: Liste alle deine bisherigen Interessen, Jobs, Hobbys und Projekte auf
Schritt 2: Frage dich: Was ist das verbindende Element? (Nicht oberflächlich, sondern tief: Welches Problem will ich lösen? Welche Art von Komplexität fasziniert mich?)
Schritt 3: Formuliere deine berufliche Identität neu – nicht als Spezialist, sondern als jemand, der Brücken baut zwischen X und Y
Beispiel: Statt „Ich kann mich nicht entscheiden zwischen Marketing und Psychologie“ wird „Ich übersetze psychologische Erkenntnisse in wirkungsvolle Kommunikationsstrategien“.
ADHS im Alltag: Wenn deine Karte schneller ist als die Realität
Menschen mit ADHS erleben Zeit, Prioritäten und Aufmerksamkeit anders. Deine Karte wird permanent aktualisiert, neue Wege tauchen auf, alte Routen verlieren plötzlich ihre Relevanz.
Das neurotypische Problem damit: Die Welt erwartet Konstanz. Plane am Montag, führe am Dienstag aus, evaluiere am Freitag. Deine ADHS-Karte sagt: „Montag ist eine Ewigkeit her, die Situation hat sich zehnmal verändert, warum sollte ich einem veralteten Plan folgen?“
ADS im Beruf: Die unsichtbare Herausforderung
ADS (ohne Hyperaktivität) ist wie eine Landkarte, die ständig von innen leuchtet, während du versuchst, die äußere Karte zu lesen. Meetings? Du bist körperlich da, aber deine innere Karte zeigt dir bereits drei Paralleluniversen, zwei vergangene Gespräche und eine Idee, die nichts mit dem aktuellen Thema zu tun hat.
Was andere sehen: „Sie ist unaufmerksam.“ Was wirklich passiert: Dein Gehirn kartografiert gerade Zusammenhänge, die mit dem aktuellen Thema verbunden sein könnten – oder auch nicht.
Übung für ADHS/ADS: Die Prioritäten-Landkarte
Material: Whiteboard oder große Pinnwand, die dauerhaft sichtbar bleibt
Methode:
- Rote Zone: Dinge, die wirklich heute erledigt werden müssen
- Gelbe Zone: Dinge, die wichtig sind, aber flexibel im Timing
- Grüne Zone: Interessante Projekte ohne Deadline
- Blaue Zone: Ideen für später
Wichtig: Fotografiere deine Karte jeden Abend. ADHS-Gehirne vergessen ihre eigenen Prioritäten über Nacht. Die Foto-Serie zeigt dir, wie sich deine Wahrnehmung verändert und hilft dir, wirkliche Muster von Momentaufnahmen zu unterscheiden.
Hochsensibilität im Berufsalltag: Wenn die Umgebung deine Karte überschreibt
Hochsensible und hochsensitive Menschen haben eine besondere Herausforderung: Ihre Landkarte wird permanent von der Umgebung neu gezeichnet. Jede Stimmung im Raum, jede Geräuschkulisse, jede visuelle Unruhe verändert die Karte.
In einem toxischen Arbeitsumfeld kann das bedeuten: Du nimmst die Spannungen, die unausgesprochenen Konflikte, die Unehrlichkeit so intensiv wahr, dass deine eigene Karte unleserlich wird. Du kannst dich nicht mehr auf deine eigenen Wahrnehmungen verlassen, weil die Eindrücke von außen zu überwältigend sind.
Die Grenze zwischen Empathie und Übernahme
Hochsensibilität bedeutet oft auch: Du spürst die Emotionen anderer so intensiv, dass du nicht mehr unterscheiden kannst, was deine eigene Wahrnehmung ist und was du von anderen aufnimmst.
Deine Landkarte zeigt dann nicht mehr das Gebiet, sie zeigt eine Mischung aus deiner Wahrnehmung und der Wahrnehmung aller anderen im Raum.
Das ist emotional erschöpfend und führt oft dazu, dass hochsensitive Menschen sich selbst verlieren.
Übung für Hochsensible: Die Grenzziehung
Situation: Du bist in einem Raum mit anderen Menschen und spürst, wie dich Emotionen überschwemmen
Methode:
- Halte inne und frage dich: „Was davon ist meins?“
- Spüre deinen Körper: Wo sitzt das Gefühl? Im Bauch? In der Brust? Im Kopf?
- Frage: „Hatte ich dieses Gefühl schon, bevor ich den Raum betrat?“
- Wenn nein: „Wessen Emotion könnte das sein?“
Visualisierung: Stell dir vor, wie du eine transparente Grenze um dich ziehst, wie eine zweite Haut. Emotionen von außen können an diese Grenze herantreten, aber sie können nicht mehr automatisch eintreten.
Ziel: Du lernst, zwischen deiner eigenen Wahrnehmung und der Übernahme fremder Emotionen zu unterscheiden. Deine Hochsensitivität bleibt erhalten, aber sie überwältigt dich nicht mehr.
Die Integration: Wenn verschiedene Landkarten zusammenkommen
Hier wird es spannend: Viele Menschen sind nicht nur in einer Kategorie neurodivergent. Du bist vielleicht hochsensibel UND hochbegabt. Oder du hast ADHS UND bist eine Scanner Persönlichkeit. Oder du hast Asperger Autismus UND Hochsensibilität.
Jede Kombination erstellt eine einzigartige Landkarte.
Hochsensibilität + Hochbegabung: Die intensive Wahrnehmungstiefe
Diese Kombination ist wie eine topografische Karte in 4D. Du siehst nicht nur mehr, du verstehst auch die komplexen Zusammenhänge hinter dem, was du siehst. Und du fühlst die emotionalen Implikationen jeder Erkenntnis.
Die Herausforderung: Die Welt ist nicht nur überwältigend detailreich, sie ist auch überwältigend komplex. Dein Gehirn arbeitet auf Hochtouren, permanent.
Die Stärke: Du kannst Probleme auf einer Ebene durchdringen, die anderen verschlossen bleibt. Du siehst Lösungen, die sowohl analytisch brillant als auch emotional stimmig sind.
ADHS + Scanner Persönlichkeit: Die explosive Kreativität
Wenn ADHS auf Vielbegabung trifft, entsteht ein kognitives Feuerwerk. Deine Karte hat nicht nur viele Ebenen, sie verändert sich auch noch ständig. Neue Verbindungen, spontane Erkenntnisse, kreative Quantensprünge.
Die Herausforderung: Projekte zu Ende zu bringen fühlt sich an wie der Versuch, Wasser in einem Sieb zu transportieren.
Die Stärke: Du generierst Ideen und Lösungsansätze in einer Geschwindigkeit und Originalität, die für neurotypische Menschen unerreichbar ist.
Asperger Autismus + Hochbegabung: Die brillante Präzision
Diese Kombination schafft Landkarten von wissenschaftlicher Genauigkeit und gleichzeitig analytischer Tiefe. Du siehst nicht nur Muster, du verstehst die Prinzipien dahinter. Du erkennst nicht nur Strukturen, du durchdringst ihre Logik bis ins letzte Detail.
Die Herausforderung: Die soziale Welt erscheint oft irrational, unlogisch und frustrierend inkonsistent.
Die Stärke: In Bereichen, die Präzision, systematisches Denken und komplexe Analyse erfordern, bist du unschlagbar.
Reflexionsfrage: Deine einzigartige Landkarten-Kombination
Welche Formen von Neurodivergenz treffen in dir zusammen? Und wie beeinflussen sie sich gegenseitig?
Schreibe auf:
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- Wie verstärken sich deine verschiedenen neurodivergenten Eigenschaften gegenseitig?
- Wo entstehen Spannungen zwischen ihnen? (z.B. ADHS will springen, Hochsensibilität braucht Ruhe)
- Welche einzigartige Perspektive entsteht genau durch DEINE spezifische Kombination?
Wichtig: Deine Landkarte ist nicht die Summe einzelner Eigenschaften – sie ist ein völlig neues, integriertes System der Wahrnehmung.
Wenn die eigene Karte zum Gefängnis wird: Die Gefahr der Selbstbeschränkung
Jetzt kommt ein unbequemer Gedanke, aber ein wichtiger:
Auch du kannst deine eigene Karte mit dem Gebiet verwechseln.
Hochsensible Menschen können glauben: „Die Welt IST überwältigend“, statt zu erkennen: „Meine Wahrnehmung der Welt ist intensiv, aber ich kann lernen, damit umzugehen.“
Menschen mit ADHS können denken: „Ich KANN nicht langfristig planen“, statt zu sehen: „Meine Art zu planen ist anders, aber ich kann Systeme entwickeln, die für mich funktionieren.“
Scanner Persönlichkeiten können sich einreden: „Ich werde NIE etwas zu Ende bringen“, statt zu erkennen: „Meine Definition von ‚zu Ende‘ ist anders als die der Mehrheit.“
Menschen mit Asperger Autismus können glauben: „Ich BIN sozial inkompetent“, statt zu verstehen: „Ich spreche eine andere soziale Sprache, aber ich kann lernen, beide Sprachen zu navigieren.“
Die Meta-Perspektive: Deine Karte beobachten
Das ist vielleicht die wichtigste Fähigkeit überhaupt: Die Fähigkeit, einen Schritt zurückzutreten und zu erkennen: „Das ist meine Karte. Nicht die Realität. Nicht die einzige Wahrheit. Eine Karte.“
Diese Meta-Perspektive gibt dir Freiheit. Sie bedeutet nicht, dass du deine Wahrnehmung leugnest oder klein machst. Sie bedeutet, dass du sie als das erkennst, was sie ist: Eine wertvolle, aber nicht absolute Darstellung der Wirklichkeit.
Übung: Die Karten-Distanzierung
Wenn du merkst, dass dich eine Überzeugung einengt:
- Formuliere sie als Fakt: „Ich bin zu sensibel für Großraumbüros“
- Übersetze sie in Kartografie-Sprache: „Meine Wahrnehmungskarte zeigt Großraumbüros als überwältigende Reizlandschaft“
- Frage: „Ist das die einzig mögliche Karte? Oder gibt es andere Wege, dieses Gebiet zu kartografieren?“
- Experimentiere: „Welche Mini-Veränderung könnte meine Karte neu zeichnen?“ (Noise-Cancelling-Kopfhörer? Bestimmte Tageszeiten? Ein abgetrennter Bereich?)
Ziel: Du bleibst der Kartograf deiner Realität, statt zum Gefangenen deiner eigenen Karte zu werden.
Die Gesellschaft als Kartograf: Wer bestimmt, welche Karte gilt?
Lass uns über Macht sprechen. Denn die Frage „Welche Karte ist richtig?“ ist immer auch eine Frage von Macht und Mehrheit.
Die neurotypische Mehrheit hat ihre Karte zur Norm erklärt. Nicht, weil sie objektiv besser ist, sondern weil sie die Mehrheit repräsentiert. Und weil sie die Systeme, Strukturen und Institutionen geschaffen hat, die diese Karte verstärken.
Schulsysteme sind für neurotypische Lernstile gebaut. Arbeitswelten sind für neurotypische Aufmerksamkeitsspannen konzipiert. Soziale Erwartungen basieren auf neurotypischer Kommunikation.
Wenn du neurodivergent bist, lebst du in einer Welt, die nach einer Karte gebaut wurde, die nicht die deine ist.
Das ist kein persönliches Versagen, das ist ein systemisches Design-Problem
Stell dir vor, du bist Linkshänder in einer Welt, in der alle Werkzeuge für Rechtshänder gebaut sind. Bist du dann unfähig? Oder sind die Werkzeuge ungeeignet?
Hochsensibilität in einem reizüberfluteten Büro ist nicht dein Problem, es ist ein Problem der Bürogestaltung.
ADHS in einem 8-Stunden-Sitzjob ist nicht deine Schwäche, es ist ein Problem der Arbeitsstruktur.
Asperger Autismus in einer Welt impliziter sozialer Codes ist nicht deine Störung, es ist ein Problem mangelnder Klarheit und Kommunikation.
Scanner Persönlichkeit in einer spezialisierten Berufswelt ist nicht deine Inkompetenz, es ist ein Problem des veralteten Karrieremodells.
Die subversive Frage: Wessen Karte sollte sich ändern?
Was wäre, wenn nicht du dich anpassen müsstest, sondern die Systeme?
Was wäre, wenn Schulen verschiedene Lernlandkarten respektieren würden?
Was wäre, wenn Arbeitgeber erkennen würden, dass verschiedene Wahrnehmungskarten zu besseren Ergebnissen führen?
Was wäre, wenn die Gesellschaft aufhören würde, eine einzige Karte als „normal“ zu definieren?
Das ist keine Utopie. Das ist Neurodiversitäts-Bewegung. Und sie gewinnt an Kraft.
Reflexionsfragen zur gesellschaftlichen Karte:
- In welchen Systemen (Schule, Arbeit, Familie, Gesundheit) werde ich gezwungen, nach einer Karte zu navigieren, die nicht meine ist?
- Wo habe ich internalisiert, dass ICH das Problem bin, statt zu erkennen, dass das SYSTEM nicht für meine Wahrnehmung designt ist?
- Welchen kleinen oder großen Schritt kann ich tun, um ein System so zu verändern, dass es meine Landkarte respektiert?
Praktische Navigation: Wie du mit verschiedenen Karten in einer neurotypischen Welt lebst
Theorie ist schön. Aber du musst morgen zur Arbeit, in soziale Situationen, durch einen Alltag, der nicht für deine Wahrnehmung gebaut ist.
Hier sind konkrete Strategien für verschiedene neurodivergente Erfahrungen:
Für Hochsensible und Hochsensitive: Die Reizlandkarte
Erstelle eine persönliche Reizlandkarte:
Rote Zonen (unerträglich): Welche Umgebungen, Geräusche, sozialen Situationen überfluten dich komplett?
Gelbe Zonen (herausfordernd, aber machbar): Was kannst du für begrenzte Zeit aushalten?
Grüne Zonen (energiegebend): Wo tankt deine Hochsensibilität auf?
Praktische Anwendung:
- Plane grüne Zonen VOR und NACH roten Zonen ein
- Kommuniziere deine Grenzen: „Ich brauche nach dem Meeting 15 Minuten Stille“
- Schaffe physische Rückzugsorte (auch am Arbeitsplatz)
Für Scanner Persönlichkeiten und Vielbegabte: Das Portfolio-Modell
Stopp mit der Suche nach DEM einen Ding. Baue stattdessen ein Portfolio:
Kern-Projekte (2-3): Womit verdienst du Geld oder investierst langfristig?
Satelliten-Interessen (4-6): Woran arbeitest du nebenbei, ohne Druckerwartung?
Forschungs-Expeditionen (unbegrenzt): Was erkundest du gerade, ohne zu wissen, ob es bleibt?
Praktische Anwendung:
- Akzeptiere, dass Satelliten und Expeditionen kommen und gehen dürfen
- Schütze deine Kern-Projekte vor dem Scanner-Impuls, alles gleichzeitig zu wollen
- Erkenne: Vielbegabung ist kein Bug, es ist dein Betriebssystem
Für Menschen mit ADHS/ADS: Das externe Gehirn-System
Dein ADHS-Gehirn vergisst. Das ist nicht heilbar, aber kompensierbar:
Capture-System: Alles, was dir einfällt, sofort aufschreiben (App, Notizbuch, Voice Memo – egal was, Hauptsache schnell)
Cluster-System: Einmal täglich die Captures in Kategorien sortieren (10 Min. reichen)
Reminder-System: Nicht auf dein Gedächtnis verlassen, sondern auf externe Erinnerungen
Hyperfokus-Respekt: Wenn der Hyperfokus kommt, lass alles andere liegen (soweit möglich)
Praktische Anwendung:
- Stopp mit der Selbstgeißelung fürs Vergessen. Baue Systeme
- Nutze die ADHS-Stärken: Kreativität, Begeisterung, Problemlösung im Chaos
- Finde ADHS-freundliche Arbeitsformen (kurze Sprints statt Marathons)
Für Menschen mit Asperger Autismus: Die Übersetzungs-Strategie
Du musst nicht neurotypisch werden. Aber du kannst lernen, zu übersetzen:
Soziale Skripte: Sammle Formulierungen, die in bestimmten Situationen funktionieren (nicht als Maske, sondern als Werkzeug)
Explizit-Machen: Sage, was du brauchst: „Ich verstehe implizite Hinweise oft nicht. Sag mir direkt, was du meinst.“
Muster-Analyse: Nutze deine autistische Stärke, Muster zu erkennen, auch in sozialem Verhalten
Energie-Management: Soziale Interaktion kostet dich mehr Energie als neurotypischen Menschen. Plane Erholungsphasen ein.
Praktische Anwendung:
- Suche Umgebungen, die Klarheit und Struktur schätzen
- Finde Menschen, die deine direkte Kommunikation als Erleichterung empfinden
- Erlaube dir, soziale Situationen strategisch zu dosieren
Für hochbegabte Menschen: Die Unter-Forderungs-Diagnose
Das größte Problem hochbegabter Menschen ist nicht Überforderung – es ist Unterforderung:
Komplexitäts-Audit: Wo in deinem Leben mangelt es an intellektueller Herausforderung?
Peer-Finding: Wo findest du Menschen, die auf deinem kognitiven Level kommunizieren?
Challenge-Injection: Wie kannst du selbst in stupiden Jobs intellektuelle Herausforderungen schaffen?
Praktische Anwendung:
- Stopp mit dem Kleinmachen deiner Intelligenz
- Suche aktiv nach komplexen Problemen
- Baue ein Netzwerk von Menschen, die deine Tiefe verstehen
Die HOCHiX Akademie: Wenn du deine Landkarte professionell weiterentwickeln willst
Du hast bis hier gelesen. Das zeigt: Du bist bereit, tiefer zu gehen.
Die Karte ist nicht das Gebiet – diese Erkenntnis ist der Anfang. Aber was kommt dann?
In der HOCHiX Akademie bilden wir Coaches aus, die spezialisiert sind auf Hochsensibilität, Hochsensitivität, Vielbegabung, Scanner Persönlichkeiten, ADHS, ADS, Asperger Autismus und Hochbegabung.
Warum? Weil neurotypische Coaching-Methoden für neurodivergente Menschen oft nicht funktionieren. Weil wir Coaches brauchen, die verschiedene Landkarten lesen können. Weil Menschen wie du Begleitung verdienen, die deine Wahrnehmung nicht pathologisiert, sondern als wertvolle Ressource versteht.
Was macht unsere Coaching-Ausbildung anders?
Neurodiversität als Normalität: Wir behandeln Hochsensibilität, ADHS, Autismus und Vielbegabung nicht als Störungen, sondern als natürliche Variationen menschlicher Wahrnehmung.
Praxisorientierte Methoden: Du lernst konkrete Tools für die Arbeit mit hochsensiblen Klient*innen, Scanner Persönlichkeiten, Menschen mit ADHS/ADS und Asperger Autismus.
Community: Du triffst andere neurodivergente Menschen, die verstehen, wovon du sprichst, wenn du von deiner einzigartigen Wahrnehmung erzählst.
Für wen ist die Ausbildung?
- Du bist selbst neurodivergent (hochsensibel, vielbegabt, ADHS, autistisch, hochbegabt) und willst andere Menschen mit ähnlichen Erfahrungen professionell begleiten
- Du arbeitest bereits als Coach oder Therapeut*in und merkst, dass deine bisherigen Methoden bei neurodivergenten Klient*innen nicht greifen
- Du willst verstehen, wie hochsensitive Wahrnehmung, Scanner-Denken oder autistische Informationsverarbeitung wirklich funktionieren. Nicht aus Lehrbüchern, sondern aus der gelebten Erfahrung
Mehr Infos zur Ausbildung findest du hier auf unserer Website: https://hochix.com/coaching-ausbildung/
Die Integration aller Karten: Wie Neurodiversität die Welt reicher macht
Stell dir eine Welt vor, in der alle Menschen dieselbe Landkarte hätten. Jeder würde dieselben Straßen sehen, dieselben Orientierungspunkte nutzen, dieselben Wege gehen.
Diese Welt wäre ärmer. Deutlich ärmer.
Hochsensible Menschen warnen uns vor Gefahren, bevor sie sichtbar werden. Ihre Wahrnehmungskarte zeigt feine Risse im sozialen Gefüge, subtile Verschiebungen in Gruppendynamiken, erste Anzeichen von Problemen.
Scanner Persönlichkeiten und Vielbegabte verbinden Wissensgebiete, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben. Ihre multiperspektivische Karte führt zu Innovationen, auf die Spezialisten nie kommen würden.
Menschen mit ADHS finden kreative Lösungen in Krisensituationen, weil ihre Karte ständig neue Wege zeichnet. Sie denken außerhalb festgefahrener Strukturen, weil ihre Wahrnehmung sich weigert, in diesen Strukturen gefangen zu bleiben.
Hochbegabte durchdringen komplexe Systeme und erkennen Zusammenhänge, die anderen verborgen bleiben. Ihre mehrdimensionale Karte ermöglicht Durchbrüche in Wissenschaft, Philosophie, Kunst und Technologie.
Menschen mit Asperger Autismus entdecken Muster, Regeln und Strukturen, die die Grundlage für präzise Systeme und zuverlässige Prozesse bilden. Ihre klare, detaillierte Karte sorgt für Qualität und Konsistenz.
Jede dieser Wahrnehmungsarten ist ein Geschenk an die Menschheit.
Die Symphonie der Karten
Einzeln ist jede Karte wertvoll. Zusammen entsteht etwas Größeres.
Wenn die hochsensible Wahrnehmung die subtilen Emotionen erfasst, die hochbegabte Analyse die Systeme durchdringt, das ADHS-Denken kreative Sprünge macht, die Scanner-Perspektive Verbindungen herstellt und die autistische Präzision Strukturen erkennt, dann entsteht eine Landkarte, die der Komplexität der Welt tatsächlich gerecht wird.
Das ist Neurodiversität: Nicht die Koexistenz verschiedener Karten, sondern ihre Integration zu einem reicheren Verständnis der Realität.
Dein nächster Schritt: Die eigene Karte wertschätzen lernen
Du hast jetzt verstanden: Die Karte ist nicht das Gebiet. Deine Wahrnehmung ist nicht die Realität, aber sie ist auch nicht falsch.
Was jetzt?
7-Tage-Challenge: Die Kartografie deiner Wahrnehmung
Tag 1 – Bestandsaufnahme: Schreibe auf: Welche Formen von Neurodivergenz treffen auf dich zu? (Hochsensibilität, Hochsensitivität, Vielbegabung, Scanner Persönlichkeit, ADHS, ADS, Asperger Autismus, Hochbegabung)
Tag 2 – Deine Stärken: Liste 5 Situationen auf, in denen deine neurodivergente Wahrnehmung ein Vorteil war.
Tag 3 – Deine Herausforderungen: Liste 5 Situationen auf, in denen deine Wahrnehmung zu Konflikten oder Missverständnissen führte.
Tag 4 – Die Muster erkennen: Lies deine Listen von Tag 2 und 3. Welche Muster erkennst du? In welchen Umgebungen/Situationen funktioniert deine Karte gut? Wo kollidiert sie mit den Erwartungen?
Tag 5 – Die Übersetzung: Wähle eine Herausforderung von Tag 3. Wie könntest du deine Wahrnehmung so kommunizieren, dass andere deine Karte verstehen, ohne sie abzuwerten?
Tag 6 – Das System-Audit: Welches System in deinem Leben (Arbeit, Beziehung, Wohnsituation) ist am wenigsten kompatibel mit deiner Wahrnehmung? Was müsste sich ändern?
Tag 7 – Der erste Schritt: Wähle EINE konkrete Veränderung, die du in den nächsten 14 Tagen umsetzen wirst, um deine Umgebung kartenkompatibler zu machen.
Weiterführende Reflexionsfragen
Zur Vertiefung deines Verständnisses:
- Wo verwechsle ich noch meine Karte mit dem Gebiet? Welche meiner Überzeugungen sind Wahrnehmungen, keine objektiven Fakten?
- Wessen Karte habe ich internalisiert? Welche Stimmen in meinem Kopf gehören zur neurotypischen Konsenskarte, nicht zu meiner eigenen Wahrnehmung?
- Was würde passieren, wenn ich meiner Karte vollständig vertrauen würde? Welche Entscheidungen würde ich anders treffen?
- Wo mache ich mich klein, um in eine fremde Karte zu passen? Und was würde ich gewinnen, wenn ich damit aufhöre?
- Welche Menschen in meinem Leben respektieren meine Karte? Und wie kann ich mehr Zeit mit diesen Menschen verbringen?
Deine Karte ist gültig
Lass mich dir etwas sagen, das du vielleicht dein ganzes Leben lang nicht oft genug gehört hast:
Deine Wahrnehmung ist gültig
Nicht trotz deiner Hochsensibilität, sondern wegen ihr. Nicht trotz deiner Vielbegabung, sondern wegen ihr. Nicht trotz deines ADHS oder ADS, sondern wegen ihnen. Nicht trotz deines Asperger Autismus, wegen ihm. Nicht trotz deiner Hochbegabung, wegen ihr.
Die Karte ist nicht das Gebiet. Aber deine Karte zeigt Aspekte des Gebiets, die andere niemals sehen werden.
Die Welt braucht deine Landkarte
Sie braucht hochsensible Menschen, die spüren, was andere übersehen. Sie braucht Scanner Persönlichkeiten, die Verbindungen herstellen, die anderen entgehen. Sie braucht Menschen mit ADHS, die kreative Lösungen finden, wo andere nur Sackgassen sehen. Sie braucht hochbegabte Menschen, die Komplexität durchdringen können. Sie braucht Menschen mit Asperger Autismus, die Strukturen und Muster erkennen, die für Klarheit und Präzision sorgen.
Die Welt braucht deine einzigartige Art, Realität zu kartografieren.
Hör auf, dich für deine Karte zu entschuldigen. Fang an, sie zu nutzen.
Wie gehst du mit deiner neurodivergenten Wahrnehmung um? Teile deine Erfahrungen in den Kommentaren, lass uns gemeinsam eine Landkarte der Neurodiversität erstellen, die zeigt, wie reich und vielfältig menschliche Wahrnehmung wirklich ist.
Und wenn du bereit bist, deine Kartografie-Fähigkeiten professionell zu vertiefen: Schau dir unsere hochspezialisierte Coaching-Ausbildung für Hochsensibilität, Vielbegabung, ADHS, ADS, Asperger Autismus und Hochbegabung an. Wir freuen uns auf dich.
Ich hoffe, ich habe das Geschenk deiner Zeit verdient.
Sonnige Grüße
von Anne
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