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Essentials: Neurodivergenz
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Autoren
Anne Heintze
Harald Heintze
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Der einzige Ort, an dem Neurodivergenz nicht erklärt werden muss – hier wird sie gefeiert, verstanden und zur Quelle deiner größten Stärke gemacht. Für alle Menschen, die anders besonders sind.
Selbstfürsorge lernen: Was sie bedeutet und wie du gut für dich sorgst
Warum so viele Erwachsene das Sorgen für sich selbst verlernen, was dein Körper dir dabei verrät und wie du Selbstfürsorge passend zu deinem Nervensystem gestaltest.
Du kümmerst dich um deine Arbeit, deine Familie, deine Freundschaften. Doch wer kümmert sich eigentlich um dich? Selbstfürsorge klingt selbstverständlich und ist trotzdem für viele Erwachsene eine verlernte Fähigkeit. In diesem Artikel erfährst du, was Selbstfürsorge wirklich bedeutet, warum sie im Alltag so leicht verloren geht und wie du sie Schritt für Schritt zurückgewinnst. Besonders hochsensible und neurodivergente Menschen finden hier Anregungen, die zu ihrem Nervensystem passen.
Bei dem Wort Fürsorge denken viele Menschen zuerst an Eltern, die sich um ihre Kinder kümmern. Kinder sind jung und unerfahren, sie brauchen Schutz und Begleitung. Die Eltern tragen die Verantwortung für ihr Wohlergehen, bis die Kinder alt genug sind, um die Herausforderungen des Lebens selbst zu meistern. Irgendwann geben die Eltern diese Verantwortung weiter und die Kinder lernen, für sich selbst zu sorgen.
Vielleicht erinnerst du dich an diesen Moment in deinem eigenen Leben. Der Auszug, die erste eigene Wohnung, das erste selbst verdiente Geld. Da war dieses Gefühl von Freiheit: Ab jetzt bestimmst du selbst, wie du lebst.
Oft verblasst dieses Gefühl erstaunlich schnell. Der Alltag wird stressig, Erwartungen von außen nehmen Raum ein und die eigenen Bedürfnisse rutschen leise nach hinten. Das geschieht selten bewusst. Eines Tages merkst du, dass du müde bist, gereizt oder einfach lustlos, ohne genau sagen zu können, warum.
Die gute Nachricht: Selbstfürsorge lässt sich wieder lernen. Als Kind hast du sie ganz selbstverständlich gekonnt. In diesem Beitrag erfährst du, wie du an diese Fähigkeit anknüpfst und damit spürbar mehr Lebensqualität gewinnst.
Kurz gesagt Selbstfürsorge bedeutet, die Verantwortung für das eigene körperliche, emotionale und soziale Wohlergehen bewusst selbst zu übernehmen. Sie beginnt bei Grundbedürfnissen wie Schlaf, Essen und Pausen, reicht über das klare Aussprechen eigener Wünsche bis zur Wahl eines Umfelds, das dich stärkt. Erwachsene verlernen sie häufig durch Anpassung an äußere Erwartungen. Hochsensible und neurodivergente Menschen brauchen oft eine Selbstfürsorge, die ausdrücklich auf ihr Nervensystem abgestimmt ist. |
Was ist Selbstfürsorge?
Selbstfürsorge ist die Fähigkeit, eigene Bedürfnisse wahrzunehmen, ernst zu nehmen und aktiv für ihre Erfüllung zu sorgen.
Sie umfasst deinen Körper, deine Gefühle, deine Beziehungen und die Art, wie du deine Zeit gestaltest. Damit ist Selbstfürsorge weit mehr als ein Schaumbad am Sonntagabend. Sie ist eine Haltung: Ich bin für mein Wohlergehen zuständig und ich darf gut für mich sorgen.
Eng verwandt ist die Selbstverantwortung. Wer Verantwortung für das eigene Leben übernimmt, trifft Entscheidungen bewusster und gibt die Steuerung seltener an andere ab. Selbstfürsorge ist sozusagen die gelebte, alltägliche Seite dieser Verantwortung.
Die Psychologin Kristin Neff hat mit ihrem Konzept des Selbstmitgefühls einen wichtigen Baustein beschrieben: Freundlichkeit dir selbst gegenüber, gerade in schwierigen Momenten. Wer mit sich selbst so wohlwollend umgeht wie mit einer guten Freundin, findet leichter in die Selbstfürsorge, weil der innere Antreiber leiser wird.
Warum du Selbstfürsorge verlernt hast
Kinder haben es mit der Selbstfürsorge noch vergleichsweise leicht. Sie hören auf die Signale ihres Körpers und folgen ihnen, ohne lange nachzudenken. Bei Hunger essen sie und sobald sie müde sind, schlafen sie ein.
Erwachsene leben in einem engen Geflecht aus Rollen, Regeln und Erwartungen. Du erfüllst Aufgaben, obwohl du hungrig bist. Im Meeting sitzt du weiter, obwohl dein Körper längst nach Bewegung ruft. Abends sagst du noch zu, obwohl du eigentlich Ruhe brauchst.
Mit der Zeit ersetzt das Gefühl der Anpassung das Freiheitsgefühl von früher. Vielleicht hast du einen Job angenommen, in dem du dich wenig wohlfühlst, oder wohnst an einem Ort, der kaum zu dir passt. Häufig steckt dahinter eine Abhängigkeit: von der Meinung anderer, von Sicherheit, von bestimmten Lebensumständen. Wo Abhängigkeit wächst, schrumpft die Selbstverantwortung und mit ihr die Selbstfürsorge.
Der Zugang zu deinen echten Bedürfnissen wird dadurch leiser. Auf Dauer können Überforderung, Stress, Unzufriedenheit und Erschöpfung die Folge sein. Wenn du dich gerade im Job, in einer Beziehung oder im Miteinander unglücklich fühlst, lohnt sich eine ehrliche Frage: An welchem Punkt habe ich die Sorge für mich selbst aus der Hand gegeben?
Für eine Veränderung braucht es nicht immer einen neuen Job oder eine neue Beziehung. Oft genügen einige bewusste Schritte, um wieder Kraft zu schöpfen.
Selbstfürsorge beginnt bei deinem Körper
Die wichtigste Voraussetzung für Selbstfürsorge ist das Bewusstsein, dass du für dich selbst sorgen kannst und darfst. Das klingt selbstverständlich, ist es für viele Menschen aber nicht. Ganz konkret beginnt es bei den körperlichen Bedürfnissen: Schlaf, Essen, Trinken und Ruhe.
Achte darauf, ob du oft müde, antriebslos oder häufig krank bist. Solche Signale können ein Hinweis sein, dass deine Selbstfürsorge zu kurz kommt. Schlafmangel und Hunger machen reizbar und anfälliger für Stress. Eine Studie von Yoo und Kollegen aus dem Jahr 2007 zeigte, dass die Amygdala, eine zentrale Region für emotionale Reaktionen, nach einer durchwachten Nacht um rund 60 Prozent stärker auf belastende Bilder reagierte als nach erholsamem Schlaf.
Plane deshalb bewusst Ruhephasen ein, in denen du auftanken kannst. Das muss nichts Großes sein. Ein Spaziergang, eine Tasse Tee im Lieblingscafé oder ein Treffen mit einem vertrauten Menschen schenken dir Energie für die kommenden Tage.
Hilfreich ist dabei eine Fähigkeit, die Fachleute Interozeption nennen: die Wahrnehmung innerer Körpersignale wie Herzschlag, Hunger, Durst oder Anspannung. Garfinkel und Kollegen haben 2015 gezeigt, dass die tatsächliche Genauigkeit dieser Wahrnehmung und das Vertrauen in sie deutlich auseinanderliegen können. Selbstfürsorge heißt deshalb auch, deinem Körper regelmäßig zuzuhören, bevor seine Signale laut werden.
Selbstbestimmung: Sag, was du wirklich willst
Selbstfürsorge zeigt sich auch darin, wie du deine freie Zeit gestaltest. Diese Zeit gehört dir. Sie ist dafür da, dass du Energie tankst und dich lebendig fühlst. Nur weil eine Freundin eine bestimmte Aktivität liebt, musst du dich nicht anschließen. Etwas ohne innere Beteiligung mitzumachen, kostet Kraft und bringt dir wenig zurück.
Übernimm deshalb öfter selbst die Führung, wenn ihr gemeinsame Pläne schmiedet. Sprich aus, was du wirklich möchtest. Viele Menschen hoffen insgeheim, dass andere ihre Bedürfnisse erraten. Das gelingt selten, selbst den liebevollsten Menschen in deinem Umfeld. Deine Bedürfnisse auszusprechen, ist ein Akt der Selbstfürsorge und zugleich ein Geschenk an deine Beziehungen, weil andere dich so besser kennenlernen.
Die Selbstbestimmungstheorie von Edward Deci und Richard Ryan beschreibt Autonomie als eines von drei psychologischen Grundbedürfnissen, neben Kompetenz und sozialer Eingebundenheit. Werden diese Bedürfnisse erfüllt, steigen Motivation und Wohlbefinden. Wenn du also selbst bestimmst, womit du deine Zeit füllst, stärkst du dein Selbstbewusstsein. Gleichzeitig verlässt du Schritt für Schritt die abhängige Rolle, in der du vielleicht lange gesteckt hast.
Druck vermindern und Lebendigkeit zurückholen
Sicher kennst du Situationen, in denen du stark unter Druck stehst, im Beruf ebenso wie im Privatleben. Andere verlangen etwas von dir, das du in der vorgegebenen Zeit kaum schaffen kannst. Ein Streit mit einer Kollegin oder einem Familienmitglied lässt deinen Stresspegel steigen.
Kurze Belastungsphasen verkraftet dein System in der Regel gut. Schwierig wird es, wenn kein Ende in Sicht ist. Anhaltender Druck zehrt an deiner Selbstfürsorge, weil er dir die Kraft nimmt, auf dich selbst zu achten. Prüfe deshalb, wo du die Belastung, die von anderen ausgeht, so gering wie möglich halten kannst: durch klare Absprachen, realistische Zusagen oder bewussten Abstand.
Zur Selbstfürsorge gehört auch Abwechslung. Ein monotoner Alltag dämpft die Lebensfreude, frische Impulse beleben sie. Erinnere dich an Dinge, die dir früher Freude gemacht haben und die irgendwann im Trubel verloren gegangen sind: das Malen, das Musizieren, die Radtour am Wochenende, das Lesen bis spät in die Nacht. Hol dir davon etwas zurück, gern auch in kleinen Portionen.
Das passende Umfeld finden
Auch deine Beziehungen haben großen Einfluss darauf, ob du gut für dich sorgen kannst. Wenn du immer gibst und dafür wenig zurückbekommst, wird das auf Dauer frustrierend. Frage dich ehrlich, ob du genug Wertschätzung und Aufmerksamkeit für das erhältst, was du leistest.
Suche gezielt die Nähe von Menschen, die dich unterstützen, deine Leistungen sehen und dir mit echtem Interesse begegnen. Von Beziehungen, die dich dauerhaft auslaugen, darfst du dich lösen oder zumindest Abstand nehmen. Ein stärkendes Umfeld ist eine Grundlage deiner Selbstfürsorge.
In deinem Leben braucht es Raum für das, was dir Freude bereitet, gerade dann, wenn die äußeren Umstände wenig Spielraum zu lassen scheinen. Vielleicht gibt es Menschen, die meinen, du solltest dich auf Wichtigeres konzentrieren. Hör freundlich zu und entscheide dann selbst. Deine Freude ist wichtig, denn aus ihr schöpfst du die Kraft für alles andere.
Reflexionsfragen für deine Selbstfürsorge ● Wann hast du zuletzt ausreichend geschlafen und dich danach wirklich erholt gefühlt? ● Welche Tätigkeit hat dir früher Freude gemacht und fehlt dir heute? ● In welcher Situation hast du zuletzt Ja gesagt, obwohl du Nein gemeint hast? ● Bei welchen Menschen fühlst du dich nach einem Treffen gestärkt? ● Wo spürst du Anspannung in deinem Körper, wenn du gerade kurz innehältst? |
Hochsensible Menschen brauchen oft mehr Selbstvertrauen
Mit mehr Selbstvertrauen können sie mehr Selbstfürsorge entfalten. Jedoch sind sie oft von Selbstzweifeln geplagt, ihr Selbstbewusstsein könnte stärker sein, das Selbstwertgefühl ist (noch) gering. Das muss nicht so bleiben.
Die jahrzehntelangen Erfahrungen mit meinen Klienten bei der Stärkung von Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen und einem stabilen Selbstwert mit habe ich in meinem E-Book „Selbstwert und Selbstvertrauen – Lebe deine innere Kraft jenseits des Selbstzweifels“ zusammengestellt. Dort stelle ich dir zahlreiche Übungen für mehr Selbstvertrauen zur Verfügung und verrate dir die Kniffe, die dein Selbstvertrauen wirklich kraftvoll stärken.
Warum Hochsensible für ihre Selbstfürsorge oft mehr Selbstvertrauen brauchen
Hochsensible Menschen nehmen Reize intensiver wahr und verarbeiten Eindrücke gründlicher. Elaine und Arthur Aron haben dieses Merkmal 1997 als Sensory Processing Sensitivity beschrieben. Diese Gründlichkeit ist eine Stärke. Sie bringt aber auch mit sich, dass ein Tag voller Eindrücke mehr Erholung verlangt.
Genau hier kommt das Selbstvertrauen ins Spiel. Viele Hochsensible haben früh gehört, sie seien „zu empfindlich“ oder „zu kompliziert“. Wer solche Sätze verinnerlicht hat, zweifelt leicht an den eigenen Bedürfnissen. Die Pause fühlt sich dann wie ein Eingeständnis von Schwäche an, das Nein wie Unhöflichkeit.
Mit wachsendem Selbstvertrauen wächst auch die Selbstfürsorge. Wenn du deine Wahrnehmung als wertvoll anerkennst, fällt es dir leichter, Rückzug, Ruhe und Grenzen selbstverständlich einzufordern. Dein Selbstwertgefühl darf sich dabei Schritt für Schritt stabilisieren. Selbstzweifel sind oft alte Schutzstrategien aus einer Zeit, in der du sie gebraucht hast. Heute darfst du sie freundlich in den Ruhestand schicken.
Selbstfürsorge für neurodivergente Nervensysteme
Hochsensibilität tritt selten allein auf. Häufig zeigt sie sich gemeinsam mit Hochbegabung, Vielbegabung, ADHS oder Autismus. In der HOCHiX-Akademie sagen wir deshalb: Niemand ist nur einfarbig. Jedes neurodivergente Profil hat eigene Bedürfnisse. Selbstfürsorge-Tipps von der Stange passen deshalb oft nur bedingt.
Viele neurodivergente Menschen haben jahrelang maskiert, also ihre Eigenarten verborgen, um dazuzugehören. Hull und Kollegen beschreiben, wie viel Energie dieses Tarnen kostet. Raymaker und Kollegen zeigten 2020, dass anhaltende Überlastung ohne ausreichende Erholung bei autistischen Erwachsenen zu massiver Erschöpfung führen kann, die sie als autistischen Burnout beschreiben.
Hinzu kommt, dass die Wahrnehmung innerer Körpersignale bei autistischen Menschen häufig anders funktioniert, wie eine Übersichtsarbeit von DuBois und Kollegen zeigt. Hunger, Durst oder Erschöpfung werden dann manchmal erst spät bemerkt. Selbstfürsorge darf hier ganz praktisch werden: feste Essenszeiten, Erinnerungen fürs Trinken, eingeplante Ruhefenster nach sozialen Terminen.
Es geht dabei um Resonanz statt Reparatur. Dein Nervensystem arbeitet auf seine eigene, wertvolle Weise. Es braucht eine Fürsorge, die genau dazu passt. Wer das versteht, misst sich weniger an neurotypischen Maßstäben und findet leichter zu einer Selbstfürsorge, die wirklich trägt.
Selbstfürsorge ist ein lebendiger Prozess
Um Selbstfürsorge zu lernen, braucht es vor allem eigenverantwortliches Handeln. Achte auf deine inneren Signale und erinnere dich an das Kind in dir, das ganz selbstverständlich wusste, was es braucht. Löse dich vom zwanghaften „Ich muss“ und richte dich stärker an dem aus, was dich wirklich nährt. Unerfüllte Wünsche melden sich früher oder später als Unzufriedenheit oder Lustlosigkeit.
Wenn du deine Bedürfnisse erkennst und ernst nimmst, wirst du zufriedener und ausgeglichener. Du gewinnst Kraft, Herausforderungen fallen dir leichter und dein Leben bekommt mehr Freude und Leichtigkeit.
Davon profitieren auch die Menschen um dich herum. Wer gut für sich selbst sorgt, hat mehr Kraft, sich um andere zu kümmern. Selbstfürsorge ist deshalb ein wertvoller Beitrag für dich und für dein ganzes Umfeld.
Da du dich im Laufe des Lebens veränderst, verändern sich auch deine Bedürfnisse. Selbstfürsorge bleibt daher ein lebendiger Prozess. Du darfst sie immer wieder neu justieren, je nach Lebensphase und Situation. Das kostet manchmal etwas Überwindung, schenkt dir aber langfristig Stabilität, Gesundheit und Lebensqualität.
Häufige Fragen zur Selbstfürsorge
Ist Selbstfürsorge egoistisch?
Selbstfürsorge bedeutet, die eigenen Bedürfnisse ebenso ernst zu nehmen wie die Bedürfnisse anderer. Wer gut für sich sorgt, bleibt belastbarer und kann anderen mit mehr Geduld und Präsenz begegnen. Davon profitiert dein ganzes Umfeld.
Wie fange ich mit Selbstfürsorge an, wenn ich erschöpft bin?
Beginne mit dem Kleinsten: ausreichend Schlaf, regelmäßige Mahlzeiten, genug trinken und eine kurze Pause am Tag, die nur dir gehört. Sobald dein Körper wieder Energie hat, lohnen sich größere Veränderungen in Beruf oder Beziehungen.
Warum fällt Selbstfürsorge neurodivergenten Menschen oft schwerer?
Neurodivergente Menschen verarbeiten Reize oft intensiver, maskieren häufig und nehmen Körpersignale teils anders wahr. Allgemeine Ratgeber greifen deshalb manchmal zu kurz. Hilfreich ist eine Selbstfürsorge, die auf das eigene Nervensystem abgestimmt ist, etwa durch körperbasierte Regulation und feste Erholungszeiten.
Dein Weg zurück zu dir
Selbstfürsorge ist eine Fähigkeit, die du schon einmal beherrscht hast. Du kannst sie wieder lernen, in deinem Tempo und auf deine Weise. Jede Pause, die du dir gönnst, jedes ehrlich ausgesprochene Bedürfnis und jede Begegnung, die dich stärkt, bringt dich ein Stück näher zu dir selbst.
Vielleicht beginnst du heute mit einer einzigen Frage: Was brauche ich gerade wirklich? Die Antwort ist oft einfacher, als du denkst. Sie verdient es, gehört zu werden.
Das Wichtigste zum Mitnehmen Selbstfürsorge beginnt mit der Erlaubnis, gut für dich zu sorgen. Sie zeigt sich in erholsamem Schlaf, in ausgesprochenen Wünschen, in einem stärkenden Umfeld und in Momenten echter Freude. Gerade als hochsensibler oder neurodivergenter Mensch darfst du deine Selbstfürsorge so gestalten, wie dein Nervensystem es braucht. Du bist es wert. |
Möchtest du erleben, wie sich Selbstfürsorge für dein Nervensystem ganz konkret anfühlt? Im Selbstlernkurs Neurovaya entdeckst du sechs körperbasierte Zugänge zu deinem Nervensystem. Audio-Anleitungen, ein Kurs-Journal und SOS-Notfallmittel begleiten dich durch Alltag und Überforderung, ganz in deinem eigenen Tempo. Schau gern hinein, wenn du spürst, dass es Zeit ist, gut für dich zu sorgen.
Ich hoffe, ich habe das Geschenk deiner Zeit verdient.
Herzlichst
Anne
Quellen
Aron, E. N. und Aron, A., 1997, Sensory-processing sensitivity and its relation to introversion and emotionality, Journal of Personality and Social Psychology 73(2), 345-368
Deci, E. L. und Ryan, R. M., 2000, The „what“ and „why“ of goal pursuits: Human needs and the self-determination of behavior, Psychological Inquiry 11(4), 227-268
DuBois, D., Ameis, S. H., Lai, M.-C., Casanova, M. F. und Desarkar, P., 2016, Interoception in autism spectrum disorder: A review, International Journal of Developmental Neuroscience 52, 104-111
Garfinkel, S. N., Seth, A. K., Barrett, A. B., Suzuki, K. und Critchley, H. D., 2015, Knowing your own heart: Distinguishing interoceptive accuracy from interoceptive awareness, Biological Psychology 104, 65-74
Hull, L., Petrides, K. V., Allison, C., Smith, P., Baron-Cohen, S., Lai, M.-C. und Mandy, W., 2017, Putting on my best normal: Social camouflaging in adults with autism spectrum conditions, Journal of Autism and Developmental Disorders 47(8), 2519-2534
Neff, K. D., 2003, Self-compassion: An alternative conceptualization of a healthy attitude toward oneself, Self and Identity 2(2), 85-101
Raymaker, D. M. u. a., 2020, Having all of your internal resources exhausted beyond measure and being left with no clean-up crew: Defining autistic burnout, Autism in Adulthood 2(2), 132-143
Yoo, S.-S., Gujar, N., Hu, P., Jolesz, F. A. und Walker, M. P., 2007, The human emotional brain without sleep: A prefrontal amygdala disconnect, Current Biology 17(20), R877-R878
Hochsensibilität und Hochsensitivität: Vom Überreizten zum Überlegenen, HOCHiX Akademie, https://hochix.com/neu-hochsensibilitaet-und-hochsensitivitaet-vom-ueberreizten-zum-ueberlegenen-nutze-dein-potenzial/
Niemand ist nur einfarbig: Warum Neurodivergenz fast immer mehrfach kommt, HOCHiX Akademie, https://hochix.com/twice-exceptional-multi-exceptional-neurodivergenz-mehrfach/
Wer bin ich, dass ich das kann? Wie du Selbstzweifel überwinden kannst, HOCHiX Akademie, https://hochix.com/wer-bin-ich-dass-ich-das-kann-der-weg-aus-dem-selbstzweifel/









2 Kommentare
Liebe Anne, ich finde deinen Artikel über die Selbstfürsorge sehr spannend. Normalerweise liest man ja viel über Selbstwert, Selbstachtung, Selbstzweifel. Deshalb finde ich den Ausdruck Selbstfürsorge sehr interessant und für mich neu, aber auch sehr zutreffend. Auch das hochsensible Menschen mehr Selbstvertrauen benötigen, habe ich mir noch gar nie so überlegt, aber es macht sehr Sinn und erklärt sehr viel. Ich bin auf deinen Beitrag gestossen, weil ich mich zur Zeit auch wieder vermehrt mit solchen und ähnlichen Themen befasse. Ich werde deshalb noch weiter in der OpenMind Akademie „stöbern“.
Alles Liebe, Grit
Liebe Grit,
ich freue mich, dass du in dem Text wichtige Impulse für dich gefunden hast.
Hab viel Freue beim beim Stöbern in den anderen Texten 🙂
Liebe Grüße
Anne