Das Renaissance Modell: Wie Vielbegabte ein Business aufbauen, das zu ihnen passt

Das Renaissance Modell Wie Vielbegabte ein Business aufbauen, das zu ihnen passt
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Vielbegabung, Hochbegabung, Neurodivergenz, ADHS: Menschen mit vielen Interessen und Talenten fühlen sich in linearen Karrierewegen oft eingeengt. Das Renaissance Modell zeigt einen anderen Weg. Es lädt dich ein, deine Breite nicht länger zu verstecken, sondern sie zum Herzstück deines Berufs zu machen. Und einer der freisten Berufe der Welt ist dafür wie gemacht.

„Was machst du eigentlich genau?“

Ich höre diese Frage seit Jahrzehnten. Und ich habe sie nie mit einem einzigen Satz beantworten können. Nicht, weil mir die Antwort fehlt, sondern weil es zu viele gibt.

Ich war Therapeutin. Sterbebegleiterin. Kommunikationstrainerin. Unternehmensberaterin. Heilpraktikerin. Und seit 29 Jahren bin ich Coach. Nicht statt all dem anderen, sondern mit all dem anderen. Jede dieser Erfahrungen lebt in meiner Arbeit weiter. Sie trägt, sie nährt, sie macht möglich, was ich heute tue.

Was ich damals noch nicht wusste: Ich lebte bereits das, was man heute das Renaissance Modell nennt. Ich hatte nur noch keinen Begriff dafür.

Was das Renaissance Modell ist

Die amerikanische Autorin und Coach Emilie Wapnick hat den Begriff des Renaissance Business geprägt. In ihrem Buch „How to Be Everything“ (HarperCollins, 2017) und auf ihrer Plattform Puttylike beschreibt sie ein Arbeitsmodell für Menschen, die sie Multipotentialites nennt. Gemeint sind Menschen mit vielen Interessen, die sich keiner einzigen Berufung fügen wollen.

Ihr TED-Talk „Why Some of Us Don’t Have One True Calling“ hat über acht Millionen Aufrufe. Acht Millionen Menschen, die beim Zuhören aufgeatmet haben.

Die Idee dahinter ist einfach und radikal zugleich.

Alle Interessen, Kompetenzen und Leidenschaften in einem einzigen Business zusammenführen, statt zwischen ihnen zu wählen. Die Breite ist das Angebot, nicht das Hindernis.

Der Name verweist auf das Ideal des Renaissance-Menschen, verkörpert durch Leonardo da Vinci: Maler, Bildhauer, Architekt, Ingenieur, Anatom, Musiker. Ein Mensch, dessen Stärke gerade in der Verbindung verschiedener Felder lag.

Vielleicht kennst du dieses Gefühl. Das Gefühl, immer mehr zu sein als das, was auf deine Visitenkarte passt.

Was ich in anderen Berufen vermisst habe

Als Therapeutin war meine Arbeit wertvoll. Aber sie war auch begrenzt. Der Rahmen war klar definiert, das Setting geregelt, der Spielraum schmal.

Als Kommunikationstrainerin, als Unternehmensberaterin, als Heilpraktikerin war das nicht viel anders. Jede Rolle hatte ihre Grenzen. Und ich war immer größer als die Rolle.

Das ist kein Vorwurf an diese Berufe. Es ist eine ehrliche Beschreibung dessen, was viele vielbegabte und hochbegabte Menschen in strukturierten Berufsbildern erleben: das Gefühl, sich permanent kleiner zu machen, als man ist.

Wer eine Vielzahl an Interessen, Talenten und Wahrnehmungstiefen mitbringt, läuft in einem engen Berufsbild Gefahr, innerlich zu verstummen.

Nicht weil das, was du tust, falsch wäre. Sondern weil es zu klein ist für das, was du bist.

Coaching: der freiste Beruf, den ich kenne

Vor 29 Jahren habe ich angefangen, als Coach zu arbeiten. Und zum ersten Mal hatte ich das Gefühl: Hier passt es.

Nicht, weil Coaching einfacher wäre. Sondern weil es freier ist als fast jeder andere Beruf, den ich kenne.

Als Coach mache ich einen Podcast. Ich schreibe Blogartikel. Ich drehe Videos. Ich halte Workshops und Seminare. Ich schreibe Bücher. Ich begleite Menschen im Einzelcoaching. Ich stehe auf Bühnen. Ich bilde Coaches aus. Ich bringe Wissen aus der Neurologie, der Psychologie, der Systemtheorie, der Traumaforschung und der Biografiearbeit in meine Arbeit ein.

Das klingt nach viel. Es ist auch viel. Und es ist alles ich.

Kein anderer freier Beruf bietet diese Bandbreite an Ausdrucksformen unter einem einzigen Dach.

Nicht einmal der Künstler, obwohl er in seiner Freiheit dem Coach am nächsten kommt. Wenn du diesen Satz liest und etwas in dir antwortet, dann weißt du, wovon ich spreche.

Das Modell und seine Schattenseite

So viel Freiheit hat eine Kehrseite.

Wer überall gleichzeitig unterwegs ist, läuft Gefahr, sich zu verschütten. Das kenne ich aus eigener Erfahrung. Vielbegabte und hochbegabte Menschen, deren Energie und Ideenfluss oft schneller sind als ihre Umsetzungskapazität, brauchen kein weiteres Feld. Sie brauchen Fokus. Nicht als Einschränkung, sondern als Kunst.

Das Renaissance Modell bedeutet nicht, alles gleichzeitig zu tun.

Es bedeutet, das eigene Profil so zu entwickeln, dass die verschiedenen Felder ein kohärentes Ganzes ergeben und sich gegenseitig tragen. Dass die Breite eine Richtung hat.

Das ist die eigentliche Arbeit. Und sie lohnt sich.

Für wen dieser Weg gemacht ist

Für Menschen mit Vielbegabung, Hochbegabung, Hochsensibilität, Hochsensitivität oder ADHS ist Coaching als Renaissance-Beruf oft nicht nur eine Möglichkeit, sondern eine tiefe Passung. Diese Menschen bringen genau das mit, was gute Coaches ausmacht: die Fähigkeit, viele Perspektiven gleichzeitig zu halten, schnell zu lernen, Verbindungen zu erkennen, die andere übersehen, und Menschen in ihrer ganzen Komplexität zu sehen.

Neurodivergenz ist in diesem Beruf kein Handicap. Sie ist eine Ressource.

Genau das ist es, was wir in der HOCHiX-Akademie immer wieder erleben. Menschen, die jahrelang das Gefühl hatten, nirgendwo wirklich hinzupassen, kommen an und entdecken, dass ihre vermeintliche „Zerstreutheit“, ihre Vielzahl an Interessen, ihre tiefe Wahrnehmung genau die Eigenschaften sind, die in der Begleitung anderer Menschen wirken.

Reflexionsfragen

Welche Berufe oder Rollen haben dich in deinem Leben angezogen, ohne dass du sie alle dauerhaft leben konntest?

Wo hast du dich kleiner gemacht, als du bist, um in einen Rahmen zu passen?

Welche deiner Interessen, Erfahrungen und Fähigkeiten gehören für dich eigentlich zusammen, auch wenn andere sie nie zusammen sehen?

Wie wäre es, wenn deine Breite nicht länger dein Problem, sondern dein Profil wäre?

Der Weg dahin

Wer Coaching als Renaissance-Beruf aufbauen will, braucht eine Ausbildung, die dieser Breite gerecht wird. Eine Ausbildung, die nicht auf eine einzige Methode verengt, sondern das gesamte Spektrum neurodivergenter Persönlichkeiten abbildet: Vielbegabung, Hochbegabung, Hochsensibilität, Hochsensitivität, ADHS, Autismus.

In der HOCHiX-Akademie ist die Aus- und Innenbildung genau dafür entwickelt worden. Für Menschen, die Coaching nicht als Nische, sondern als Renaissance-Beruf verstehen wollen. Für Menschen, die nicht nur eine Methode lernen, sondern lernen wollen, ihr eigenes vielschichtiges Wesen in einen Beruf zu übersetzen, der nährt und trägt.

Es geht dabei nicht um Optimierung. Es geht ums Verstehen. Um die innere Klarheit, dass deine Vielfalt kein Mangel an Entschlossenheit ist, sondern Ausdruck einer Persönlichkeit, die in vielen Richtungen tief geht.

Wenn du beim Lesen das Gefühl hattest, dass hier endlich jemand beschreibt, wie es sich in dir anfühlt: Dann ist das kein Zufall. Dann bist du wahrscheinlich genau einer der Menschen, für die das Renaissance Modell geschrieben wurde.

Ich hoffe, ich habe das Geschenk deiner Zeit verdient.

Sonnige Grüße
von Anne

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