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Hochbegabung ist keine Frage der Herkunft

Sind Migranten, Fremdarbeiter, Kinder aus Einwandererfamilien, unsere ausländischen Mitbürger genauso hochsensibel, hochbegabt oder vielbegabt wie alle anderen? Spielt die Herkunft eines Menschen eine Rolle?
Die Trennung zwischen „Wir“ und „die Anderen“ ist oft künstlich
Vielleicht ist diese Trennung gar nicht so klar, wie wir oft denken. Ich spüre das selbst – jeden Tag.
Ich bin selbst Ausländer. Seit sieben Jahren lebe ich als Ausländer an meinem eigenen Heimatort. Ein paradoxes Gefühl. Ich spreche die Sprache hier nur schlecht, die Gepflogenheiten auf der Insel sind mir oft fremd, und von Integration bin ich weit, weit, weit entfernt.
Natürlich bin ich dadurch von vielen Aktivitäten ausgeschlossen. Aber – wenn ich ehrlich bin – ich habe mich auch selbst ausgeschlossen. Ich habe mich nicht wirklich angestrengt, die Sprache zu lernen. Ich könnte es, wenn ich wollte, aber ich habe es nicht getan. Und genau hier liegt ein Punkt, den wir oft übersehen: Integration ist keine Einbahnstraße.
Und trotzdem… trotz all meiner sprachlichen Barrieren, trotz meiner Distanz zu den lokalen Bräuchen, gibt es Menschen, die mich auffangen. Es sind nicht die, die perfekt in das System integriert sind. Es sind nicht die, die über Regeln und Anpassung sprechen. Sondern es sind die, die einfach Menschlichkeit leben. Unsere Haushaltshilfe zum Beispiel. Sie spricht nur Spanisch, und doch gelingt es ihr mit Leichtigkeit, mir das Gefühl zu geben, willkommen zu sein.
Vielleicht ist das die eigentliche Lektion:
Zugehörigkeit entsteht nicht durch Sprache, Papiere oder Gepflogenheiten. Sondern durch Menschen, die einander die Hand reichen – egal, woher sie kommen.
Begabung kennt keine Grenzen – aber Förderung oft schon
Die Natur verteilt Hochbegabung, Hochsensibilität und Vielbegabung nicht nach Herkunft, Pass oder Stammbaum.
Und doch: Wo tauchen Migranten, Einwandererkinder oder unsere ausländischen Mitbürger in der Diskussion auf? Wo werden sie gezielt gefördert? Wer hebt ihre Talente ins Licht?
Wir wissen längst, dass Hochbegabung und Hochsensibilität keine Luxusprobleme von Akademiker-Kindern sind. Und trotzdem bleibt der Zugang zu Förderung, Diagnostik und Entfaltung für viele erschwert. Weil ihre Eltern mit ganz anderen Herausforderungen kämpfen. Weil ihnen in Schulen, Ausbildungsstätten oder am Arbeitsplatz weniger zugetraut wird. Weil es im gesellschaftlichen Bewusstsein einfach noch nicht angekommen ist.
Also, Zeit für eine Provokation: Wer entscheidet eigentlich, wer in unserer Gesellschaft als hochbegabt oder hochsensibel gilt? Und wie viele Potenziale lassen wir liegen, weil wir sie nicht dort erwarten, wo wir nicht hinschauen?
Lass uns heute über die sprechen, die sonst in dieser Diskussion oft nicht vorkommen. Sie sind da. Und sie haben genau die gleichen besonderen Begabungen – wenn nicht manchmal sogar noch mehr.
Unsere Herkunft ist nicht so eindeutig, wie wir denken
Und wenn wir noch tiefer blicken – in unsere eigene Geschichte, in unsere DNA –, dann wird klar: Keiner von uns gehört nur zu einem einzigen Ort.
Wer einen DNA-Test macht, wird schnell feststellen, dass die eigenen Wurzeln nicht so eindeutig sind, wie es vielleicht scheint. Da tauchen plötzlich unerwartete Regionen auf, fremde Länder, genetische Spuren aus Kulturen, von denen wir vielleicht nie etwas wussten.
Wir alle sind ein Mosaik aus unzähligen Einflüssen, ein lebendiges Puzzle aus Jahrtausenden von Wanderungen, Begegnungen und Verbindungen.
Und wenn wir das noch größer denken – im kosmischen Maßstab –, dann sind wir alle nur ein Sandkorn an einem unendlich langen Strand. Ein kleines Körnchen unter vielen, eingebettet zwischen Millionen anderer. Große und kleine Steine, Muscheln, Treibholz – alles Teil des Ganzen.
Niemand gehört nur einem einzigen Fleck Erde. Wir alle sind Reisende – durch die Zeit, durch die Geschichte, durch die Sterne.
Warum also tun wir immer noch so, als gäbe es ein „Wir“ und ein „die Anderen“?
Was denkst du?
Vielleicht hast du selbst Erfahrungen oder kennst jemanden, der genau das erlebt?
Vielfalt ist nicht nur ein Wort, sie ist unser aller Realität.
Ich hoffe, ich habe das Geschenk deiner Zeit verdient.
Sonnige Grüße
Anne
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